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Selfmachine: Broadcast Your Identity

Eene Meene Miste, es rappelt in der Kiste
Wertung: 8,5/10
Genre: Modern Metal
Spielzeit: 50:30
Release: 25.03.2014
Label: WormHoleDeath Records

So wirklich gehört hat man noch nichts von den Niederländern Selfmachine. Jetzt prescht die Combo mit dem ersten Album vor und was man da hören kann, das hat Hand und Fuß. Selbst bezeichnet die Band ihren Stil als Modern Metal und liegt damit grundlegend richtig. Nehmen wir die Scheibe mal auseinander.

Vom Cover sollte man sich nicht abschrecken lassen. Ob die Grafik wirklich gut gewählt ist, muss an anderer Stelle entschieden werden. Nach Metal in irgendeiner Form schaut das Teil jedenfalls nicht aus. Fear And Loathing in Netherlands? Wer weiß. Zentriert man die Scheibe aber erst mal auf dem Plattenteller, dann wird man schnell belehrt. Man darf eben tatsächlich nichts nach dem Cover beurteilen. Was die Niederländer nämlich in 50 Minuten abliefern, das ist ganz ordentlich. Kraftvolle, eingängige Musik wird von einem charismatischen Sänger veredelt – das sind ja schon mal sehr gute Voraussetzungen.

Das Album geht schnell ins Ohr und gewisse Riffs haften sich dann tatsächlich gleich so fest, dass man sie kaum mehr aus dem Kopf bekommt. Dazu kommt, dass Selfmachine sehr sorgfältig darauf achten, keine Stilmittel überzustrapazieren. Es werden Bausteine wie Breakdowns, Gangshouts, Synthies und ähnliches verwendet, aber immer nur da, wo es auch Sinn macht (das unterscheidet die Band von vielen anderen). So ergibt sich ein schöner, gleichmäßiger Eindruck. Langweilig? Kaum. „Broadcast Your Identity“ kann deutlich mehr als man auf den ersten Eindruck erfassen kann. Abwechslung wird nämlich ganz groß geschrieben.

So kann man die Platte immer und immer wieder hören, ohne Kopfschmerzen zu bekommen. Trara! Hier ist auch schon das Problematische an der Scheibe erreicht. Gerade weil alles so flutscht und weil alles so eingängig ist, weiß man oft nicht, wen man da gerade hört. Sind es Soilwork? Scar Symmetry, All Ends oder Deadlock? Wenn man sich die Frauenstimmen jetzt mal wegdenkt, dann kann man viele Riffs und Teilstücke ohne es zu merken austauschen. Das kratzt schwer an den Alleinstellungsmerkmalen. Hier muss bei der nächsten Platte etwas getan werden, um dem Namen der Band eindeutig zu identifizierende Musik zuzufügen.

Selfmachine legen mit ihrem Debüt gut vor. Die Scheibe hat ein ordentliches musikalisches Konzept und einen guten Sound. Das Cover lassen wir hier einfach mal außen vor. Gute Songs gibt es einige auf der Platte, aber der große Überkracher ist nicht dabei. Den können die Niederländer ja dann auf dem folgenden Album nachlegen. Mit der nächsten Veröffentlichung wird sich dann auch zeigen, ob die Gruppe ihr reichlich vorhandenes Potential wirklich ausschöpfen kann.

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