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Secrets Of The Moon: Privilegivm

…folgen der wahren Dunkelheit
Wertung: 9.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 65:26
Release: 18.09.2009
Label: Lupus Lounge

„Privilegivm" stellt das neuste Album von Secrets Of  The Moon und gleichzeitig ein herrlich düsteres Kapitel der Band dar. Der Albumtitel ist ein lateinisches Wort in ursprünglicher Schreibweise und bedeutet „Privileg“ – und dieses Album zu hören ist auch eins.

Dieses vierte Werk der hauptsächlich deutschen Band verkörpert den Black Metal in der ursprünglichen, düsteren Art seines Genres und ist gleichzeitig so klar produziert, dass es als eine perfekte Lösung zwischen truem Underground und gut produzierten, aber verkommerzialisierten Alben angesehen werden kann. Weiterhin finden sich Einflüsse von Postrock in der Musik, die nicht nur in der Länge der Songs ersichtlich wird.

Secrets Of The Moon, die ihre Musik selber als religiös beschreiben, zeigen dies selbst einem aufmerksamen Betrachter erst auf den zweiten Blick. Es wird einem nicht nur in nicht alltäglichen Titeln wie „Exsultet“  (ein christlicher Lobgesang anlässlich der Auferstehung Jesu) erst nach und nach bewusst, sondern spiegelt sich auch recht verschlüsselt in dem Artwork wider. Besonders geschickt wirkt dieser Umgang mit religionskritisch gemeinten Symbolen ohne das langsam wirklich inflationär genutzte umgedrehte Kreuz. Das Motto ihres Labels „Black Metal und darüber hinaus“ scheint nicht nur in diesem Punkt passend, sondern findet sich auch in der tiefgründigen Musik von Secrets Of The Moon durchaus bestätigt.

„Privilegivm" ist ruhig und dennoch verdammt bösartig. Der dunkle Sound scheint bedrohlich aus den Boxen auf einen zuzukriechen und erfüllt den Raum sofort mit dämonenhafter Stimmung, aber auch gleichzeitig nachdenklicher Melancholie. Schon das Intro, welches mit sakkralen Chorgesängen wie mit Höhlenakustik aufwartet, schafft eine interessante, mystische Atmosphäre, die in den folgenden Liedern weitergeführt wird.

Der satte Bass ist schleppend wie auch niederschmetternd und selbst diejenigen, die LSK (die Bassistin der Band) noch nie live spielen gesehen haben, können sich anhand des Sounds schnell ein Bild davon machen, was für eine bedrohliche Aura diese Person umgibt.

Während der Bass eine zentrale Rolle in der grundlegenden Stimmung spielt, setzen Secrets Of The Moon die Gitarre für klagende aber gleichzeitig eingängige Melodien ein, die angenehm unaufdringlich wirken. Durch die zerrende Spielweise wie auch die eingebauten Disharmonien wirkt sie vor dem Bass oft (im positiven Sinne) verloren wie verzweifelt. Die Songs vermitteln eine Klangtiefe, die Unschuld genauso wie skrupellose Bedrohung, aber auch Melancholie und Verträumtheit ausdrückt – manchmal sogar alles in einem Lied vereint.

Aus „Halo“ spricht beispielsweise ein so kraftvolles, schwarzes Unheil, dass man meint, dass das schmerzende Solo, das so sehr nach Sehnsucht schreit, viel zu kontrovers sei, um zum Lied zu passen. Und doch ist es gerade diese Mischung, die die Songs so interessant macht. Ein besonders interessantes Stück ist „Harvest“, welches in drei Teile aufgespalten ist und mit seinen knapp 14 ½ Minuten noch einmal alle anderen sowieso schon überlangen Songs zeitlich überbietet.

Mit einem reinen Drum-Part beginnend wiederholt sich die anfängliche Melodie in leichten Variationen bis fast ins Unendliche und obwohl solche andauernden Dopplungen mich bei jeder anderen Band in den Wahnsinn getrieben hätte, so schaffen Secrets Of The Moon es doch, den Hörer zum Nachdenken anzuregen und dabei den schweren Prozess des thematisierten Selbstvergebens nachzuvollziehen.

Der Gesang von SG unterstreicht im gesamten Album die drohende und ausweglose Stimmung durch seinen krächzenden Stil und trägt weiterhin zu einem dreckigen und verwischten Sound bei. In „Shepard“, dem letzten Song und gleichzeitig einzigen Ballade von „Privilegivm", versucht er sich abschließend in vergleichsweise cleanem Gesang und wirkt dabei sehr ernst und authentisch – wie auch eigentlich das gesamte Album.

Privilegivm ist so tiefgründig beeindruckend, dass selbst Motten dieser Dunkelheit verzückt folgen werden.

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