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Second Rate Angels: II

Modern und melodisch ohne große Reibungspunkte
Wertung: 6,5/10
Genre: Rock/ (Modern) Metal
Spielzeit: 15:58
Release: 26.02.2016
Label: Independent

Manchmal hört man sich eine CD eben erst einmal nur an, weil ganz bestimmte Personen dahinter stehen und dafür Werbung machen – dieses Mal halt Marjo vom Metal Revelation (die regelmäßigen BesucherInnen des Headbangers Open Air werden sie kennen, hat sie doch immer ihren Stand hinter dem Mischpult). Mit „II“ schickt sie nun den mittlerweile dritten Output der Londoner Second Rate Angels herum. Ein erste Verwirrung kommt allein dadurch auf, als das sich die Band selbst als Metal- bzw. Rockband tituliert, Metal Archives aber von Thrash und Metalcore spricht – was ist das los?

Vielleicht zuerst noch schnell ein bisschen Bandhistorie: Winter 2011, der Startschuss, um erst einmal lokal Fans zu überzeugen, 2012 folgte dann die erste 3-Track-Demo „Second Rate Angels“, zwei Jahre später legten sie dann ihre erste EP „The Lost Days“ nach. Ende 2014 kam es dann allerdings zum Bruch, Gitarrist Jeremy Pringsheim stieg neu ein, neue Songs wurden geschrieben und Ende 2015 fertig aufgenommen, weshalb nun die neue EP „II“ vorliegt – ein Werdegang, den ja nicht gerade wenige Bands teilen.

Nun, zuerst gehen wir mal die musikalische Standortbestimmung an, die selbst nach drei und mehr Durchläufen nicht ganz so einfach zu klären ist. Klar, harte Rockmusik geht immer als Oberbegriff durch, doch die Briten fügen auch eine ordentliche Portion modernen Metal und ab und zu gar eine Prise melodischen Hardcore hinzu – nur Thrash oder gar Metalcore sind weit und breit nicht zugegen.

Der nette Opener „Godspeed“ kommt mit ordentlich rockenden Gitarren und angenehmer Gesangsmelodie daher, bietet allerdings auch so keine Ecken und zeigt sich somit für den Massen(kiddie)konsum geeignet, da ändern dann Double-Bass-Einsatz und metallisches Solo nichts dran. Eine Prise mehr melodischer Hardcore lässt sich dann im folgenden „2in24“ ausmachen, Second Rate Angels zeigen sich hier zielsicher, was die Melodieführung betrifft, verschleppen auch mal geschickt das Tempo und drücken per Leadgitarre auch mal ein wenig Wehmut aus, bis dann doch wieder lieblich fragend der Song dem Ende entgegen melodiert.

„Born Idle“ dürfte sich dann auf der SRA-Hitmachine ganz oben ansiedeln. Moderner Rock mit deutlichen Metalspuren, etwas rauerer Gesang und doch hochmelodisch, auch die Leadgitarre funkt wieder mit melodischem Riff dazwischen, stört aber das insgesamt ganz leicht progressivere Stück nicht, sondern stellt die kurzen, ganz ruhigen Passagen ein wenig mehr in den hittauglichen Vordergrund. Im Grunde wechseln sie auch zu „Another Dumb Animal“ ihre Machart nicht, verschleppen den Song ein wenig, setzen mit der Doublebass einen Gegenangriff, bleiben aber im melodischen Rahmen gefangen und zeigen hier eher wieder für Teenies geeignete Mucke mit wenig bis gar keinen Widerhaken.

Für vier britische Pfund inkl. Downloadcode kann man sich die neue EP aus dem Hause Second Rate Angels zulegen, doch vorher reinhören ist dringend angeraten. Nein, sie machen ihre Sache beileibe nicht schlecht, haben aber auch kaum etwas in der Hinterhand, das sie dem Vorurteil gegenüber britischen Bands und dem nächsten großen Ding entgegensetzen könnten.

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