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Shark In A Desert: EP

Andere haben den Tiger im Tank, jetzt gibt's den Hai im Mosh!
Wertung: 8/10
Genre: Deathcore, Hardcore
Spielzeit: 24:04
Release: 30.11.2008
Label: Eigenproduktion

Die Metalcore/Deathcore-Szene bringt die wunderlichsten Namen hervor. Da wrestlen Menschen mit Bären, Brandstifter werden zu wahren Frauenmagneten und ein Pferd ist gleichzeitig eine Band – oder man findet Haie in der Wüste, wie in diesem Fall. Dass nicht nur komische Bandnamen, sondern auch allerlei absurde Stilkombinationen gerne gesehen werden, wissen wir seit Bands wie Between The Buried And Me oder den völlig chaotischen The Number Twelve Looks Like You. Shark In A Desert dürfte hierzulande noch kaum ein Mensch kennen, haben sie doch bisher noch kein Album veröffentlicht und finden ihre Fans deshalb hauptsächlich über Plattformen wie Myspace.

Trotzdem war das Quartett aus NRW bisher nicht untätig – diverse Auftritte, wie zum Beispiel beim La Familie Festival oder der Metal Night Xanten, dürfte ihnen einiges an Fans eingebracht haben und das in Eigenregie entstandene Demotape vergrößert ihr Publikum in Zukunft mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit. Obwohl man dem deutschen Vierer die chaotischen Einschläge einiger der oben genannten Bands nicht absprechen kann, schafft es die Band nicht zuletzt durch die völlig kranken Vocals von Sänger Jacek, ein eigenständiges Werk auf die Beine zu stellen.

Schon das Intro lässt erahnen, was auf einen zukommt; bedrohlich walzt es seinen Weg vorwärts, bevor „Grandfather Slamdance“ mit trotz Eigenproduktion ziemlich fettem Sound um die Ecke kommt. Halsschmerzen verursachende Growls und ohrenbetäubende Gitarren tun ihr übriges. Man hätte es kaum für möglich gehalten, aber tatsächlich klingt „Spitting Blood“ noch eine Spur druckvoller als sein Vorgänger. Vor allem der Gitarrensound mit seinem sehr düsteren Flair trägt das Stück, während Jacek mit seinem heiseren Geschrei ein wenig nach dem Hardcore alter Schule klingt.

Beeindruckend, aber noch sind wir nicht am Ende: „Wolverine“ beginnt mit einem sphärischen Intro, bevor Jaceks rau und unproduziert klingende Growls einsetzen; durch den mehrstimmigen Gesang hört man sofort, wo Shark In A Desert ihre Wurzeln haben – die Jungs stehen auf Hardcore, kein Zweifel, und scheuen sich nicht, denselben in ihre Songs einfließen zu lassen. „Next Day“ überrascht dafür umso mehr: Der bisher dynamischste Song lässt nicht nur eine richtige Songstrukur erkennen, er enthält außerdem auch coole Breakdowns und gegen Ende schwedisch angehauchte Gitarrenmelodien - der verzweifelte und heisere Gesang setzt dem Ganzen die Krone auf. Defintiv einer der stärksten Songs der Platte, daran kann auch die Knüpplenummer „Kiss The Wolves“ nichts mehr ändern, die wie ein einziger Moshpart klingt.

Shark In A Desert sollten sich mit der Produktion ihrer ersten Full Length-Platte ranhalten, sonst rennen ihnen die Deathcore-Begeisterten womöglich vorher die Bude ein. Zwar könnten einige kleinere Melodien wie bei „Next Day“ nicht schaden, um das ganze Geknüppel und Gemoshe etwas aufzulockern, talentiert sind die Jungs aber allemal und spielfreudig noch dazu, auch wenn sie das bisher nicht voll ausleben konnten, was sich hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres ändern wird!

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