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Seether: Si Vis Pacem, Para Bellum (Deluxe Edition)

Der Kauf lohnt sich für jeden Fan
Wertung: 9/10
Genre: Post-Grunge, Alternative Rock
Spielzeit: CD1: 51:41 / CD2: 37:09
Release: 01.07.2022
Label: Fantasy Records

Deluxe Editions und dergleichen sind ja immer mit Vorsicht zu genießen. Da kann man schnell mal über die Veröffentlichungspolitik spekulieren, Ausverkauf schreien und sich über unnötige Tracklistfiller wie lieblose Remixe oder „alternative“ Versionen ärgern. Seether haben es da eigentlich ganz geschickt gemacht: Bereits vor zwei Jahren erschien die wunderbare „Si Vis Pacem, Para Bellum“-Platte, kurz darauf die „Wasteland/Purgatory EP“, die aber sichtlich ein bisschen unterging und die sicherlich auch nicht jeder Fan auf dem Schirm hatte. Die vier neueren Songs der EP finden sich nun auch auf der Deluxe Edition der letzten Platte, plus fünf neue, bisher unveröffentlichte Songs. Wer die Band schon eine Weile verfolgt, der kann sich denken, dass hier keine Abfallprodukte verwertet wurden – wir sind also voll freudiger Erwartung.

Sicherlich muss man die erste CD, die die reguläre Tracklist enthält, nicht erneut besprechen. Es sei lediglich gesagt, dass gerade Songs wie „Liar“, „Wasteland“ oder „Written In Stone“ in den zwei Jahren seit der Veröffentlichung noch kein bisschen langweilig geworden sind, eher im Gegenteil: Man könnte auf die damalige Bewertung von 8,5 Zählern guten Gewissens noch ein halbes Pünktchen draufschlagen. Die Anspieltipps werden trotzdem so belassen wie bei der Erstbewertung 2020 – obwohl man natürlich mittlerweile die gesamte Tracklist lieben gelernt hat.

Aber nun zur Deluxe-Variante: Vornweg konnten Fans mit „What Would You Do?“ bereits einen Song der erwähnten EP bestaunen, der sich nahtlos auch in die ursprüngliche Tracklist eingefügt hätte. Melancholisch, irgendwie bitter tröpfelt der Song aus den Boxen, und mausert sich gleich zum Anspieltipp und Ohrwurm. Selbst die gefürchtete „Alternate Version“ von „Wasteland“ haben die Jungs aus Pretoria schön umgesetzt: Heruntergebrochen auf das akustische Skelett, erzeugt der Track noch mal mehr Gänsehaut als im etwas flotteren Original.

Spannender wird es dann natürlich bei den brandneuen, bislang unveröffentlichten Tracks, die sich einreihen: „Leech“ zeigt sich gerade im Refrain recht zornig mit bratenden Gitarren und einem durch die Zähne speienden Shaun Morgan am Mikro, das folgende „Deliver Me“ liefert dann den ersten Aha-Moment der zweiten CD: In den Strophen noch gewohnt kauzig im Post-Grunge-Outfit mit flirrigen Hintergrundgitarren, mausert sich der Refrain zu einem typischen Seether-Meisterwerk, das fast schon ans Depressive grenzt, aber dem man sich vielleicht gerade deswegen kaum entziehen kann. Ein Anspieltipp deluxe, wenn es je einen gegeben hat.

Wenn man durch die Fan-Brille schaut, könnte man selbstverständlich so ziemlich jeden Song der Südafrikaner auf die Liste der Anspieltipps setzen. Seether enttäuschen wirklich selten, und selbst Songs, die nicht im ersten Anlauf zünden können, entwickeln sich oftmals nach mehreren Durchläufen zu guten Freunden. Eher schwach nimmt sich hier aber tatsächlich das etwas weinerliche „Leave Me Be“ aus, da hätten wir aber auch schon den einzigen Wermutstropfen dieser Deluxe Edition gefunden. Ansonsten kann hier jeder Fan guten Gewissens zugreifen, selbst wenn der die „Purgatory EP“ bereits sein Eigen nennen kann. Allein für einen Übersong wie „Deliver Me“ lohnt sich der Kauf.

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