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Scourged Flesh: Welcome To The End Of The World

Mehr Kindergeburtstag als Apokalypse
Wertung: 5.5/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 54:06
Release: 30.10.2009
Label: Soundmass

"Welcome To The End Of The World". Das klingt nach Feuer und Schwefel, der vom Himmel regnet, nach apokalyptischen Melodien, einem Doublebass-Gewitter und einer tiefen, furchteinflößenden Stimme, die selbst den Teufel erzittern lassen könnte, angereichert mit schneidenden Gitarrenriffs. Es klingt bombastisch, fesselnd, verstörend.

An dieser Stelle müsste der geneigte Leser sich ein verhaltenes Grillenzirpen vorstellen. Von Weltuntergangsstimmung kann beim dritten Album der Australier Scourged Flesh beileibe nicht die Rede sein; ein leicht schwefeliges Räuspern vielleicht, aber mehr auch nicht. Doch eins nach dem anderen, schließlich hat das Quartett aus dem Outback auch den ein oder anderen Glanzmoment auf der Platte versteckt.

Der Opener "Death And Destruction" hält zumindest, was er verspricht: die Instrumentals klingen absolut genial, der krächzende Gesang lässt sich erst sehr gewöhnungsbedürftig an, wird im Laufe des Stücks jedoch immer beeindruckender. Leider hat sich das ganz schnell erledigt: Bei "War Machine" geht Todd Kilgallons Stimme fast völlig unter, die Instrumente übernehmen die Regie.

Überhaupt haben die Australier eigentlich ein ganz gutes Händchen für Gitarrenspuren: "Shadow Storm" beispielsweise ist ein insgesamt recht uninteressanter Song, der aber ein sehr schönes Instrumentalstück aufweisen kann. Spätestens bei "Extinct" hört der Spaß aber auf: Das Stück ist ohnehin schon nicht sonderlich spannend, wird aber durch die Unart des Sängers völlig versaut, der sich einen Scherz daraus macht, die Gitarrenlicks in einer fast an Power Metal grenzenden Stimmlage nachzuäffen. Die Apokalypse wird hier zum Kindergeburtstag.

Sehr viel versöhnlicher stimmt einen "Waves Of Disaster"; hier herrscht bitterböser Gesang vor, der überraschenderweise von Gitarrero Dan Holmes um klaren Hintergrundgesang ergänzt wird. Holmes klingt zwar entfernt nach Nu Metal, trotzdem passt seine Stimme erstaunlich gut zu dem Stück. Auch "Napier" überzeugt mit genialem Gesang, einprägsamen Riffs und einer Dynamik, die auf dem Rest der Platte wünschenswert gewesen wäre, aber leider nirgends zu finden ist. 

Überhaupt gehen die restlichen Songs relativ unspektakulär an einem vorüber. Lediglich "Unleashed" versucht mit einem erstklassigen Gitarrensolo ein letztes Aufbäumen, der Funke will allerdings nicht so recht überspringen.

Scourged Flesh haben hier beim besten Willen nicht mehr abgeliefert als ein lediglich solides Album. Zwar klingen die einzelnen Songs durchaus auf eine gewisse Art und Weise ansprechend, driften aber schnell in Langeweile und Eintönigkeit ab. Wenn das tatsächlich das Ende der Welt ist, können wir uns alle entspannt zurücklehnen und den kurzen Schwefelschauer über uns ergehen lassen.

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