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Serpent Sin: Swamp Of Human Chasms

Technik mit viel Gespür für das richtige Maß
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 24:58
Release: 06.01.2012
Label: Eigenproduktion

Eine kurze, aber recht steile Karriere hat die Band Serpent Sin hinter sich. Die Progressive-Metal-Truppe existiert erst seit 2009 und konnte schon jede Menge  Erfahrung sammeln. 2010 gewann die Combo den deutschen Rock und Pop Preis in der Kategorie beste Hard'n'Heavy-Band sowie als beste Progressive-Band.

Nun hat die Combo in Eigenregie die erste EP veröffentlicht. Auf der Scheibe befinden sich vier Lieder, die aber fast eine halbe Stunde ausfüllen. Diese Zeit wird mit anspruchsvoller Musik für anspruchsvolle Hörer gefüllt. Anspruchslosere Lieder oder gar Pausenfüller gibt es auf der Platte nicht. Alles, was auf die Scheibe gebannt wurde, hat Hand und Fuß. Die Arrangements sind komplex, die Gitarrenarbeit ist sehr filigran und die Songstrukturen sind sehr vielseitig. Alleine wenn man den Opener „Night In Kabul“ einmal entpflückt, dann entdeckt man unter der oberen Hülle eine wahre Flut aus verschiedenen Bausteinen, die mal mehr, mal weniger ineinander verwoben sind. So gibt es neben zwei balladesken Einlagen ein Solo auf der Gitarre und eines auf den Keys.

Das Keyboard ist ja immer so eine Sache. Zu laut, zu leise, zu dominant – selten passt der Sound der elektronischen Tasteninstrumente wirklich. Serpent Sin lösen diese Problematik primitiv wie genial. Von vorneherein sind die Songs so arrangiert, dass sich Saiten- und Tasteninstrument nicht in die Quere kommen. Entweder taucht eine Fraktion in den Hintergrund ab oder Gitarren und Keyboard spielen miteinander, manchmal sogar zweistimmig. Wenn erst gar kein Konflikt aufkommt, dann muss man auch keinen beheben.

Im ersten Moment kann sich der eine oder andere mit der Stimme von Frontmann Martin etwas schwer tun. Gerade bei „Night In Kabul“ hat man manchmal das Gefühl, die Frontröhre wäre im Moment der Aufnahme etwas unsicher gewesen. Komischerweise sieht das ab „Temptation“ ganz anders aus. Ab dem zweiten Lied agiert der Fronter mit selbstbewusster Hymnen-Rock-Stimme und viel Volumen. Auch in den langgezogenen Refrainpassagen bei „Animal“ kann der Fronter punkten.

Auffällig ist das hohe technische Niveau der Band. Mit erstaunlicher Präzision entzwingen Serpent Sin ihren Instrumenten selbst verzwickteste Töne. Die Rhythmusgruppe macht da keine Ausnahme. Basser und Schlagzeuger nehmen sich bei den frickeligen Parts in keinster Weise aus und zeigen nicht nur einmal, dass sie auch anspruchsvoll Musik machen können.

Wer auf progressive Musik steht, der kommt an Serpent Sin eigentlich nur schwer vorbei. Klar gibt es auch andere gute Bands aus der Sparte, aber die Band versteht es ähnlich wie Blind Guardian nicht nur technische, sondern auch eingängige Musik zu machne, die man auch im Kopf behalten kann. Außerdem haben alle Songs trotz aller Technik eine klare Linie, der auch der nicht so geübte Hörer folgen kann.   

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