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Serenity: Death & Legacy

Eine Geschichte zu See in die Vergangenheit
Wertung: 9.5/10
Genre: Symphonic Metal
Spielzeit: 67:21
Release: 25.02.2011
Label: Napalm Records

2001 war die Geburtsstunde von Serenity, es dauerte bis 2004, dass sie ihren Durchbruch verzeichnen konnten. Ihre Musik ist dem Genre Symphonic Metal unterzuordnen, zeichnet sich seit Anbeginn durch eine gute musikalische, teils orchestrale Musik aus. Nach dem letzten Wechsel am Schlagzeug im vergangenen Jahr ist die Band nun wieder an der Oberfläche aufgetaucht und präsentiert ihr neues Album „Death & Legacy“.

Serenity bestehen derzeit aus folgenden Mitgliedern: Georg Neuhauser (Lead Vocals), Thomas Buchberger (Lead und Rhythmus Gitarre), Fabio D’Amore (Bass und Backing Vocals),  Mario Hirzinger (Keyboard und Backing Vocals), Andreas Schipflinger (Schlagzeug und Backing Vocals). Sie bringen zusätzlich noch bekannte weibliche Stimmen auf ihrem Album unter. Charlotte Wessels (Delain), Ailyn (Sirenia) und Amanda Sommerville konnten für packende Duette gewonnen werden.

Es geht also um Tod und Vermächtnis. Das ist ein tragender Titel, der viel verspricht, und inhaltlich halten Serenity genau das auch ein. Durch ihre Texte werden geschichtliche Figuren wie Christoph Columbus, Giacomo Casanova, Sir Francis Drake oder Queen Elizabeth I zum Leben erweckt. Das ist Geschichtsunterricht einmal anders. Geschichtlich ist das Werk von  Serenity tatsächlich so umfassend aufgebaut, dass jeder Song an dieser Stelle auseinander genommen werden müsste, um der Tiefe der sechzehn Songs Respekt zu zollen. Hier sollen jedoch einzelne Songs aus dem österreichischen Werk herausgenommen werden, um aufzuzeigen, was geschaffen wurde.

Wie viele Bands wählt auch Serenity ein Intro, um die Stimmungen des Hörers auf das vorzubereiten, was kommt. Mit „Set Sail To“ werden musikalisch innerhalb von 30 Sekunden tatsächlich die Segel gesetzt. Die Grundstimmung ist, als wäre der Hörer nun auf einem Segelschiff auf den finsteren Meeren unterwegs. Und so geht es auch direkt in „New Horizons“ über. Der Song packt vom ersten Riff und fesselt einen an den Mast des Schiffs von Sir Francis Drake. Es gilt, neue Horizonte zu entdecken. Musikalisch werden hier sicher keine neuen Horizonte geschaffen, aber der Song geht durch die orchestralen Inszenierungen ins Blut über. Die zu bestehenden Stürme und die Kanonenkugeln aus der damaligen Zeit kommen absolut realistisch rüber.

Mit „The Chevalier“ bringen uns Serenity direkt nach Italien ins 18. Jahrhundert. Der Titel lässt es vermuten, dass es hier um den Verführer Casanova geht - aber nicht etwa um einen erneuten Beutezug seiner Verführungskünste, denn die spanische Sängerin Aylin (Serenia) widersteht diesen Künsten. Der Song ist einer der am schönsten arrangierten Songs des Albums. Das Orchester gibt alles, die Stimme Georgs ist zart bis zerbrechlich, den Casanova nimmt man ihm an dieser Stelle direkt ab. Das spanische Feuer siegt dann zum Ende des Songs.

Mit dem sechsten Song des Albums liefern die Österreicher ein Zwischenspiel, welches in spanischer Sprache verfasst wurde. Es ist die Bitte einer Frau, ihren Mann und das Herz ihres Mannes wohlbehalten zurückzubringen. Dieses 30-sekündige Zwischenspiel katapultiert den Hörer ins fünfzehnte Jahrhundert und in die Zeit der Mayas, die von dem Spanier Hernán Cortes erobert wurden. Der Song knallt direkt. Die Gewalt Cortes und die Sucht nach noch mehr Gold wird spürbar durch aggressive Riffs. Die Stimme Georgs verkörpert eher die göttliche Figur, für die der Eroberer anfangs gehalten wurde. Durch monotones Trommeln wird der Verrat der eigenen Männer um des Goldes Willen deutlich und der Wunsch heimzukehren. So stimmt das Zwischenspiel die gesamte Sache rund ab.
Exakt in dieser Art sind alle Songs des dritten Albums der Symphonic-Metaller aufgebaut. Mit viel Liebe zum Detail, auf dass man nicht weiß, was als Nächstes kommen soll. Hervorzuheben ist noch die einzige Ballade des Albums: „Changing Fate“. Der Hörer wird wieder in die Zeit Sir Francis Drakes zurückgeführt und bekommt ein wunderschönes Duett auf die Ohren. Georg fungiert als Drake und Amanda Somerville als Königin Elisabeth I. Die Zerrissenheit der jungen Königin wird zum einen stimmlich hervorragend tragend rüber gebracht, zum anderen auch durch eher ruhig eingesetzte Instrumente.

Mit „Death & Legacy“ ist wieder ein Album in die Plattenläden gekommen, welches bei jedem Hören interessanter wird. Wie die Seefahrer und Weltenbummler, deren Geschichten erzählt werden (auch Marco Polo bekommt seinen Song „Beyond Desert Sandy“), entdeckt der Hörer auch immer wieder Schätze und muss dafür weder die raue See ertragen, noch Hunger leiden (es sei denn, er vergisst sich Nahrung während des wieder- und wiederholten Hörens des Albums zuzuführen).

So ein Werk, welches nicht nur Wert auf fantastischen Sound, sondern auch lyrisch so viele verschiedene Geschichten abdeckt, setzt die Latte für das kommende Album natürlich hoch. Es gilt, bei dem Album wirklich die Welt mit anderen Augen zu sehen, um ein Zitat aus dem Song „When Canvas Starts To Burn“ zu nennen.

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