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Seether: Poison The Parish

Ein absolutes Seether-Album
Wertung: 8,5/10
Genre: (Post) Grunge, Alternative Rock
Spielzeit: 59:05
Release: 12.05.2017
Label: Spinefarm Records/Canine Riot/Concord Music Group

Die Südafrikaner Seether sind eine der erklärten Lieblingsbands der Schreiberin dieser Zeilen, gleichzeitig eine absolute Angstband, hat das Trio doch in der Vergangenheit ab und an schmerzlich bewiesen, dass man auch im (Post) Grunge mal danebengreifen kann. Bereits vor vier Wochen erschien die neue Platte „Poison The Parish“ mit überarbeitetem Bandlogo, erstaunlich gruseligem Coverartwork und der Ankündigung zu einer Deutschlandtour im Herbst (Ticket liegt natürlich schon bereit, egal wie die neue Platte ausfällt). Fans konnten sich also über das Komplettpaket freuen – wäre da nicht das mittelprächtige „Holding Onto Strings Better Left To Fray“ von 2011 im Hinterkopf, das glücklicherweise durch die letzte Scheibe „Isolate And Medicate“ wieder ein bisschen ausgeglichen werden konnte. Aber Fanhirne vergessen ja bekanntlich nicht so schnell…

Skeptiker können beruhigt aufatmen: In zwei Jahren feiern Seether 20-jähriges Bandbestehen – entsprechend reifer klingt auch die neue Platte wieder, allerdings hat auch hier der Zorn seinen festen Platz. Sänger Shaun Morgan hat in den letzten Jahren ordentlich an seiner Stimme gearbeitet, pendelt zielsicher zwischen Wut und Verzweiflung und schreckt auch nicht vor schön heftigen Ausrastern zurück („Stoke The Fire“).

Den ersten richtigen Gänsehaut-Moment erlebt man dann bereits beim zweiten Track „Betray And Degrade“, bei dem genau die richtige Mischung herrscht zwischen räudig-grungigen Strophen und klarem Gesang mit melodischem Hintergrund im Refrain. Ein quasi-perfekter Seether-Song und eine Wohltat für das Fanherz, einen solchen Song von den Herren vorgesetzt zu bekommen. Mit einem Track wie „Let Me Heal“ zieht sich das Trio dann aber ein bisschen zu simpel aus der Affäre, obwohl die anfängliche Gitarre noch eine erfreuliche Frische mitbringt, insgesamt atmet das Stück aber zu viel Radiotauglichkeit.

„Saviours“ hätte so oder ähnlich auch ziemlich gut auf die älteren Alben gepasst, klingt dementsprechend so richtig schön nach den Anfangs-2000ern und beinhaltet ordentlich bratende Gitarren; das folgende „Nothing Left“ entpuppt sich dann gleich als absoluter Anspieltipp, auch hier wie schon beim Opener „Stoke The Fire“ wird sich zwischen Aggression und Resignation mal ordentlich die Lunge leer geschrien – super!

Mit dem verhältnismäßig ruhigen, aber mit seinen Akustikgitarren sehr intensiven „Sell My Soul“ wäre dann regular eigentlich Schluss – die Deluxe Edition bietet allerdings noch ganze drei Bonus Tracks, einer davon das mit seinen Marschdrums recht auffällige, aber insgesamt auch etwas ruhiger angelegte „Feels Like Dying“. Wer jetzt aber glaubt, Seether hätten sich ihre Balladen für die Bonusrunde aufgehoben, wird durch „Take A Minute“ dann doch eines Besseren belehrt, denn hier kreischen die Gitarren so herrlich schrill wie auf keinem anderen Albumtrack.

„Poison The Parish“ ist (endlich) wieder ein absolutes Seether-Album geworden. Was sich mit „Isolate And Medicate“ schon hoffnungsvoll ankündigte, wird hier weitergeführt – ein oder zwei Lückenfüller gibt es leider wieder zu beklagen, insgesamt können sich Fans der Band bei der neuen Platte aber kaum zum Meckern verleitet fühlen. Pluspunkte im Geiste gibt es für das geniale Artwork, das auch so ein bisschen den teils recht düsteren Stimmungsbarometer der Platte mitbestimmt.

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