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Scuffproof: Moshpitstyle

Suboptimaler Sound, aber teils richtig gute Arrangements
Wertung: 6/10
Genre: Hardcore, Thrash Metal, Death Metal
Spielzeit: 37:14
Release: 16.06.2011
Label: Eigenproduktion

Etwas über ein Jahr ist es mittlerweile her, dass die Tübinger Scuffproof ihr Erstlingswerk „Moshpitstyle“ auf den Markt geworfen haben und man muss wirklich keine Genreleuchte sein, um sich bei dem Titel denken zu können, in welche Richtung die Truppe tendiert: Hardcore ist angesagt, versehen mit einer leichten Thrash-Tendenz und – in diesem Fall – einer absolut grottigen Produktion. Eigenregie halt, da kann man sich nun drüber ärgern, weil viele der Songs sicherlich eindeutig druckvoller geworden wären, wenn der Sound nicht so schlecht wäre – andererseits kann man sich aber auch so ein Urteil über das Können der vier Baden-Württemberger bilden.

Anläufe braucht man hier trotz der recht überschaubaren Spielzeit von 37 Minuten mehrere – da wird man abwechselnd irritiert vom deutschen Text bei „Samstag Abend“ und hört auch schon mal eine „Bad Boys“-Hommage aus dem ganzen Tohuwabohu heraus. Kein Wunder also, wenn man ein paar Anläufe braucht, um sich mit dem Sound der Truppe anzufreunden.

Da kommt der Opener „Scuffproof Anthem“ noch beinah erhaben daher, mit seiner leicht Death-Metal-lastigen Introgitarre und groovenden Gegrunze von Sänger Kubo fällt der Track auch nach mehrmaligen Hören immer noch aus dem Rahmen der CD, nur das folgende „Scuffproof“ senkt dann die Begeisterungsparameter schon wieder um ein Vielfaches, kommt einem das Stück doch eher ins Lächerliche gezogen vor.

Auch „Dedication“ beherbergt erstaunlich klassische Gitarren und zeigt einmal mehr auf, dass die Jungs sich nicht mit schnödem Hardcore allein zufrieden geben. Der Track ist definitiv eines der Highlights der Scheibe, nur der Sound lässt wie übrig zu wünschen übrig – hier wird sich allerdings so schön ausgekotzt, dass man darüber auch schon fast hinweg sehen kann. Der Titeltrack kann dann mit einer richtig genialen Gitarrenmelodie gleich zu Anfang überzeugen, bevor Kubos Organ das Stück wieder dominiert. Fast ein bisschen Grindcore lässt sich hier in den staubigen Gitarren und den fiesen Vocals entdecken – hier zeigt sich dann auch, dass sich bei Scuffproof durchaus Songwriterqualitäten verstecken.

Gegen Ende von „Moshpitstyle“ holt einen allerdings allmählich die Monotonie ein. Mit mag das am kratzigen Sound liegen, aber hauptsächlich daran, dass sich der Aufbau der meisten Scuffproof-Songs nicht so extrem unterscheidet. Stücke wie „The Way We Walk“ grooven zwar ganz ordentlich und beinhalten einige schöne Tempowechsel und auch live haut die Truppe bestimmt ganz gut rein, aber nach nicht ganz 40 Minuten (mal ca. zehn Durchläufe) reicht es dann auch irgendwann wieder.

Insgesamt liegt mit „Moshpitstyle“ zwar ein Album vor, das den Stempel „ganz okay“ verdient, man kann sich aber leicht vorstellen, dass die Tübinger noch mehr auf dem Kasten haben. An allen Ecken und Enden klappert das Schlagzeug, der Bass wummert nicht gewaltsam aus den Boxen, sondern leiert eher ein bisschen vor sich hin und auch die Gitarren verbreiten nicht halb so viel Druck wie sie sollten. Mein Tipp: Die Band live antesten und vor allem das nächste Mal etwas mehr am Sound feilen. Heutzutage muss man nicht reich sein, um einen halbwegs guten Sound auf seine CD zu bringen – und auch, falls die Band auf Old-School-Sound besteht: ein bisschen besser sollte es trotzdem werden.

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