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Sebastian Bach: Kicking & Screaming

Kurzweilige und unterhaltsame Rocksongs
Wertung: 7.5/10
Genre: Hard Rock/ Heavy Rock
Spielzeit: 51:25
Release: 23.09.2011
Label: Frontiers Records

Ganze vier Jahre hat Sebastian Bach benötigt, um den Angel Down“-Nachfolger „Kicking & Screaming“ in die Tat umzusetzen. Seit mehr als 20 Jahren ist er nun im Musikbiz aktiv, und wer erinnert sich nicht an seine Frühzeit mit Skid Row, bevor er ab 1999 auch seine Soloscheiben einspielte. Dass Sebastian aber mehr drauf hat als furztrockene Hard-Rock-Alben einzusingen, bewies er nach der Jahrtausendwende ja eindrucksvoll durch seine Engagements bei Jesus Christ Superstar und als Riff Raff in der Rocky Horror Picture Show.

Doch wenn auch der alternde Frauenheld Probleme mit weiblichen Hauptdarstellerinnen hat – das nicht gerade laue Lüftchen Irene wirbelte bekanntlich einiges an der Ostküste der USA durcheinander und forderte auch von Sebastian einiges an Tribut – so hat er zumindest seinen Biss nicht verloren und knüpft an den Vorgänger eigentlich nahtlos an. Gleich mit dem Opener „Kicking & Screaming“ tritt er den Beweis an, kombiniert hart rockende Gitarren mit catchy Gesangspassagen und erinnert so auch gerne mal an die „Slave To The Grind“-Phase Anfang der Neunziger. Nichts Neues also, Hard Rock Marke Sebastian Bach, was allerdings keine Überraschung darstellt, wenn man schon einen Blick auf das dazugehörige Video, natürlich mit stilechter Quoten-Hupen-Brünette, die sinnlos vor einer Wand herumpost, riskiert hat.

Von diesem Rock-Kaliber hat Sebastian aber auch noch mehr im Programm, so zum Beispiel das sehr basslastige „Dance On The Grave“, bei dem sich Nick Sterling in seiner Doppelbelastung als Gitarrist und Bassist ordentlich austobt. Oder aber „My Own Worst Enemy“, der wie ein treibender Punkrocker und mit einigen schon fast süßlichen Vocals daherkommt, und dann das schleppende „Tunnelvision“, welches geschickt mit doomigen, tief gestimmten Passagen und einem ebenfalls süßlichem Refrain, durch ein Finger brechendes Solo gekrönt, für Abwechslung sorgt.

Kaum verwunderlich ist allerdings auch die Tatsache, dass Sebastian Bach neben den starken Rockern, die auch immer wieder an die glanzvollen Skid-Row-Momente erinnern, auch die Radiolandschaft bedient. Als bestes Beispiel kann hier „I’m Alive“ angeführt werden. Da klimpern natürlich die akustischen Gitarren, Herr Bach klettert für einige kurze Ausflüge eine Oktave höher – nicht wirklich schlecht, sehr catchy, aber von diesen Songs gibt es einfach so viele gleich gesichtslose balladeske Stücke, dass hier nur der „du bist schon lange dabei“-Bonus noch etwas herausreißen kann. Das Gleiche kann man dann auch zu „Dream Forever“ schreiben. Allein der Titel impliziert schon den balladesken Hintergrund; als kleine Rettung können hier wenigstens die Stromgitarren punkten, die den Refrain so ein wenig vor allzu klebriger Pathosflüssigkeit bewahren. Beide Songs dürften für die amerikanische Landschaft, vor allem ersterer, ein Sendeerfolg werden, hier heimische Sender entdecken hoffentlich die mit deutlich mehr Potenzial ausgestatteten Anspieltipps.

Zum Glück kriegt Sebastian mit seiner Truppe – am Schlagzeug powert übrigens Bobby Jarzombek – nach hinten hin wieder mit deutlich rockigeren Stücken die Kurve. Mit „One Good Reason“ hauen sie den fast schon aggressivsten Song auf dem Album raus und riffen in bester Skid Row/ Soundgarden-Manier. Auch das folgende „Lost In The Light“ gehört in jede Skid Row-Sammlung - fettes Riffing im Midtempo, catchy Vocals, alles wie gehabt.

Nein, eine Überraschung ist „Kicking & Screaming“ nicht, oder besser nicht wirklich, wenn man davon ausgegangen ist, dass Sebastian Bach auch 2011 noch rocken kann. Genauso wenig überraschend sind die Ausflüge ins Land der (Halb-) Balladen, die genauso wie bei vielen anderen Bands recht gesichtslos bleiben und dadurch im Amiland für Dauerfeuer auf dem Äther sorgen werden. Besser kommen da die in bester Skid-Row-Anlehnung herausgefeuerten Songs wie der Titeltrack oder auch „One Good Reason“ daher, die einfach nur aufzeigen, wo die Rockharke hängt. Sebastian Bach braucht allerdings auch nicht mehr beweisen, was er so kann, schießt deswegen mit zahlreichen catchy Songs aus der Hüfte direkt am turbulenten Spektakel vorbei, glänzt aber so mit einem kurzweiligen und unterhaltsamen Rockalbum. Manchmal ist weniger mehr, so ganz nach dem Schuster und seinem Steckenpferd, den Leisten.

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