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Seed Of Pain: Red Suns

Viele Experimente, aber einige Fehlschläge
Wertung: 5/10
Genre: Experimental (Post) Metal
Spielzeit: 46:46
Release: 08.10.2011
Label: Edition Gris

Seed Of Pain ist eine junge Band aus der Schweiz, die im vergangenen September mit „Red Suns“ ihr zweites Album veröffentlichte. Das Ergebnis ist hervorragend produziert, lässt sich aber nur schwer einordnen, wandeln die Songs doch allesamt irgendwo zwischen Screamo, Ambient, Post, Experimental und sogar EBM. Textlich geht es sozial- und gesellschaftskritisch zu, wenngleich diese Kritik doch recht aufdringlich ist.

„Aurora“ startet sphärisch, düster und voller Spannung. Dabei wirkt die tiefe Stimme fast so, als sei der Sänger ein Prophet, der zur Masse spricht, um eine unheilvolle Nachricht zu verkünden. Der Song weiß zu gefallen. Dieser gute Eindruck setzt sich aber mit „She“ leider nicht ganz fort. Zwar kommen hier ähnliche Ansätze in Chorform zum Tragen, aber der Schreigesang drängt sich recht unangenehm in den Vordergrund.

Mit „ Nur euer Gott lässt euch leben“ ertönt dann der wohl ungewöhnlichste Song – oder vielmehr Monolog mit musikalischer Untermalung. Es ist schwer zu sagen, ob der Text nervt oder einfach nur irrelevant ist. Der Sänger spricht von Illusionen des eigenen Seins. Philosophisch oder einfach nur sinnfrei, im Grunde ist es egal, denn die spärliche Musik ist weitaus interessanter. So geht es dann die nächsten sieben Songs weiter. Es folgen eher ungewöhnliche, manchmal verstörende Sounds und dann wieder sehr gute Kompositionen, die auch wirklich Laune machen.

„Stimulus“ ertönt mit dissonanten und krachenden Rhythmen sowie einem grauenvollen Schrei(-gesang) und schreckt den Hörer ordentlich ab. Mit „Haven“ wird‘s sogar noch anstrengender. Zwischendurch stellt sich die Frage, ob die Band den Hörer quälen will oder ihrer Zeit einfach nur weit voraus ist. „If Galen Was Right“ gibt ebenso wieder ein Beispiel der Marke „Was soll das denn?“ ab.

Man muss dann aber auch eingestehen, dass der Hörer dafür auch wohlig belohnt wird. „Silence Is Golden - Silence Is Death“ reiht sich da recht angenehm in diese Kategorie ein. Mit „ Hyperborean Utopia“ folgt auch ein Lichtblick auf dem Album, der sehr angenehm erklingt und eine geheimnisvolle Atmosphäre ausstrahlt. Ein weiterer Höhepunkt in dieser Rallye ist „Power And Knowledge“. Wenn es um Atmosphäre und Stimmung geht, kann man der Band einiges an Können attestieren. Schön ist, dass es da auch mit „Fatigue“ entsprechend endet. Hier kommt als angenehm überraschendes Sahnehäubchen EBM hinzu – ein versöhnlicher Abschluss.

Insgesamt ist diese Berg- und Talfahrt doch sehr irritierend. Künstlerische Freiheit und Experimentierfreude sind sicher zwei wichtige Grundvoraussetzungen für gute Musik, aber bisweilen geht beides auf „Red Suns“ deutlich zu weit. Neben einiger wirklich interessanter Ansätze und guter Songs stehen fast ebenso viele Aussetzer, die den Eindruck erwecken könnten, die Band wolle den Hörer quälen. Dennoch: Den Eidgenossen um Seed Of Pain gebührt definitiv Respekt für dieses Wagnis. Und wer auf der Suche nach experimenteller Musik ist, sollte den Jungs eine Chance geben. Alle anderen werden wohl wenig Freude an „Red Suns“ haben.

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