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Shakra: Back On Track

Starke Leistung der Eidgenossen
Wertung: 8.5/10
Genre: Hard Rock/ Heavy Rock
Spielzeit: 48:33
Release: 25.02.2011
Label: AFM Records

Die Eidgenossen Shakra legen zwei Jahre nach dem superbem „Everest“-Album mit neuem Stoff nach. Auch wenn die Band seit 1998 mit herrlicher Regelmäßigkeit ein Album nach dem anderen ablieferte, konnte man im Jahre 2011 nur bedingt damit rechnen, stieg doch überraschend der lange Wegbestreiter und Frontmann Mark Fox nach fast acht Jahren Bandbeteiligung 2010 plötzlich aus. Der Schock hielt sich offensichtlich in Grenzen, denn nur kurze Zeit später präsentierten Shakra mit John Prakesh einen Nachfolger, die Starre löste sich auf und ergoss sich in einem Akt aus Songideen verwursten, Aufnahmen starten und in die Spur zurückzufinden.

Passend deswegen auch der Albumtitel – „Back On Track“ – wieder zurück auf das Gleis des Heavy Rocks, um einmal mehr mit Songs deutlicher Achtziger-Jahre-Prägung eine neue Ära einzuläuten. Und wie auch in der Vergangenheit bewegt sich die Band nur marginal von der eingeschlagenen Richtung fort und klammert sich an Bewährtem fest. Schnell bleibt so Innovation auf der Strecke, doch Shakra haben etwas dagegen und investieren zwölf Songs, die zwar das Musikgenre nicht gänzlich revolutionieren, aber zeigen, dass die Band es trotzdem schafft, auf dem ausgelatschten Weg ihrer Musikrichtung unzählige Ausrufezeichen zu setzen.

Schon mit dem sehr starken Opener legen Shakra die Messlatte sehr weit nach oben – mit einem Riff, wie es auch Mustasch in ihren Anfangstagen kaum besser hinbekommen hätten, preschen sie gleich munter nach vorn los, münden in einem fetten Heavy-Stampfer und haben im Refrain eine dermaßen catchy Gesangslinie eingebaut, die trotz des Pop-Flair nicht käsig wirkt und auch beinharte Metaller dazu verleiten dürfte, mit den Fingern zu schnippen.

Der Titeltrack „Back On Track“ muss gleich einmal als Beleg herhalten, was Shakra so zu leisten im Stande sind. Ein Old-School-Heavy-Groover ohne jeglichen Egotrip, ausgestattet mit einem Refrain, der sich gleich ohrwurmartig ein Plätzchen auf der Hirnrinde sucht und sich dort hartnäckig einnistet – eigentlich nichts Neues, was sie da so bringen, aber so authentisch und locker aus der Hüfte geschossen, wie es zig Bands wohl kaum einmal imitieren, geschweige denn selber schreiben könnten, verbleiben die hier verarbeiteten Ideen noch lange nach Ende der CD im Oberstübchen. Eingängig, nicht zu soft, geil bratende Gitarren, und vor allem mit einem der zahlreichen genialen Soli durch Thom Blunier versehen – ganz klar bundesligareif.

Mit „Brand New Day“ und „Stonger Than Ever“ haben sie noch zwei weitere Songs gleicher Machart im Petto, doch Shakra bedienen auch die Herz-Schmerz-Fraktion. „When I See You“ startet locker-fluffig mit gezupfter Gitarre, und besonders bei den balladesken Stücken kommt der etwas angeraute Gesang von Neufrontmann John sehr gut zur Geltung. Pate für diesen Song standen allerdings eindeutig Bon Jovi zu ihrer „Blaze Of Glory“-Phase – hier kann sicher der smarte Bursche im nächsten Camp seine Wandergitarre trimmen, um den feschen Hasen mit dieser höchst sensiblen Ballade in den kuscheligen Wigwam zu bewegen.

Shakra habe es raus – groovende Hard Rock Tracks wie „MMTWGR“ wechseln sich mit ruhigeren Passagen ab („Lonesomeness“), aber niemals verlieren sie ihre Linie oder werden zu Clonen vergleichbarer Bands.

Fazit: Auch im Jahre 2011 und mit oder gerade wegen des neuen Sängers John schaffen es Shakra locker, im großen Wust des Heavy Rock zwar nicht einen Meilenstein, aber doch ein starkes Referenzwerk abzuliefern, an dem sich die Zeit genüsslich die Beißerchen ruinieren kann, denn mit dieser Leistung werden die Eidgenossen auch in Zukunft auf sich aufmerksam machen können. Willkommen zurück in der Spur – verdient habt ihr hiermit wie beim Vorgänger auch 8,5 Punkte.

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