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Seneca: Reflections

Eine mörderische Scheibe
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore / Hardcore
Spielzeit: 32:38
Release: 27.03.2009
Label: Lifeforce Records

Hoffen wir, dass die aus North Carolina stammende Hardcore-Band Seneca nicht das gleiche Schicksal ereilt wie den römischen Philosophen Lucius Annaeus Seneca, nach dem sie sich benannt hat – denn dieser ging der Verordnung des damaligen Kaisers, sich selbst hinzurichten als man ihn an der Beteiligung an der pisonischen Verschwörung bezichtigte, ohne zu Zögern nach. Es wäre zu schade wenn sich diese noch viel versprechende Band grade am Anfang ihrer richtigen Karriere selbst zerstören würde, miterlebt hat man das leider schon viel zu oft. Genauso verhält es sich leider auch mit dem Musik-Business: Viel zu oft gibt es Metalcore oder Hardcore-Bands, die zwar technisch ausgereift klingen, aber den Prozess des Songwritings zu schnell abschließen.

Ganz anders bei dieser Band - das ausgeklügelte Intro „Optical“ beginnt langsam und ruhig, bis dann das richtige Riffing und das Schlagzeug einsetzen, die nahtlos in den ersten Song „Palehorse“ einleiten.  Die harten Riffs treiben den Song unaufhaltsam voran, das Drumming ist gelungen abwechslungsreich und  lässt genug Pausen um den Gitarren Luft für geniale Pausen und Breakdowns einzuräumen, welche die gewaltigen Growls von Frontmann Corey noch zusätzlich unterstreichen. Generell scheint der Shouter vom Dienst sehr viel Wert auf ein breites Sound-Spektrum zu legen, denn seine Vocals klingen nahezu exorbitant, ich vermute, dass er sehr gerne den Mikrophonkopf mit den Händen zusätzlich abschirmt um so einen fetteren Klang zu erhalten, der die Vocals wie eine Wand auf den Hörer zustampfen lässt. Aber auch beim klaren Gesang zeigen sich des Sängers Qualitäten: Eine ruhige Instrumental-Passage leitet den Refrain ein, der durch eine sehr eingängige Hookline geprägt wird, die sich mit alten Szenebands ohne Probleme messen kann.

Der nächste Track „Black Gold“ überzeugt insbesondere durch die Gitarren-Arbeit, die Rhythmus-Gitarre haut einen Schlag nach dem andern raus, während der zweite Gitarrist sich durch melodische Riffs und kaum verzerrte Passagen spielt, selbstverständlich sind beide Seiten - beziehungsweise Saiten – perfekt aufeinander abgestimmt und ergänzen sich wunderbar. Auch hier folgt eine starke Hookline, die man sich als geneigter Anhänger des Metalcore / Hardcore-Genres lieber nicht entgehen lassen sollte.

„Illusions“ beginnt hingegen ganz anders – sanfte, ruhige Gitarrenklänge entfliehen den Boxen, tragende, langsame und nicht verzerrte Töne einer E-Gitarre und einige Akkorde, im Nachhinein steigt noch das an einen Marsch erinnernde Schlagzeug mit ein und der teils geflüsterte Gesang kommt sehr emotional und atmosphärisch rüber. Nach dieser ruhigen Einlage zeigen die Amerikaner mit den folgenden Songs „The 29th Day“, „Creator“, „Your Heart In My Hands“ und “Names And Faces” dann jedoch wieder, dass sie eindeutig eine Metalband sind und liefern einige Nackenbrecher ab, die live für so manchen guten Moshpit versprechen werden, auf klare Gesangslinien hat man hier leider verzichtet – ist aber auch nicht zwingen notwenig, denn die Riffs enthalten noch immer einiges an Melodik.

Seneca haben eine Scheibe voller großartiger Songs abgeliefert – sowohl die harte Seite des Albums überzeugt, als auch die etwas harmonischere. Wer sich in erster Linie für Metalcore mit klaren Hooklines begeistert, kann mit der zweiten Hälfte der CD vermutlich nicht besonders viel anfangen, aber austesten sollte man die Band via MySpace auf jeden Fall trotzdem ein Mal – und als Anhänger der härteren Metalcore-Variante erst recht!

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