Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Sharon Next: Der Hase EP

Für Fans eine schöne Ergänzung
keine Wertung
Genre: Electropop, New Wave
Spielzeit: 61:32
Release: 22.06.2012
Label: afmusic

Wir drehen die Zeit für ein Momentchen um fast genau zwei Jahre zurück: Ende Juli 2010 erreichte uns mit "Fast Farewell" ein neues Album der Electropop- und New-Wave-Truppe Sharon Next, die der Schreiberin dieser Zeilen bis dato völlig unbekannt war, aber direkt einen Platz in CD-Schränkchen und Herzchen einnahm. Die eigenwillig resignierte und ergreifende Mischung der Band ließ es zu, dass das Album knappe zwei Monte auf Dauerrotation lief - allen voran der wahnsinnig zermürbende Song "Der Hase". Selbiger hat sich zu einem solchen Publikumsmagneten gemausert, dass die Wiener Band dem Stück gleich eine ganze EP widmet - auf "Der Hase EP" sind nicht nur sieben Versionen des genialen Songs vertreten, sondern es wurden auch noch eine Handvoll B-Seiten mit draufgepackt, um keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Nun stellt sich natürlich die Frage, inwiefern so eine Scheibe eigentlich Sinn macht, aber immerhin handelt es sich hier schon allein beim Artwork nicht um einen lauwarmen Wiederaufguss, denn Künstler Reiner Langer hat sich hier exklusiv für Sharon Next ausgetobt und zwar nicht etwa via PC und Photoshop, sondern ganz Old School mit Öl auf Leinwand. Dementsprechend ist schon das Cover etwas Besonderes und macht sich zumindest in der heimischen CD-Sammlung ganz hübsch.

Wie es sich für Remixe gehört, haben sich natürlich auch bei "Der Hase EP" einige Szenegrößen eingefunden, wie zum Beispiel Nico Wieditz von And One, der gleich die erste Hasen-Variante für die Scheibe beisteuern durfte und mit wabernden Synthies direkt den ersten Anspieltipp kreiert hat. Auch Faderhead haben sich an dem schwarzbunten Treiben beteiligt und liefern direkt im Anschluss ihre Version des Songs, in dem Sharon-Next-Sänger Helmut Prixs beschreibt, wie er ausgerechnet sonntags morgens einen toten Hasen auf der Autobahn entdeckt.

Mental Discipline machen dann einen kleinen Fehler, nämlich den, die Synths über den Text zu stellen - schließlich lebt der Song von den Vocals, die zum Glück im Refrain dieses Remixes wieder ein bisschen mehr in den Vordergrund treten können. Insgesamt erinnert der Track ein bisschen an schnellere Blutengel-Songs, ist aber wirklich gut gemacht und auch die Beats überzeugen nach einer kurzen Eingewöhnungsphase.

Wie gesagt, haben sich aber auf der vorliegenden EP nicht nur "Hasen"-Remixe versammelt, sondern auch einige andere Songs, die ebenso beleuchtet werden sollten. Beispielsweise wartet hier auf den Hörer eine sehr EBM-lastige Version von "Holyhead", das ebenfalls auf der letzten Scheibe "Fast Farewell" zu finden ist. Damals misslang der Synthiespagat bei dem Track durch zuviel Schmalz, hier klingt das Teil natürlich um einiges deftiger und man kann sich gut vorstellen, dass in den Industrial-Tempeln dieser Welt dazu getanzt wird.

In krassem Gegensatz dazu steht dann "Weiss/Weiss" in der "Primary Rough Version", das trotz des pumpenden Hintergrundbeats sehr ruhig und tragend daherkommt. Hier erinnert der Gesang eher an Deine Lakaien, ebenso wie die schwebenden Samples. Kein schlechtes Stück, wenn auch fast ein kleines bisschen zu kitschig.

Auch wenn man bei Remixen aus Prinzip immer skeptisch ist, haben Sharon Next doch eine ganze hübsche Sammlung zusammengetragen. Zwei oder drei Varianten hätte man durchaus weglassen und stattdessen vielleicht noch einen neuen Song auf "Der Hase EP" draufpacken können, aber zumindest hat sich die Band hier eines Publikumslieblings angenommen. Für jeden Fan der Band ist die EP auf jeden Fall eine schöne Erweiterung der Sammlung.

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands