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Selim Lemouchi & His Enemies: Mens Animus Corpus

Interessante EP - man darf auf den Debüt-Longplayer gespannt sein!
Wertung: 8/10
Genre: Psychedelic Rock
Spielzeit: 28:50
Release: 07.06.2013
Label: Ván Records

Der Schock über die völlig unerwartete Auflösung von The Devil's Blood ist noch nicht ganz verdaut, im CD-Schacht rotiert noch die Demoplatte „III – Tabula Rasa…“ – da geht TDB-Mastermind SL schon mit einem neuen Projekt an den Start. Selim Lemouchi & His Enemies, so der illustre Name seiner neuen Kapelle – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Nachdem der Holländer bzw. seine frühere Band ja aufgrund der für so manchen fragwürdigen Ideologie und des angeblichen Hypes, der um sie veranstaltet wurde, sowieso schon nicht überall auf Gegenliebe stieß, waren die unschönen Vorfälle auf dem Bang Your Head und bei einem Auftritt in Belgien im letzten Jahr natürlich Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Die Bezeichnung „Selim und seine Feinde“ wirkt da geradezu zynisch.

Wie auch immer: Da sein eigener Name im Bandnamen steckt, kann man sich natürlich denken, dass Selim hier ganz klar im Mittelpunkt steht – bei TDB schrieb er zwar auch sämtliche Songs und Texte, doch handelte es sich dabei trotzdem immer noch klarer erkennbar um eine richtige Band. Bei Selim Lemouchi & His Enemies hat der Gitarrengenius jedoch im Studio bis auf Schlagzeug und Violine alle Instrumente selbst bedient und singt auch selber. Musikalisch geht die nun vorliegende erste EP „Mens Animus Corpus“ in eine ähnliche Richtung, wobei man eher noch tiefer im Psychedelic Rock wühlt – bei TDB gab es ja auch noch Referenzen in Richtung NWOBHM und Classic Rock. Besonders der zweite Track „Thistle“ hat eine ganz starke „Astronomy Domine“-Schlagseite – da wird einem einmal mehr klar, wie viel das famose Pink Floyd-Debüt „The Piper At The Gates Of Dawn“ auch heute noch bedeutet. Interessanterweise klingt Selims Gesang hier sogar ein wenig nach Syd Barrett (R.I.P.); überhaupt macht er seine Sache am Mikro recht ordentlich, wobei sich insgesamt mit Vocals allerdings zurückgehalten wurde.

Der Opener „Eschaton“ wiederum ist eher langsam und schwermütig, steigert sich allerdings bravourös und bietet dabei jede Menge kleiner Details – doch mit solcher Art von facettenreichem Songwriting und ausgeklügelten Arrangements konnte der Eindhovener ja auch schon bei The Devil’s Blood beeindrucken. Apropos: Das letzte Stück der EP, „Your Way Down“, erinnert ganz eindeutig am ehesten an die Anfang des Jahres aufgelösten Okkultrocker, oder besser gesagt: an ihre berühmt-berüchtigten Livejams. Eine knappe Viertelstunde lang wird hier auf einem einzigen Riff improvisiert, doch wird so clever mit Gitarreneffekten und ähnlichem gespielt, dass man nicht auf die Idee kommen würde, den Track trotz des repetitiven Charakters als langweilig zu bezeichnen. Vielmehr fasziniert es einfach, wie Selim diese Gitarrenfanfaren in Szene setzt. Der Titel passt dabei ziemlich gut, denn man kann sich beim Hören sehr gut einen Strudel vorstellen, der einen in den Abgrund zieht.

„Mens Animus Corpus“ ist irgendwo die logische Nachfolge zu The Devil's Blood – Parallelen sind auszumachen und doch geht das Ganze in eine andere Richtung. In jedem Fall bleibt Selims Stärke das abwechslungsreiche und fein durchdachte Songwriting und seine anscheinend ungemein visionäre Vorstellungskraft, wie etwas klingen soll und wie man dies umsetzt. Man darf sehr gespannt auf den ersten Longplayer sein, der hoffentlich bald kommt. Und live sollte man die Gruppe bei Gelegenheit unbedingt abchecken – hier hat der Niederländer inklusive sich selbst sogar gleich vier (!) Gitarristen auf der Bühne stehen.

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