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Serrabulho: Porntugal [Portuguese Vagitarian Gastronomy]

Genre übergreifend chaotisch
Wertung: 7/10
Genre: Grindcore
Spielzeit: 36:50
Release: 15.12.2018
Label: Rotten Roll Rex

Den Montagmorgen gleich mit Grindcore zu starten, ist vielleicht nicht jedermann Sache, richtig spannend wird es aber erst, wenn es sich um Grind-Parodien handelt – vorliegend die Herren von Serrabulho mit ihrem aktuellen Streich „Porntugal [Portuguese Vagitarian Gastronomy]“. Die Band, die tatsächlich aus Portugal stammt, marodiert bereits seit 2011 durch die Straßen, 2013 wurde das Debüt „Ass Troubles“ mit einem grandios plastischen Cover veröffentlicht, 2015 folgte der Zweitling „Star Whores“. „Porntugal“ markiert nun also das berühmte dritte Album, und ganz ehrlich: Für Parodie-Grind nehmen sich die knapp 37 Minuten Spielzeit gar nicht so schlecht aus.

Einen halbwegs vernünftigen Ansatz bei einer Grindcore-Platte zu suchen, ist schon mal ein zielloses Unterfangen: Die Portugiesen vermischen alles, was das Genre hergibt, inklusive Pig Squeals, Growls, Eselschrei-Samples und sonstigen Einspielern, die irgendwie ins Bild passen könnten (oder auch nicht). Mit Paulo Ventura und Carlos Guerra stehen gleich zwei Herrschaften parat, um stimmlich abwechslungsreiche Kost zu bieten, was natürlich nur innerhalb der eng gesteckten Genre-Grenzen funktionieren kann. Gestartet wird also mit dem schwungvollen „She Drinks Milk“, wozu einem als Grindcorefan schon allerlei bizarre Bilder durch den Kopf spuken – tatsächlich startet der Track aber mit geisterhaft flirrenden Samples, Sirenen und rhythmischer Percussion, bevor der Elektrobeat sich einstellt. Der Hörer fühlt sich solange in Sicherheit bis das fiese Gekeife los geht, untermalt von ordentlichem Drumming – technisch kann man da eigentlich schon mal nicht meckern, ob man das Genre jetzt mag oder nicht.

Obwohl die meisten Songs in Portugiesisch gehalten sind, können Titel wie „Fecal Torpedo“ doch anzeigen, in welche Richtung die Band niveautechnisch tendiert. Herausgekommen ist auch hier wieder ein typischer Grindsong mit viel Gegrunze und Fäkalhumor. „BBC Wild Life“ mag zu Beginn dann sehr kindisch wirken, verwandelt sich aber schnell in einen rasanten Metaltornado, der alles mit sich fegt – ein super Song, der zum Pogen und Headbangen einlädt.

„Gelado de Caganetas“ mit seinen Dudelsäcken beweist dann ein mal mehr, dass die Portugiesen sich nicht zu schade sind, sich auch in anderen Musikstilen zu bedienen und alles zu einer chaotisch-dynamischen Masse zu vermengen, das Instrument darf dann auch in „Dingleberry Ice Cream“ noch weiterspielen; der Track kann dann noch mal Punkte einsammeln und klingt ein bisschen wie eine Grind-Version von The Offspring. Was die Jungs dann mit gehäuteten Tomaten („Tomate Pelado“) am Hut haben, erschließt sich mir nicht so ganz, ist vielleicht aber auch ganz gut so, obwohl der Track mit ordentlicher todesmetallischer Kante beginnt, dann zu Kopfgesang der Achtziger wechselt und sich schnellstens wieder auf Grindcorepfade begibt – alles innerhalb weniger Sekunden.

Serrabulho sind sicherlich eine Grindcoreband, die technisch auf etwas höherem Niveau agiert als viele Genrekollegen. Der Exotenstatus ist dem Quartett mal sicher, sei es wegen der Herkunft oder auch wegen der ausgeklügelten, farbenfrohen Cover und der Parodien. Da mag man zwar unwillkürlich an die Kollegen von Cliteater denken, der Vergleich hinkt aber schon aufgrund des niedrigeren Humorniveaus der Portugiesen. Überraschenderweise finden sich auf „Porntugal“ aber doch eine Handvoll überzeugende Songs, auch insgesamt gibt sich das Album nicht ganz so sehr der Lächerlichkeit preis wie befürchtet. Eine solide Grindcoreleistung mit einigen witzigen Spitzen.

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