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Severe Torture: Fall of the Despised

Für alle non-easy-listening Freaks
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 40:24
Release: 04.11.2005
Label: Earache

Da wächst doch etwas heran im Nachbarstadle. Gen Niederlande gibt es nicht nur Tulpen, Käse und vielerlei legale Pflänzchen, sondern auch die ein oder andere hochkarätige Musikkapelle. Bei der Aufzählung aller potentiellen Namen darf man Severe Torture definitiv nicht vergessen.

Die seit 1997 aktive Kapelle legt mit „Fall Of The Despised“ ihr mittlerweile drittes vollständiges Album vor. Vorbei sind die Zeiten, in denen man die Band als bloße Kopie von Cannibal Corpse abtun kann. Sicherlich wird noch immer brutaler Death Metal amerikanischer Spielart dargeboten, doch das weltweite Touren (unter anderem mit besagten Cannibal Corpse) hat sich definitiv ausgezahlt.

So variabel in punkto Songwriting habe ich Severe Torture jedenfalls nicht in Erinnerung. Mag es nun an der gesammelten Liveerfahrung oder am Neuzugang an der Gitarre liegen. Fakt ist, dass es hier auf den 9 Songs inkl. Outro-Rauswerfer ein Schlachtfest oberster Güte zu bestaunen gibt.

Den größten Stellenwert nehmen natürlich wie schon früher die massenhaften Blastbeatparts ein. Was Drummer Seth hier an Arbeit leistet, ist unglaublich. Wo in früheren Tagen das ein oder andere Mal Langeweile aufkam, wird auf dem neuen Silberling mehr Wert auf Abwechslung, besonders beim Schlagzeug, gelegt.

Dass da die Gitarren in nichts nachstehen, versteht sich dann eigentlich schon von selbst. Einzig an den Vocals hat sich nichts verändert. Warum auch? Das abgrundtiefe Rülpsen passt ohne Ecken und Kanten in den Gesamtsound.

So zeigt gleich das Einstiegspaar „Endless Strain Of Cadavers“ und „Sawn Off”, was es mit der neuen Abwechslung auf sich hat. Heftige Blastattacken wechseln sich mit schon melodisch zu nennenden Passagen ab. Aber eingefleischte Fans brauchen keine Schweißausbrüche zu bekommen. Die Melodien sind nur hier und da eingestreut und drücken dem Song nie einen prägenden Stempel auf.

Über zwei weitere Abrissbirnen schlägt dann schon „Impulsive Mutilation“ als schöne rollende Dampfwalze zu Buche. Nicht minder energiegeladen als die Blastbeatsongs, aber durch das gezügelte Tempo richtig wuchtig. Wer jetzt denkt, dass der Song die einzige „Verschnaufpause“ bleibt, der hat die Rechnung ohne den Wirt (den Schlächter) gemacht, denn „Enshrined in Madness“ verlässt auch noch mal die Highspeedgefilde und rollt bedrohlich bis ins Kleinhirn.

Hinter dem eigentlichen Titeltrack verbirgt sich dann das kurze Outro. Nicht berauchend und auch nicht der Rede wert. So zelebrieren Severe Torture gekonnt die absolute Zerstörungskraft des Hochgeschwindigkeits-Death Metal. Ok, im konkreten Vergleich zu Genregrößen wie den Kannibalen, Sinister oder auch den wieder auferstandenen Suffocation ziehen Severe Torture noch immer den kürzeren.

Es fehlen dann hier und da die alles überzeugenden Hooks und das letzte Bisschen Abwechslung im Songwriting. Doch ich denke, dass die Band ihre richtig großen Alben noch vor sich hat. Jedenfalls dann, wenn sie die Qualitätssteigerungen so wie im Fall von „Fall Of The Despised“ beibehalten.

Alle non-easy-listening Freaks sind zum Zugreifen, mindestens aber zum Reinhören aufgefordert. Und verpasst das diesjährige Party San Open Air nicht. Denn dort sind Severe Torture livehaftig zu bewundern.

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