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Shear: Breaking The Stillness

Power-Metal-Debüt mit herausragender Gesangsarbeit
Wertung: 7/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 48:00
Release: 23.03.2012
Label: Lifeforce Records

Schnell, nur allzu schnell ist eine Schublade aufgezogen, schnell ist dort das Debüt „Breaking The Stillness“ von Shear hineingepackt und schwer, nur allzu schwer ist es dann zugeben zu müssen, dass man doch viel zu voreilig war, dass ein Album einfach mehr verdient als ödes Schubladendenken. Da hilft es dann vielleicht auch erst, einige Fakten zu sammeln und so den Gedanken an die blöde Schubladerei ins Abseits zu kicken.

Shear gründeten sich im Jahre 2008, Fahrt kam erst in den Laden, als sich Sängerin Alexa Leroux dazugesellte, wohl nicht nur optisch der Grund, warum die anderen Mitstreiter immer mehr ihre Prioritäten auf dieses Projekt verlagerten und Bands wie Crystal Blaze, The Nibiruan oder auch Omnium Gatherum mehr und mehr aus dem Fokus der Beteiligten rutschten. 2010 veröffentlichten Shear mit „In Solitude“ auch schon eine Vier-Track-EP, die beiden Songs „In Solitude“ und „Scorched“ sind nun auch auf dem ersten Longplayer gelandet. Hatten sie die EP noch in Eigenregie unters Volk gebracht – erst digital, knapp ein halbes Jahr später auch physisch – so konnten sie mit Lifeforce Records einen Deal abschließen. Das kommt wohl auch nicht ganz von ungefähr, spielten sie doch 2010 beimNew Blood Award auf dem Summer Breeze Open Air – gewonnen haben sie nicht, aber zumindest den Deal eingesackt.

Mit „Breaking The Stillness“ liegt also nun das Debut der FinnInnen vor. Früher nannte man das Ganze einfach Power Metal, heute schreit da gleich eine ganze Front an Szenepolizisten auf und möchte doch dargelegt bekommen, dass auch leichte Prog-Elemente zu finden sind, das Ganze doch auch Melodic-Metal-Inhalte aufweist und die Keyboards doch sicherlich auch so einige Symphonic-Metal-Momente hervorrufen. Geschenkt, denn unterm Strich reden wir noch immer über Power Metal. Und gleich noch der nächste Aufreger: „Female Fronted Metal“ – eigentlich ist es doch kack egal, wer denn nun ins Mikro singt, Hauptsache sie können es, es passt zur Musik und authentisch soll es auch sein.

Und wie sie singt, die gute Alexa, mindestens so gut, wie sie für viele Fans für feuchte Träume sorgen wird. Ihre Stimme hat alle Varianten des Power Metal drauf, immer kraftvoll, rockig, aber wenn nötig auch ein bisschen softer – sie liefert über das ganze Album hinweg eine voll und ganz überzeugende Performance ab. Und auch ihre Mitstreiter sind richtig fit an ihren Instrumenten, doch manchmal reicht das nicht, um durchweg gute Songs auf ein Album zu packen. „In Solitude“ ist solch ein Song, der beileibe nicht schlecht ist, wenn man das für die ersten Sequenzen übermächtige Keyboard einfach mal ausblendet, doch der Song geht auch schnell mal am Ohr vorbei, will sich nicht so richtig einnisten. Vom ganz anderen Kaliber kommt da „Scorched“ daher, der mit einem catchy Refrain zum Ohrwurm mutiert. Keyboards sind ja immer eine (abzulehnende) Sache für sich, doch hier schaffen sie zu Beginn einen Hauch an orientalischer Atmosphäre, dann driften sie Richtung Dimmu Borgir zu „Death Cult Armageddon“-Zeiten und verleihen dem hochklassigen Song einfach die majestätische Macht, auch Power-Metal-Unwillige in den Bann zu ziehen.

Der häufig stark nach vorn treibende Power Metal wird aber auch immer wieder ein wenig aufgelockert. So werden das teilballadeske „Wounded“ und „Stillness“ durch akustische Gitarren eingeleitet, bei „Wounded“ packt Alexa auch mal ihre verletzlich süße Stimme aus, die Keys schaffen zu „Be Here Now“ eine leicht epische Note, bauen aber wieder Mist, wenn sie auf dem schon erwähnten „Wounded“ wie frühe Europe klingen.

Irgendwie ist man ständig zwiegespalten: Shear schreiben eigentlich keine wirklich schlechten Songs, haben dafür und leider aber auch außer „Scorched“ keinen wirklich nennenswerten Ausreißer nach oben. Dafür fällt auch kein Track unter die Sieben-Punkte-Marke. Trotz allem: Kein schlechtes Debüt, was auch vor allem an der Fronterin Alexa liegt, die einen mit ihrer variablen Stimme in den Bann schlagen kann. Wenn sie das auch so live herüberbringen, dann wird die Karriereleiter steil nach oben zeigen. Sieben Punkte und der Daumen nach oben noch dazu.

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