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Shock Troopers: Blades And Rods

Elf Songs, 24 Minuten, das ist kein Doom Metal
Wertung: 7.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 24:48
Release: 02.02.2010
Label: Punishment 18 Records

Ui, was erwartet den Hörer denn da? Shock Troopers aus Italien kommen erstmal mit einem etwas befremdlich anmutenden Coverartwork daher. Im schlimmen Comicstil sieht man anscheinend das Bandmaskottchen, welches auf seinem Weg in den Vordergrund schon einen Nazi, einen Polizisten und einen Priester verprügelt oder gemeuchelt hat. Aus der Luft naht schon bombige Verstärkung. Nun ja, hoffen wir mal, dass die Mucke nicht ebenso einfältig gestrickt ist oder zumindest annähernd kräftig in den Popo tritt.

Das Intro lässt da schonmal Schlimmes erahnen. Leicht quietschig und vor allem nervig wird hier über eigentlich ganz annehmbares Geriffe gedudelt. Nun ja, ist ja nur ein Intro. „Competition“ zeigt dann, wo bei der Band der Hammer hängt. In Highspeed wird hier kräftig drauflos gethrasht. Der Schädel fängt an zu wippen und die Mucke geht gut in die Knochen. Kaum beginnt man auf Temperatur zu kommen, da ist der Song aber auch schon wieder vorbei.

„Take Your Eyes Off Me“ zieht dann nochmal das Tempo an und man prügelt sich in bester Nuclear Assault-Manier durch die Strophen. Die Band macht sicher keine Gefangenen, aber das hätte mit dem Blick auf das Coverartwork auch schon klar sein dürfen.

Der Titeltrack des Albums beginnt erstmal im zügigen Midtempo, um dann dennoch wieder die Geschwindigkeit deutlich zu erhöhen. Man fühlt sich wie im Circlepit und da geht’s hier wirklich rund.

Yeehaa, dann kommt von der Länge her quasi ein Monumentalstück der Band, denn mit 3:01 ist „Vice“ der mit Abstand längste des Albums, denke ich mir. Falsch, da kommt erstmal eine über 45-sekündige Ansprache, bevor losgedroschen wird. Zur Hölle, was geht die Band hier ab. Das kann man sich nicht ständig anhören, aber ab und zu mal. 

„Road Thrash“ prügelt sich mit krasser Brutalität durch die nie langweiligen 137 Sekunden, die der Song dauern darf. Trotz aller Kürze gibt es sogar einen vom Tempo etwas gedämpften Endpart. Trotz aller Geschwindigkeitsräusche, die die Band hier raushaut, bleibt glücklicherweise immer mal Zeit für etwas Langsameres, oder einen Break, das lockert ungemein auf. Außerdem verhindert der Fünfer aus Italien, damit in die Schublade dumpf drauflos prügelnder Kapellen geschoben zu werden.

„Toilet Show“ animiert zum hasserfüllten Tanzen ohne Rücksicht auf Knochenbrüche. Wie mag das bei den Italienern wohl live abgehen? Zum Glück für die Nackenmuskulatur nimmt dann „Protection Money“ in den ersten zwanzig Sekunden das Tempo raus, bevor es pfeilschnell weitergeht. Das Tier am Schlagzeug mit dem Namen Piparino treibt seine Gitarrenfraktion, bestehend aus „Metal Pig“ Fabrizio und Ubaldo gnadenlos vor sich her. Aber wer denkt, dass Bassist Andrea dabei zu kurz kommt, der irrt. Dementsprechend wirbelt auch der Song wie ein Tornado durch die Lautsprechermembranen.

„Jail World“ und „Waterboarding“ sorgen dann für eine gelungene Überleitung zum Ende der Scheibe hin. Vincenzo „Lip“ schreit seine sicher nicht ganz ernst gemeinten Texte aus seinem Körper und versucht der Geschwindigkeit noch einen brutalen Anstich zu geben. Nicht schlecht.

Yeehaa, „The Rape“ legt sich dann noch mal mit den Regierungen an, um kräftig für Nackenschmerzen zu sorgen. Sie sprechen von der Vergewaltigung der Erde, aber wie mögen sich wohl ihre eigenen Instrumente fühlen, wenn sie in diesem Tempo bearbeitet werden?

Fazit: Ein wirklich kurzweiliges Album und das nicht nur wegen der eigentlich schon frechen Spielzeit von nicht einmal 25 Minuten. Gekonnt sorgen die Italiener für Abwechslung, ohne dabei ihren eigenen Stil zu verleugnen. Das macht zwischendurch mal richtig Laune.

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