Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

September Murder: Agony In Flesh

Die Wachablösung in Sachen Brutal Death Metal
Wertung: 8.5/10
Genre: Brutal Death Metal
Spielzeit: 35:20
Release: 20.02.2009
Label: Maintain Records

Die Band September Murder gründete sich 2004 und die erste EP „After Every Setting Sun“ aus dem Jahre 2007 schlug begeisterungstechnisch in den Medien schon hohe Wellen. Nun, zwei Jahre später, ist es für die Jungs aus Thale im Harz an der Zeit, mit „Agony In Flesh“ die erste Full Length-Scheibe ins Rennen zu schicken. 

Wie idyllisch beginnt doch der Song „…And The Entrails Fill The Sea“, der den Einstieg in das Album bereitet: Meeresrauschen und Möwengeschrei, bevor Emanuels Gitarre samt Clemens an den Drums und Guntars Bass mit all ihrer Macht ins Geschehen eingreifen und schließlich das Heft in die Hand nehmen. Und hier sei der Band das erste Lob ausgesprochen. Trotz des Gebolzes verlieren die Jungs nicht den melodischen Aspekt aus den Augen. Dann der Eingangsgrowls von Olli: Prädikat mächtig. 

Ein kerniges Riffing sowie exzellentes Drumming zeichnet das folgende Stück "Slavery Of Heartdisruption” aus. Man reibt sich bei diesem Song noch einmal ungläubig die Äugelein, dass die Band tatsächlich aus den deutschen Landen stammt, denn das Material klingt so dermaßen amerikanisch, dass einem das Herz vor Wonne aufgeht. Aber noch mehr geht einem das Herz auf, wenn man nach dem Augen-Reiben wieder klar sehen kann und es schwarz auf weiß liest, was man vorher eigentlich schon wusste. Sehr schön zu hören, dass eine junge deutsche Band solch ein US Death Metal-Brett vom Stapel lassen kann.

Bester Beweis für exaktes und präzises Zusammenspiel ist das folgende nach vorn treibende Stück „Breathing Cadaver”, welches vom Tempo her nicht von der schnellsten Sorte ist, aber beim Agressivitätsfaktor trotzdem voll einschlägt. Dafür schöpfen die Jungs bei „After Every Setting Sun“ tempotechnisch wieder aus den Vollen. Einen Extrapunkt bekommt in diesem Song das Riffing, welches den Song stimmungstechnisch bestens in die gewünschte Richtung zu treiben weiß. Ein Killerstück des Brutal Death Metal, bei dem sicherlich die ein oder anderen Muskelstränge eine nette Übersäuerung erfahren werden. Und sehr gut kommt hier an, dass die Band auch in diesem Song die Melodie nicht gänzlich vergisst. Sehr gut gemacht! 

Eingangs von “Between Grass And Guilt” sieht sich der Hörer konfrontiert mit harschem Riffing. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber dieses Stück hinkt den restlichen Granaten des Albums ein wenig hinterher. Das soll allerdings nur als Meckern auf ziemlich hohem Niveau gelten. Eigentlich machen die Jungs auch bei diesem Stück nichts falsch, lediglich finde ich zu dem Teil nicht solch einen Zugang wie dies bei den restlichen Stücken der Fall ist.  
Dass das anschließende Stück “To Satisfy The Eyes Of An Obsessed” Besserung verspricht, wird schon nach den ersten Tönen klar. Das Teil ist wieder einmal mehr der beste Beweis für das handwerkliche Können des Quartetts. Kurz und knackig zwar, aber dafür haben die Musiker in dieser kurzen Zeit alles in diesen Songs gepackt, worauf es ankommt.  

Auch in “Again, It Crossed My Way” fällt zum einen auf, dass alles beherzigt und eingebettet wurde, was einen sehr guten Death Metal-Song ausmacht. Zum anderen gehört auch hier die Band ein weiteres Mal gelobt, denn trotz der allgegenwärtigen Härte zeigt sich konstant der Sinn für das Einweben schöner Melodylines, ohne jedoch in Soli auszuufern. Außerdem ist es bemerkenswert, dass sogar noch Rhythmuswechsel mit eingebaut wurden. Ein klitzekleiner Wermutstropfen findet sich ganz zum Ende leider doch noch in der ansonsten bestens abgeschmeckten deftigen Death Metal-Suppe: Der Song wurde lediglich heraus gefaded. 

Save the best for last, oder was? Der Titelsong namens “Agony In Flesh” kredenzen uns die Jungs ganz zum Schluss. Das Riffing bläst hier zum letzten Angriff auf die Muskelfasern im Nacken und zaubert dem geneigten Hörer nach dieser knappen halben Stunde ein wohliges Grinsen ins Gesicht. 

Dem an sich schon exzellenten Material hat Peter „Pluto“ Neuber in den MegaWimpStudios noch den letzten Kick gegeben. Knackig, griffig und mit Unmengen an Druck schallt einem das Endergebnis somit um die Lauscher.  

Fazit: Da wird es sich so manche altgediente Band wohl bald auf dem Altersruhesitz im Schaukelstuhl bequem machen müssen, denn die Wachablösung in Sachen Brutal Death Metal ist da und sie heißt September Murder.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna