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Seance: Awakening Of The Gods

Ein erstes Blinzeln nach langem Schlaf
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 36:44
Release: 23.01.2009
Label: Pulverized Records / Soulfood

Die Schweden von Seance sind eine weitere Band, die in diesem Jahr des Herrn 2009 ihr Glück in einer Reunion sehen. Gegründet 1990, trieben die vier Herren aus Linköping acht Jahre lang ihr Unwesen und veröffentlichten in ihren ersten drei Jahren nach Bandgründung die Scheiben “Fornever Laid To Rest“ und “Saltrubbed Eyes“, doch dann war erstmal Schluss und die Zukunft von Seance stand in den Sternen. Musikalisch bewegt sich die Band in den Bereichen des Death Metal; doch nicht, wie man aus der geographischen Lage leicht schließen könnte, Schwedentod-geprägt; vielmehr schauen die Herren bei ihrem Songwriting über den großen Teich. 

Was die Songs auf „Awakening Of The Gods“ gemeinsam haben, das ist der Drang, mit dem dritten Album in der Bandgeschichte etwas bewegen zu wollen und die Metal-Gemeinde wachzurütteln im Jahr der Wiedervereinigung der Band. Neben donnernden Riffs finden sich wie beispielsweise in „Murder“ wahnwitzig frickelig schnelle Gitarrensoli, die das Ganze enorm auflockern. Einen fast schon ein bisschen in thrashig-punkige Gefilde driftenden Groove bekommt der Hörer bei „Choose Your Eternity“ vorgesetzt. Das technische Können, welches in dem Instrumental „Flight Of The Wicked“ zum Besten gegeben wird, sei einerseits ziemlich beachtlich, eignet sich allerdings bestenfalls zur Präsentation der technischen Versiertheit, denn Gefallen werden wohl manche Hörer daran nicht unbedingt finden. Man fragt sich außerdem, ob da nicht vielleicht auch ein Fünkchen Ironie mit im Spiel ist, denn gewisse Ähnlichkeiten zu "Flight Of The Bumblebee" sind sicherlich nicht nur rein zufällig. 

Schön, dass es auch so etwas gibt: Das kurze “Revel In Death” ist in ganz ruhigen Klängen einer Akustik-Gitarre gehalten und zeigt die sanfte Seite der ansonsten deftig voran gehenden Band. Dieses Intermezzo beschert dem Hörer einen guten Kontrast, auch wenn das Teil nicht wirklich 100%-ig in den Gesamtkontext passt.
Positiv anzumerken sei zum Ende hin das Stück „Burn Me“, welches einen sehr gut in Szene gesetzten Break beinhaltet und in bester Manier mit verschiedenen Tempi zu arrangieren weiß. So abwechslungsreich hätten mehr Stücke auf dem Album vertreten sein müssen, denn hier macht es wirklich Spaß, dem Ganzen zu lauschen. Außerdem scheint es fast so, als ob die Herren sich nach den ganzen Songs warmgespielt haben, denn die Qualität nimmt im Verlauf der Scheibe bis zu diesem Song am Ende stetig zu.  

Das Problem dieser Scheibe ist, dass einerseits wirklich guter Death Metal geboten wird, keine Frage. Aber der Einwand folgt auf dem Fuße: Es kann sich kein Stück so aus der Masse herausheben, dass man von einem Hit sprechen kann. Ist die Scheibe im CD-Player, ist alles wunderbar, doch ist sie erstmal beiseite gelegt, dann vermisst man auch nicht wirklich etwas. Das Material ist einfach nicht zwingend genug, um beim Hörer einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Fazit: Gänzlich hellwach sind die Götter mit dieser Scheibe noch nicht. Aber sie haben die Augen aufgeschlagen zu einem ersten Blinzeln. Die Zeit wird zeigen, ob sie für die Band spricht und die Götter all ihre Lebensgeister zurück erlangen werden.

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