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Shadow Domain: Digital Divide

Kein großer Debüt-Wurf
Wertung: 5,5/10
Genre: Industrial Metal
Spielzeit: 51:39
Release: 21.12.2018
Label: Bleeding Nose

Man könnte meinen, mittlerweile sei die Ära des Industrial Metal Vergangenheit, Bands wie Static-X sind aus offensichtlichen Gründen schon eine ganze Weile nicht mehr in den Medien (R.I.P. Wayne), auch von den immer industriell verschraubten Fear Factory hat man länger nichts mehr gehört – die Herrschaften von Shadow Domain begeben sich mit ihrem Debütalbum „Digital Divide“ also nicht unbedingt auf musikalisch besonders gut besuchtes Terrain. Allein der Bandname schreckt schon irgendwie ab, dabei haben sich hier ex-Darkest Hour- und ex-Static-X-Mitglieder zusammen mit Sänger Benjamin zusammengefunden, der über eine überraschend angenehme und variable Stimme verfügt. Vielleicht doch nicht alles so schlecht, hören wir doch mal rein:

Der Opener fungiert gleichzeitig als Titeltrack, liefert zumindest ein Intro, das Spannung aufbaut, wobei im Vergleich der Gesang dann etwas zahnlos daherkommt. Klar, es wird ordentlich geschrien, aber schon die weniger aggressiven Strophen lassen da die Beine eher einschlafen als dass sie zum Tanzen motivieren. Schon „Magnitizdad“ gibt ein bisschen mehr Gas, klingt dabei aber sehr nach Static-X, was sicherlich auch am Drumming von Nick Oshiro liegen mag. Schade nur, dass zum Refrain hin die gesamte Band auf die Bremsen steigt, da hätte man sich eher einen ordentlichen Ausraster gewünscht.

Nachdem jetzt so oft der Name Static-X gefallen ist, dürfen auch Fear Factory noch mal ins Spiel kommen: „Turbogenerator“ liefert erstaunlich guten Klargesang, der entfernt an Burton C. Bell in neueren Songs erinnert, aber dem Refrain tatsächlich so was wie ein leichtes Gänsehautfeeling bescheren kann. Das hätte man jetzt von dem bislang eher stumpfen Sound der Truppe nicht erwartet und so sammelt der Track gleich mal ein paar Pünktchen für das Endergebnis ein.

Ausgerechnet „Omega Point“, das mit einer recht chaotischen Struktur gesegnet ist, entpuppt sich dann als ziemlich spannender Track mit einigen – endlich – ordentlichen Ausrastern von Seiten des Fronters, auch Klargesang ist hier wieder vorhanden; tanzen lässt sich auf dieses manische Tempo dafür leider nur schwerlich, dafür dürften hier sogar Circle Pits und Pogo nicht ausgeschlossen sein.

„Shadow Domain“ ist dann wieder ein eher solider Track, zeigt aber auch erneut die stimmliche Wandelbarkeit des Sängers, der mit fiesem Gekeife Boden gut machen kann. Das finale „Who Watched The Watchers“ kann dann tatsächlich auf ganzer Linie überzeugen: Hierbei handelt es sich zwar um einen insgesamt ruhigeren, aber sehr eindringlichen Song, der vornehmlich mit Klargesang daherkommt und im drängenden Refrain auch noch mal punkten kann.

„Digital Divide“ kann einige Befürchtungen zwar zerstreuen, für eine langfristige Liason reicht es dann aber doch nicht. Ein paar überzeugende Songs finden sich auf der Tracklist, der Großteil der Platte pendelt sich aber bei „solide“ bis „schwach“ ein, was vor allem darin liegt, dass sich hier vieles sehr ähnlich anhört. Das hat dann auch nichts mit „Wiedererkennungswert“ zu tun, sondern klingt eher nach Monotonie und Einfallslosigkeit. Dennoch: Songs wie „Omega Point“ können dann doch noch überraschen. Öfter durchlaufen wird die Platte deswegen aber trotzdem nicht.

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