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Sentenced: The Cold White Light

Rockmusik auf höchstem Niveau
Wertung: 10/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 45:37
Release: 13.05.2002
Label: Century Media

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung ihres Album „Crimson“ und einer Pause stehen Sentenced mit „The Cold White Light“ wieder in den Regalen. Die selbsternannten „northernmost self-killers“ aus Finnland sind hiermit zurück.

„The Cold White Light“ ist ein sehr starkes, atmosphärisches und abwechslungsreiches Werk. Das Album besitzt viele kreative Melodien, die sofort ins Ohr gehen, ohne dabei ähnlich zu klingen. Zum ersten Mal werden auch öfters Keyboard- und Klavierklänge eingesetzt. Der Longplayer bietet Rockmusik auf höchstem Niveau mit sehr gutem Sound, der gut abgemischt ist, sodass alles sehr atmosphärisch und mächtig klingt ohne dabei zu vermischen. Kompositorisch is „The Cold White Light“ ebenfalls von großer Kreativität geprägt. Es geht von ruhigen, stimmungsvollen Halbballaden bis hin zu sehr schnellen, dynamischen und rockenden Stücken. Textlich bewegen sich Sentenced auf altbekanntem Terrain. Die Lyrics handeln von Trauer, Einsamkeit und Suizid, zusammengepackt mit ihrem berühmt-berüchtigten Humor. Doch die Band bringt zusätzlich viel Selbstironie, Sarkasmus, Zynismus und auch etwas Hoffnung mit ein. Dies sollte man beachten, um das Album nicht falsch zu verstehen.

„The Cold White Light“ beginnt mit dem instrumentalen Opener „Konevitsan Kirkonkellot“. Die Musik ist sehr ruhig, scheint vor sich hinzuplätschern, nur unterbrochen von Vogelschreien. Stimmungsmäßig ist sehr unheilvoll und düster gehalten, was dadurch hervorgehoben wird, dass die anfängliche Akustikgitarre durch eine verzerrte E-Gitarre und Drums ersetzt wird, welche beide einen sehr mächtigen Klang haben.

„Cross My Heart And Hope To Die“ beginnt eher ruhig und entfaltet erst danach seine ganze Energie. Der Refrain ist sehr eingängig und hier legen die Instrumente, welche in den Strophen noch einen Klangteppich bildeten, richtig los. Auffallend ist der Mittelteil, in dem ein Teil des Textes gesprochen wird und worauf ein passendes Gitarrensolo folgt, bei dem sehr viel Wert auf Melodie gelegt wird.

Der nächste Song ist „Brief Is The Light“. Es beginnt mit einer verzerrten Gitarre und wie aufs Stichwort setzt die ganze Band ein. Die Strophe verbreitet eine melancholische und traurige Stimmung, was im Gegensatz zum Chorus steht, der einen versucht aus diesem Loch wieder herauszuholen. Musikalisch steht der Text mehr im Vordergrund, die Instrumente werden eher im Hintergrund gehalten, bis der Sechsseiter wieder allein sein Können zeigen kann.

„Neverlasting“ ist ein schnelleres Stück des Albums. Das Tempo wird von Beginn an hoch gehalten und der Track rockt kräftig nach vorne. Im Refrain werden auch kräftig Backingvocals verwendet. Interessant zu hören ist hier die Gitarre, welche immer wieder die Melodie vorgibt, dann aber zusammen mit Bass und Drums, das Tempo vorantreibt. Der Mittelteil kommt fast humorvoll lustig herüber, doch dann wird das Tempo herausgenommen. Man hört nur noch Villes Stimme, welche weit entfernt scheint und ganz leise das Schlagzeug im Hintergrund, bis dann der Chorus in alter Manier folgt.

„Aika Multa Muistot“ ist das abwechslungsreichste Lied des Albums. Der Song beginnt sehr ruhig, nur mit Akustikgitarre, Keyboard und Gesang, der erneut gedämpft klingt. Die Stimmung ist sehr traurig und depressiv. Hier werden Vocals und Text mehr betont, während die Begleitung eher dahinfließt. Danach setzt das Schlagzeug sachte ein, das Tempo wird etwas aufgenommen und der Gesang klingt wieder normal. Nun erreicht der Titel seine volle Power. Nach dem doch sehr gefühlvollen, emotionalen Teilen, wird es hier nun aggressiver. Die ganze Band setzt voll ein und auch Villes Stimme klingt härter. Das Gitarrensolo erscheint wie ein letztes Aufbäumen, bis wieder die Instrumente vom Anfang einsetzen und der Track sehr ruhig endet.

„Excuse Me While I Kill Myself“ strotzt textlich nur so von Selbstironie und Sarkasmus. Der Song ist ein richtiger Ohrwurm und weder Text noch Melodie wollen einem wieder aus dem Kopf gehen. Das Grundtempo ist wieder höher und es wird stark auf melodische Aspekte geachtet. Gut gemacht ist auch der Mittelteil, der in sich eine Steigerung aufweist und auch etwas verzerrt klingt. Was dem Titel noch mehr Ausstrahlung gibt, ist die doch sehr lapidare Vortragsweise und der interessante Schlussakkord.

„Blood & Tears“ wird stark von der Leadgitarre geprägt. Der Titel beginnt erneut eher ruhig und baut sich erst im Laufe des Songs ganz auf. Das Stück erinnert etwas an das Vorgängeralbum, hat jedoch mehr Gehalt und an Ohrwurmqualität lässt sich der Chorus kaum noch überbieten. Ein guter Song zum Mitsingen, -rocken und bangen.

Mit „You Are The One“ erschallt nun eine Halbballade aus den Boxen. Das Tempo ist nicht so langsam wie bei „Aika Multaa Musitot“ und die Band erhält erneut Unterstützung von einem Keyboard. Die Strophe ist fast kaum und nur sehr leise begleitet, die Gitarre wiederholt das Hauptthema immer wieder. Zum Refrain hin steigert sich der Song und überzeugt mit einer sehr interessanten Melodie und Dynamik. Dies ist keine typische Ballade, was den Track faszinierend macht.

„Guilt And Regret“ geht leider im Gesamtkonzept etwas unter, auch wenn er mal nicht ein ganz so typisches Thema behandelt. Der Titel wird durch ein Klavierintro eröffnet, während Villes Gesang die Melodie vorgibt. Die Vokals klingen sehr ausdrucksstark und finden sich eher in tieferen Lagen. Zum Chorus hin finden sich auch die restlichen Instrumente ein. Der Song ist dahingehend sehr interessant, wenn man auf die Einsätze des Pianos achtet und wie es im Wechselspiel mit der Gitarre eingebracht wird.

„The Luxury Of A Grave“ beginnt erstaunlicherweise eher elektronisch, bis Gitarre und Schlagzeug hinzukommen. Der Track wird vor allem durch den Rhythmus der Drums geprägt. Dazu passt auch der recht harte Klang. Hervorgerufen wird dieser durch den sehr rauen und kantigen Gesang von Ville zu den teilweise schrabbenden Gitarren. Von der Dynamik lässt der Song sich eher im Midtempo-Bereich ansiedeln. Im Gesamtkonzept eine eher groovige Mischung.

„No One There“ bildet den Abschluss des Albums. Hier wird noch einmal die typische finnische Melancholie vertont. Der Titel beginnt sehr langsam, traurig und akustisch, was eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt, die auch auf dem zugehörigen Video sehr gut eingefangen ist. Tragend ist zu Beginn vor allem Villes Stimme, bis nach einer kleinen Pause vor allem das Schlagzeug hinzukommt und mit dem Rhythmus stark hervorsticht. Sehr interessant ist hier, wie man ebendiese Drums mit der Akustikgitarre zusammengepackt hat. Zum Refrain hin, erschallt alles wieder in gewohnter Manier aus den Boxen, begleitet von einem Keyboard, dass immer die Melodie einstreut. Bei der nächsten Strophe stehen neben dem Text vor allem die schrubbenden Gitarren im Vordergrund. Der Song besitzt in sich eine Steigerung, obwohl er teilweise etwas behäbig klingen mag, ist dafür aber umso eingängiger. Im Mittelteil hört man Ville wieder nur zu Akustikgitarre, bevor erneut das ganze Spektrum losbricht. Nach dem Lied ertönt die Eule vom Anfang, sowie noch andere verzerrte Tiergeräusche, die eine sehr schaurige Atmosphäre und gewisse Spannung erzeugen, da sie sich in der Lautstärke stark steigern und dabei immer disharmonischer klingen. Allerdings wirkt das nicht störend, da es mit dem Opener einen geschlossenen Rahmen ergibt.

Fazit: „The Cold White Light“ ist das beste Album, welches Sentenced je veröffentlicht haben. Es gibt genau das wieder, was die Band ausmacht. Man kann in jedem Song Spielfreude und Kreativität, vor allem im Zusammen- und Wechselspiel der einzelnen Instrumente, erkennen. Sentenced verstehen sich wie keine andere Formation zu jedem Song eine ganz eigene, stimmige Atmosphäre aufzubauen, die auch auf den Hörer überspringt.

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