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Seven Witches: Call Upon The Wicked

Nicht schlecht, aber auch nicht der Bringer
Wertung: 6.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 43:44
Release: 03.06.2011
Label: Massacre Records

Neuer Schwung bei Seven Witches, oder doch eher ein lauer Aufguss vergangener Tage? Hans Dampf in allen Gassen und „wieder da“ James Rivera scheint in der letzten Zeit schon ein wenig omnipräsent zu sein, kam er doch Ende letzten Jahres mit einem neuen Helstar-Album daher, tourte mit seiner Sabbath Judas Sabbath-Coverband quer durch Europa, und auch beim letzten Keep It True 2011 lieh er den Agent Steel-Jungs für „Masters Of Metal“ sein Organ. Als weiterer prominenter Zugang ist da noch Mike LePond, so ganz nebenbei auch Bassist bei Symphony X, zu verzeichnen – so rechnen sich dann irgendwann freudschaftliche Bande, spielen doch beide auch bei den auf Halde liegenden Distant Thunder.

Jetzt aber fix zurück zu Seven Witches, denn die legen mit „Call Upon The Wicked“ ihr nunmehr achtes Studioalbum vor, und dafür brauchte dann Mastermind Jack Frost geschlagene vier Jahre – eine lange Zeit im heutigen Musikhaifischbusiness. Aber sind Seven Witches auch verrückt genug, um Zähne zu zeigen? Oder besser? Haben sie es einfach noch drauf?

Richtig Biss beweisen sie auch gleich mit dem Opener „Fields Of Fire“. James screamt sich mal gleich am Anfang die Seele aus dem Leib, die Gitarren braten, die Doublebass setzt kurz ein, bevor dann wieder gerade die Vocals das Zepter übernehmen. „Mind Games“ kommt ebenfalls als straighter Up-Tempo-Track daher, und gerade beim Gitarrensolo hoppeln sie gleich noch ein wenig geschwinder durch die Partitur. Wenn man einen Anspieltipp sucht, dann hätte man ihn spätestens hier gefunden.

Doch es ist nicht alles US, was da an Metal drauf steht. Mit dem Titeltrack „Call Upon The Wicked“ geraten Seven Witches eher auf dem Judas Priest-Trip, und auch James' Stimme ist ja der vom guten Rob nicht unähnlich. Auch „Harlet Of Troy“ hört sich so stark nach Judas Priest an, dass einem schon schwindelig werden kann.

Heiligs Blechle – hat denn Luzifer nicht genug Einfluss, und warum kann „End Of Days“ nicht die versprochene Endzeitstimmung heraufbeschwören? Teilweise balladesk angelegt sind die knapp neun Minuten kein Pappenstiel, und die letzten knapp 120 Sekunden hören sich stark nach The Devil's Blood an, dass man sich verwundert die Augen reiben muss. Also doch, der Teufel liegt im Detail – hinweg du Frauengesäusel, verlasse die Noten des „End Of Days“.

Mit „White Room“ haben Seven Witches noch dem The Cream-Klassiker einen stählernen Anzug verpasst – lediglich für Historiker interessant.

Der Digipak sind dann noch drei Bonus-Tracks beigebrannt. Hier darf man bei den Live-Stücken nicht den Topsound erwarten, und schade auch, dass „Metal Tyrant“ so unsanft geschnitten wurde – dafür entschädigt dann gleich bei pappigem Schlagzeug der „Victim Of Changes“-Ausflug in „Jacob“.

Eigentlich nicht schlecht, was da Seven Witches mit „Call Upon The Wicked“ abliefern, wären da nicht die gefühlten dreißig Dutzend anderer Bands einen Tacken origineller, eine Spur besser. James Rivera sollte aufpassen, dass er nicht den Stempel als „ewig in der B-Mannschaft“-Spielender abbekommt, und Jack Frost muss sich fragen lassen, warum nach zwölf Jahren Seven Witches und vier Jahren Vorbereitung für das Album nicht mehr passiert. Immer wieder nicht schlecht, aber es reißt auch kaum vom Hocker – kommt man mit Durchschnitt weiter? Nur für Fans von Rivera und Seven Witches.

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