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Shaking Godspeed: Awe & Hoera

Psychedelic Rock in all seiner lebendigen Herrlichkeit
Wertung: 9/10
Genre: Psychedelic Rock
Spielzeit: 34:56 + 42:50
Release: 14.03.2013
Label: Drakkar / Sony

„Wenn du genauso cool sein möchtest wie deine Helden, dann sei nicht wie sie“ - mit dieser Maxime hat Wout Kemkens, seines Zeichens Sänger und Gitarrist von Shaking Godspeed vor nicht allzu langer Zeit das Abenteuer Musik-Business in Angriff genommen. Und wie schon das 2011 herausgegebene Debüt "Awe" deutlich sicherstellte, fährt die niederländische Psychedelic-Rock-Kapelle mit diesem Motto mehr als gut. Zwei Jahre später erscheint mit "Hoera" nun ein nahezu ebenbürtiger Nachfolger, der insgesamt jedoch eine Spur kompakter, ausgefallener ist als sein eindrucksvoll-verspielter Vorgänger. Die Classic-Rock-Elemente wurden deutlicher ins Fundament der elf neuen Kompositionen eingefügt und insgesamt kommt die Truppe ein ganzes Stück schneller auf den Punkt. Dies ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass Shaking Godspeed in den vergangenen Jahren mehr als 150 Shows abgerissen haben, ist aber definitiv auch dem Umstand geschuldet, dass sich die Holländer keinesfalls wiederholen möchten - und auch wenn "Hoera" die konsequente Weiterentwicklung von "Awe" ist, so ist auch dies problemlos gelungen.

Album Numero zwo ist jedoch auch dasjenige, welches noch tiefer in den 70ern und trotz der nicht mehr derart intensiven, wilden Psychedelic-Freakshow noch mächtiger bei den hauseigenen Idolen gräbt. Man muss nicht lange schnüffeln, um die Spürnase gen Acts wie The Doors und Deep Purple zu richten, während die britischen Einflüsse von den Beatles bis hin zu Truppen wie Supergrass und Kula Shaker ein absolutes Eigenleben annehmen und sich hingabevoll auf die neuen Kompositionen verteilen. Was identisch geblieben ist, ist die Coolness solcher Nummern wie "French Girls" und "Without", die so markant durch den Körper zittern, dass absolut nichts mehr stillstehen kann, hat man einmal ihren unwiderstehlichen Groove verinnerlicht. An anderer Stelle versuchen es Shaking Godspeed dann auch mal völlig ausgelassen und mischen die Elemente in den psychedelischen Wahnsinn, so etwa im genialen Rausschmeißer "Scratch Your Namer In Our Skin" oder im herrlichen Opener "I Wonder", die mit ihrem abgedrehten Vive noch einmal aus der ansonsten etwas besser kontrollierten Tracklist herausragen. "Jesus" und "Promise" wiederum erinnern bisweilen an Bands wie Electric Wizard, dividiert man deren Stoner-Anteil einmal heraus. Und als wäre die Kreativität noch nicht an ihre Grenzen gestoßen, grüßen Hawkwind und ihre zahlreichen Epigonen in Songs wie "Season's Over" und "The Ghouls Have Come" erhobenen Hauptes, weil ihre Inspiration den Anstoß zu zwei weiteren Highlights auf "Hoera" gegeben hat.

Interessant für Fans der Materie: Die neue Scheibe wird sogleich im Doppelpack mit dem Debüt geliefert und bringt schließlich in knapp 80 Minuten die absolute Vollbedienung in Sachen wabernde Gitarren, ausgelassene Rhythmen und ursprünglichem 70's-Rock. Insgesamt ist "Awe" sogar noch hochwertiger als sein frisch eingespielter Nachfolger, wenngleich Letztgenannter auch zu den absoluten Höhepunkten im noch jungen Jahr zu feiern ist. Doch interne Vergleiche sind jetzt auch nicht mehr angebracht, denn elementarer ist die Tatsache, dass mit Shaking Godspeed eine absolut geniale Band in die Szene drängt, die sich schon mit diesem Release unsterblich machen kann. Alles andere wäre jedenfalls ein absoluter Frevel an der Klasse der insgesamt 21 Songs, die auf diesem Kombi-Package verewigt wurden.

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