Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Shino: Transition

Akustische Liebesbriefe
Wertung: 7/10
Genre: Akustik/Gothic
Spielzeit: 69:18
Release: 22.02.2011
Label: AF Music

In Zeiten wo jede Buchhandlung überquillt vor guten und schlechten Vampirbüchern kommen Shino mit einer CD daher, deren Cover schon eine Fledermaus ziert. Auch die Tracklist offenbart auf den ersten Blick direkt zwei Blutsauger: „Vampires Love“ und „For My Little Vamp“. Und auch der Titel „Transition“ (dt.: Übergang) scheint mit Bedacht gewählt zu sein.

„Transition“ bringt ganze 21 Tracks mit und will komplett akustisch überzeugen. „Transition“ ist Shino und seine Akustikgitarre. Mehr nicht. Was dem Hörer entgegen schlägt ist eine wunderschöne, melancholische Stimme, die ins Herz geht. Klare Aussprache und viel Gefühl bringt Shino gekonnt rüber und das nur durch die Begleitung seines Gitarrenspiels. Lagerfeuerromatik pur.

Shino führt den Hörer in die Dunkelheit der Nacht, ohne dass das Gefühl aufkommt, dass die Angst einen übermannt. Aber leider auch ohne, dass man große Überraschungen erwarten darf. Die Nacht ist immer gleich und schon Vampire wie Louis, Lestat, aber auch schon Carmilla hatten genau daran zu knabbern: die Unendlichkeit ohne große Abwechslung. Genau so kommt auch Shino daher. Seine Stimme weist keinen großen Umfang an, sie ist gefühlvoll und bringt die vollen Emotionen rüber, so hört es hier aber auch auf. Sie bleibt in der gefühlvollen Tiefe stecken.

Bis auf zwei Songs sind die Tracks komplett in englischer Sprache, auch der letzte Song, der einen deutschen Namen trägt („Schlaflied“), ist in englischer Sprache. Bei 21 Tracks, die allesamt schön gesungen sind, aber nicht mit vielen Überraschungen aufwarten, ist es schwierig, Songs herauszunehmen. „Suicide“ ist dennoch ein Song, der durch seine durchweg getragene Melancholie heraus sticht. Der Beginn ist traurig, nahezu depressiv und in der Mitte des Songs nimmt das Gitarrenspiel Fahrt auf und es wird so was wie Hoffnung transportiert. „For My Little Vamp“ erinnert, wie einige Songs, an den Sänger Leonard Cohen und ist eine Liebeserklärung und die Versicherung, dass der Protagonist die Angebetete niemals verlassen wird. Es ist kein kitschiges, schnulziges Liebeslied, sondern durch das Tempo ein Lied zum Nachdenken.

Etwas anders ist der deutsche Song „Ich Weiss Es Nicht“. Hier bedient sich Shino des Sprechgesangs und vertont erneut eine Liebeserklärung. Auch die deutsche Sprache steht Shino gut zu Gesicht und im Refrain wird die Stimme derart ergreifend, dass die Repeat-Taste bei diesem Song direkt gedrückt gehalten wird - auch wenn der Text etwas arg kitschig geraten ist.
 
Auch der zweite deutschsprachige Song „Melancholia“ bedient sich wieder des ergreifenden Sprechgesangs und der Gedanke, was Shino schon alles Schlimmes erlebt haben muss, wie oft er so tief verletzt wurde, dass er solche Gefühle besingt, fasst einen.

Klar, es ist nicht das erste Album Shinos, welches nun veröffentlicht wurde. Er bringt viel Erfahrung mit und das hört man jedem Song an. Das ist wohl auch der Grund, dass direkt so viele Songs auf dem Album ihren Platz eingenommen haben. Glücklicherweise ist das Vampirmotiv nicht so kitschig eingesetzt wie in den schlechten Vampirromanen, so dass sich das Album sehr gut hören lässt, ob man das Motiv nun mag oder nicht. Die Konzentration auf vielleicht die Hälfte an Songs wäre aber dem entgegen gekommen, dass man nicht bei der Hälfte der CD auf Stop drückt und so Songs wie „Ich Weiß Es Nicht“ oder das schöne „Fall Days“ gar nicht mehr zur Kenntnis nimmt.

comments powered by Disqus

Die High- und Lowlights der Redaktion im vergangenen Jahr

Von ausgelassener Stimmung, Perfektion und einer fetten Panne

"Ich mache im Grunde all das, worauf meine Kollegen bei Ctulu keinen Bock haben und was immer schon mal aus mir raus musste."

Überraschungen zum 30-jährigen Geburtstagsrausch

Wer hat Angst vorm Saxophon?

Von Gänsehautmomenten bis hin zum Circle-Pit

Starkes Debüt, welches nach einer baldigen Wiederholung schreit

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“