Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Sear Bliss: The Arcane Odyssey

Nahezu pefekt
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 47:38
Release: 12.10.2007
Label: Candlelight Records

Die Ungarn Sear Bliss sind mir das erste Mal auf dem Party San Open Air 2005 aufgefallen. Da konnten sie nicht gerade wenige Anwesende mit ihrer Mucke zum Tanzen, Jubeln und was weiß ich bringen. Danach habe ich die Band irgendwie aus den Augen verloren. Asche auf mein Haupt. Aber bei so vielen Veröffentlichungen kann das ja mal passieren. Jedenfalls werde ich mich jetzt beimachen und mir die alten Alben von denen auch noch gründlich anhören. Denn wenn diese genau so viel Klasse aufweisen wie das neue „The Arcane Odyssey“, dann muss ich die Teile unbedingt besitzen.

Sear Bliss sind ihrem Stil auch auf dem mittlerweile sechsten Studioalbum treu geblieben. Black Metal der eingängigen Sorte mit gelegentlich eingestreuten Blastbeatpassagen und natürlich den allseits bekannten, geliebten oder auch gehassten Bläsereinsätzen. Dazu ein Keyboard, das sich größtenteils darauf konzentriert, großflächige Soundteppiche zu erzeugen. Das alles verpackt in einer druckvollen Produktion. Old School Black Metal Jünger können hier schon aufhören zu lesen.

Nach mehrmaligem Hören bleiben wirklich nur zwei Songs, die nicht unbedingt gekonnte Gassenhauer sind („Thorns Of Deception“ und „The Venomous Grace“). Der Rest pendelt von geil bis Überflieger. Auch Kompositionen von über sieben Minuten Länge verlieren nie den roten Faden oder wirken künstlich aufgebläht. Das beste Beispiel dafür ist auch gleich der Eröffnungstrack „Blood On The Milky Way“.

Hier geht es zwischen schiebendem Midtempo, ruhigen Passagen und Blastbeats hin und her. Das Keyboard zaubert eine dichte Atmosphäre und die Gitarren sägen sich durch göttliche Melodiebögen. Nicht zu vergessen die Bläsereinsätze, welche sich immer wieder mit erstaunlicher Leichtigkeit in den Gesamtsound integrieren. Besonders gelungen ist die Kombination aus Bläsern und Sologitarre, welche hier fließend ineinander übergehen. Den Song in seiner Gesamtheit zu beschreiben würde hier zu weit führen. Hört ihn Euch an und staunt.

Mit „A Deathly Illusion“ gibt es den richtigen Sound für alle, die im Propellerlook den Haarschopf kreisen lassen wollen. Erst beginnt es sehr ruhig und atmosphärisch nur mit Keyboard und Akustikgitarre. Nach dem einsetzenden Schlagzeug hungert man förmlich danach, dass der Song von der kompositorischen Leine gelassen wird. Und das passiert dann auch. Fette Doublebase, mächtige Bläsereinsätze und sägende Gitarrenriffs schließen sich an. So geht es mal auf und ab, bis nur noch der Groovehammer regiert und die Schädeldecke bei falschen Bewegungen einfach abzufallen droht. Hammer.

Verträumt morbid, hin und her schwankend zwischen Hoffnungslosigkeit und Lichtblicken…so eine Umschreibung wäre wohl für „Lost And Not Found“ die richtige. Langsam und bedrohlich schleicht sich besagte Hoffnungslosigkeit in dein Gehirn, wird danach von einer versöhnlichen Melodie ins Licht gehoben und genau so abrupt wieder in dunkle Sphären gerissen.

Perfekt geteilt von einem schicken Soloteil avanciert der Track zu einem Juwel. Genauso wie „Path To The Motherland“. Hier ist der Name Programm. Man möchte meinen, Bands wie Korpiklaani oder Finntroll haben hier Pate gestanden. Sear Bliss vermischen Folklore ihrer landschaftlich wunderschönen Heimat mit harten Gitarren und mächtig Schub. Tempomäßig geht es fix nach vorne los und jedes Riff reibt sich gekonnt ins Großhirn, um sich dort für immer festzusetzen. Wenn hier mal nicht eine übermächtige Livehymne geboren ist.

Fazit: Ich erspare mir jegliches ausschweifendes Schlusswort. Nur eines noch: KAUFEN!!!

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen