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SHNARPH!: [:laut:]LOS!

Nervig, grenzwertig und pseudointellektuell
Wertung: 3/10
Genre: Electro / Industrial / Techno
Spielzeit: 48:21
Release: 09.05.2008
Label: Dark Dimensions

Okay, ich geb´s ja zu, dass ich mir vor meiner Metalzeit auch gern Techno durch die Gehörgänge gezogen habe. Doch zu dieser Zeit machten mir diese musikalischen Eskapaden, wie ich sie heutigerzeit tituliere, richtiggehend Spaß. In dieser heutigen aktuellen Zeit jedoch stehen die Dinge anders …

"[:laut:] LOS!" nennt sich das Debutalbum der Düsseldorfer SHNARPH!. Hier soll man durchweg nur Clubhits um die Lauscher geknallt bekommen. Schaun mer mal, wie der Kaiser Frank sagen würde. „Von Der Einsamkeit“ lass ich mir ja dann auch noch gefallen, kommt das Ganze doch der Chill / Tranceschiene doch ziemlich nah. Auch die eingespielten Samples, wo textlich etwas zum Besten gegeben wird, sind im grünen Bereich, was die Toleranzebene angeht. Melodisch gesehen ist dies, wie schon erwähnt, auch eine feine Sache, da sich dieses Stück sehr gut zum Chillen eignet.

„Der Eiertanz“ jedoch ist danach jedoch eines der Stücke, die höchst grenzwertig zu deuten sind. Da sind zum einen die hochgradig philosophisch tiefschürfenden Texte (ähem, räusper), die – wie überall auf diesem Album – per Samples an die Ohren dringen und hier mit „sehr hochwertigem“ urologischem Wissen auffahren wollen. Das Ganze soll in seiner Phonetik wohl sehr an den Mann erinnern, der vor ca. 70 Jahren Deutschland in sein Unglück stürzte. Nun ja... Musikalisch dominieren hier harsche Beats, alles in allem ist dieses Stück recht dürftig.

„Virus“ rauscht, beziehungsweise hämmert sich dann, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen, einfach so an dem Hörer vorbei. Farb- und glanzlos. Und wie hätte man es anders erwartet, kommt man im folgenden „Die letzte Pussy“ neben wummernden Bässen wieder in den Genuss von Filmzitaten über „Pussies, Arschlöcher, Scheiße“ und Konsorten. Gähn.

Der Beat und nicht zuletzt die Melodie von „Der Albtraum“ können danach doch bei mir punkten. Vor allem gehen die gesampleten Sprachfetzen hier nicht so penetrant auf die Nerven. Ganz nett. Mit „Reden Und Atmen“ folgt dann das Stück, welches Shnarph! in den Tanztempeln schon bekannt und überaus beliebt gemacht haben, war dieses Stück doch bis zu der „Atmen“- EP im Jahr 2004 nicht käuflich zu erwerben. Und hier nickt auch dann wieder der Kopf, denn dies ist ein melodisches Stück, zu welchem man auch schnell Zugang findet.

„Lebensangst“ eignet sich hervorragend dazu, auf der Tanzfläche alles aus heraus zu holen. Dieser treibende Beat ist nämlich hierfür wie geschaffen. Trotzdem wirkt dieses Stück, wie leider Gottes das meiste auf dieser CD Vorgetragenen, dann doch seelenlos. Sorry, aber das ist das, was einem so auffällt.

Auch „Ausgebrannt“ und „Schnelle Kugel“ bringen da keine neue, großartige Offenbarung, außer der, dass die Bässe mehr reinballern und das letztgenannte Stück durch die kratzenden Geräusche stark an der Toleranzgrenze zerrt.

Was ist denn jetzt los? Erstmal passiert fast 20 Sekunden lang außer atmosphärischen Klängen in „Eine Tolle Predigt“ gar nichts. Doch dann eröffnet ein weiterer Sprachsample ein flottes, stampfendes Teil, welches auch wieder diese kratzigen Klänge mit sich bringt. Diese bringen dann beim Hörer Kopfschmerzen mit sich und im übelsten Fall das Weiterzappen des Songs, denn da kommt nicht mehr viel Innovatives.

Vereinzelte Trommelschläge eröffnen „Donnern Im Tal (Das Berghaus 2)“ und machen den Weg frei für dieses eher im Midtempo gestaltete Stück, das sich wieder einen kleinen Schritt in Richtung Trance bewegt. Und leider auch in Richtung Langeweile, denn viel ist es nicht, was einen hier so vom Hocker reißen könnte.

Fazit: Mag sein, dass dieses Teil in der EBM-Szene einschlägt und seine Fans gewinnt und eventuell auf den dunklen Tanzflächen rauf und runter gespielt werden wird. Ob eine derartige Umsetzung mit Samples ála Hitler und so weiter in dieser Art und Weise sein muss, dass sie nur auf Kontroversen setzt, ist mehr als fragwürdig, denn die provokanten Sprachsamples gehen mitunter schon arg auf die Nerven.

Da bleib ich doch viel lieber auch bei meiner aktuell favorisierten Mucke unhd lege die Mucke meiner Vergangenheit oder das, was davon noch übrig geblieben ist, zu den Akten. Ich brauche jetzt erstmal ´ne Ladung Death Metal.

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