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Seventh Angel: The Dust Of Years

Seventh Angel erstehen aus dem Staub der Jahre wieder auf
Wertung: 7.5/10
Genre: Christian Metal, Doom Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 59: 13
Release: 23.06.2009
Label: Bombworks Records

Es gehört schon einiges dazu, nach fünfzehn Jahren einfach wieder mit einem neuen Album im Gepäck aus der Versenkung zu erscheinen. Wie wir alle wissen, sind 15 Jahre speziell im schnellebigen Musikbusiness des neuen Jahrtausends eine halbe Ewigkeit. Seventh Angel haben diesen Schritt gewagt und machen ihre Sache gar nicht mal schlecht. Die neue Platte klingt, als könnte sie nahtlos an das 1992er Werk „Lament for the Weary“ anknüpfen: Old School-Riffs paaren sich hier mit den typischen, rau wirkenden Vocals der Neunziger, als Death und Thrash Metal gerade einer Erfindung namens Black Metal weichen mussten. Durch die erdige Produktion entsteht ein gewisser Demo-Charakter, als würde die Band nochmal an ihre Glanzzeit erinnern wollen, in der sie immerhin drei Demos, aber nur zwei Full Length-Alben herausbrachten.

Dass alle Bandmitglieder gleichzeitig noch in diversen anderen Gruppierungen tätig sind, merkt man der Platte glücklicherweise nicht an, denn Sänger Ian Arkley spielt derzeit in fünf (!) Bands zusätzlich zu Seventh Angel, wie zum Beispiel in der Gothic/Doom-Band My Silent Wake und den progressiven Doomern Century Sleep. Nichts wirkt überstürzt, nichts wirkt zusammengeschustert, man kann fast hören, dass es den Briten wichtig war, ihren langjährigen Fans endlich eine neue Scheibe präsentieren zu können. Dabei geht das Quartett etwas experiementeller zu Werke als gewöhnlicher, weicht jedoch nie zu weit von den ehrwürdigen Pfaden des Thrash ab.

Trotzdem schaffen Seventh Angel es, das besagte Genre ein wenig weiter zu führen; die Doom-Elemente in ihren Stücken sind nicht zu überhören, sei es das oftmals zurückgeschraubte Tempo und die tiefer gestimmten Gitarren. Erst diese Komponenten geben den Songs die richtige Dynamik, allen voran der Aufhänger der Platte, „Chaos Of Dreams“, das sofort mit knackigen Vocals startet; Arkley und Gitarrist Simon Bibby teilen sich die Gesangsparts und machen den Song dadurch noch doomiger. Ziemlich old school, aber mit atmosphärischen Riffs, die den Song frischer erscheinen lassen.

Überhaupt wird die alte Schule hier groß geschrieben: Das thrashige „Exordium“ ist nur einer von vielen Songs, denen man das Durchschnittsalter der Band auf eine positive Art und Weise anhört. Eines der interessantesten Stücke der Platte ist ohne Zweifel „Abélard And Héloise“, das zu Anfang etwas nach einem Kirchenchor klingt, bevor doomige Growls einsetzen. Melancholische Gitarrenriffs und der Einsatz von Keyboards geben dem Stück einen traurigen, fast schon depressiven Charakter, zu dem die beiden Sänger mit hervorragenden Leistungen ihren Teil beitragen.

Beim eher vorhersehbaren „In Ruins“ machen die Vocals einen Großteil der zigmal gehörten Riffs wieder wett: Dämonische Growls, die schon eher in Richtung Death tendieren, lassen den Hörer aufmerken, bevor der Song wieder in die Mittelmäßigkeit abgleitet. Schade, aber es kann nicht jedes Stück ein Höhepunkt sein. Dafür startet „Lamentations“ wunderbar atmosphärisch, bevor der raue Thrash-Gesang wieder über einen hereinbricht, auch die Gitarren verbreiten wieder diese leichte Melancholie, die man normalerweise bei Thrash oder Death Metal-Bands eher mit der Lupe suchen muss. „The Raven Sky“ verursacht durch den doomigen Einschlag und den klaren, flehenden Gesang im Refrain eine Gänsehaut und bildet zweifelsohne einen der Höhepunkte der CD.

Das kryptische „Oswiecim“ bildet mit seinem lediglich gesprochenen Text einen ruhigen Abschluss zu einer Platte, die zu Recht sehnsüchtig erwartet wurde. Seventh Angel schaffen es auch nach mehr als einer Dekade Abstinzenz, die richtigen Doom-, Death- und Thrash-Elemente miteinander zu verknüpfen, um daraus einen interessanten und oftmals erstaunlich melancholischen Cocktail zu kreiern.

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