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Shadowbane: Dystopia EP

Neue metallische Grüße aus Hamburg
Wertung: 8.5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 25:46
Release: 06.11.2010
Label: Eigenproduktion

Wenn man die fünf Hamburger Jungs von Shadowbane fragen würde, in welches Genre man sie stecken kann, würde die Antwort wohl einstimmig „Post Apocalyptic Power Metal“ lauten. Doch was genau verbirgt sich dahinter? In der Tat passt die Bezeichnung absolut in das Gesamtbild. Schaut man sich zuerst das Cover ihrer ersten EP an, blickt man auf eine Warnung, „Nuclear Biohazard“, auch der Bandname (zu deutsch: „Schattenfluch“) unterstreicht die düstere Musik und die Themen der Songs.

Ziel von Shadowbane ist es jedenfalls nicht, etwas vollkommen Neues zu kreieren; sie spielen nach alter US-Power-Metal-Manier und das hört man auch.

Die Band behandelt die Thematik einer postapokalyptischen Welt, in der es nur noch wenige Überlebende gibt. Das Ganze ist stark an die Achtziger Jahre-typischen Apokalypse- und Fallout-Ängste der Bevölkerung in den USA angelehnt, sowie an etliche Filme aus dieser Zeit. Musikalisch geht „Dystopia“ in Richtung Jag Panzer gemischt mit Vicious Rumors, stimmlich kommt dann noch ein wenig Pegazus dazu und man kann sich den Sound von Shadowbane in etwa vorstellen.

Das erste Lied „Dystopia“, nach welchem auch die EP benannt wurde, macht dem Hörer sofort klar, worum es geht: Sänger Stefan Harder singt mit voller Kraft über ein post-apokalyptisches Dystopia, begleitet wird er dabei durch Moritz Schlie, der ihn nicht nur am Bass, sondern auch noch durch Background-Vocals unterstützt. Falk an der Gitarre tut es ihm gleich. Begleitet werden sie dabei von Lukas Grow an der Gitarre, während Drummer René Henke den Takt vorgibt.

Der Song selbst ist ein sehr eingängiges und klar strukturiertes Stück, das Intro wird stark von den beiden Gitarren dominiert. Nach über einer Minute Melodie beginnt der Gesang, Stefans Stimme kann locker mithalten und versetzt den Hörer direkt in das Geschehen. Der Refrain ist definitiv ohrwurmtauglich und verfolgt einen noch Tage später. „Dystopia“ ist auf jeden Fall ein sehr gut gewählter Opener und eine passende Einleitung in die EP. 

Als nächster Track folgt dann „Last Division“, mit dem Opener „Dystopia“ einer der Höhepunkte ihrer ersten EP. Die grandiosen schnellen Riffs wecken den Drang, auf einem Konzert die Nackenmuskulatur zu malträtieren. Der Song handelt von der Zeit nach einem Fallout, in der die Überlebenden ihren Lebenswillen nicht aufgeben sollen, sondern stark bleiben müssen. Sänger Stefan übermittelt diese Message mit unglaublicher Power und überzeugt in ganzer Linie – so viel Professionalität bei einer so frischen Band hört man selten.

Das letzte Lied der Studioaufnahmen heißt „Source Of Grief“. Das schnelle Tempo wird, wie bei den Songs zuvor, gehalten und auch diese Nummer ergänzt der Gesang perfekt. Es wirkt alles etwas hektisch, jedoch untermauert diese Schnelligkeit die Wut über die Welt und über ihre Herrscher, die Menschen als Werkzeuge missbrauchen, um ihre Macht auszuweiten -  und darüber, dass sich seit hunderten von Jahren nichts geändert hat.

Der vierte Song auf der EP ist ein Bonustrack und trägt den Namen „Cross The Line“. Die Bridge „And through the ashes of your life, our darkest angel will arise“ kommt unglaublich gut an, eine wirklich gelungene Überleitung von den Strophen zum Refrain. Wirkt es eigentlich seltsam, wenn man an dieser Stelle nochmal den Gesang lobt? Aber was sein muss, muss einfach sein. Nach einem wirklich schönen Gitarrensolo und einem weiteren ohrwurmfähigen Refrain endet der Song mit einem kräftigen „Damage is done“.

Zu guter Letzt folgt der zweite Bonustrack „Abandoned Land“, welcher gleichzeitig der letzte Song der EP ist. Die Strophen befinden sich in einem schönen Reimschema. Außerdem erinnern die Instrumente zu Beginn des Songs leicht an den Opener der EP „Dystopia“, was den Kreislauf der EP somit wieder schließt.

Abschließend kann man zu Recht sagen, dass Shadowbane eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass man nicht das ganze Genre umschreiben muss, um ordentliche Musik zu machen. Man muss nur etwas Gutes nehmen und ihm seine eigene Note verpassen.

Die EP entführt den Hörer in eine andere Welt, vielleicht auch in unsere der nahen oder fernen Zukunft. Sollte Orwells dystopischer Roman „1984“ nochmal neu verfilmt werden, hätte man jedenfalls einen geeigneten Soundtrack gefunden. Nach vielen Gitarrensoli, eingängigen Melodien, Ohrwürmern und schnellen Takten, erwacht man wieder in der Gegenwart.

Shadowbane sind ein sehr gutes Beispiel dafür, dass Power Metal aus Hamburg noch lange nicht am Ende ist, nachdem Helloween und Gamma Ray immerhin nun bald eher zu Urgesteinen gehören und es in der Szene langsam etwas ruhiger wurde. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist getan, Power Metal made in Germany hat immer noch eine Menge zu bieten.

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