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Scorngrain: 0,05 Prozent

Eiskalt und glasklar
Wertung: 8.5/10
Genre: Cyber Thrash Metal
Spielzeit: 40:0
Release: 27.11.2006
Label: Dynamic Arts Records

Also, bei der finnischen Band Scorngrain muss ich wirklich sagen, dass die Presseinfo hält, was sie versprochen hat. Denn besser kann man wohl eine Kombination aus Thrash Metal und Cyber-Elementen kaum hinbekommenn.

Scorngrain haben mit „0,05%“ sozusagen den Thrash Metal der neuen Generation erschaffen. Ähnlich der kalten Stimmung, die ihre finnischen Landsmänner Shade Empire mit ihrem elektronischen Dark-/Black Metal auf ihrem aktuellen Album „Intoxicate O.S.“ aufweisen, kreieren auch Scorngrain auf „0,05%“ eine klinisch sterile Atmosphäre mit einer klirrenden Eiseskälte, die mal durch industrial-mäßige Maschinenklänge, mal durch elektronische Samples und nicht zuletzt durch die hammerharten Riffs, 100%-igen Thrashparts und auch die heiser gegrowlten Vocals perfekt in Szene gesetzt wird. Nicht zu vergessen und absolut erwähnenswert sind auch die dargebotenen Gitarrensoli, die dem Ganzen in seiner Kälte noch eine ganz spezielle Ästhetik verleihen.

All dies, was ich oben erwähnt habe, kommt daher mit einer immensen Dichte der Materie, ähnlich einem schwarzen Loch, das alles in sich aufsaugt, was nicht niet- und nagelfest ist. Kein Wunder, dass es einem beim Genuss dieses futuristischen Happens Musik in dieser glühweinschwangeren Weihnachtszeit ganz kalt ums Herz werden mag.

Gleich zu Beginn des Openers „The Code“ gibt es die volle Thrash-Dröhnung um die Lauscher und dann stimmen auch schon die Samples mit ein. 

Auf der gleichen Schiene geht es dann mit „Toadstool Journey“ weiter. Wenn hier die elektronischen Samples nicht wären, würden die Gitarrenlines schon etwas denen der Aachenern Thrasher Scornage ähneln – gut gemacht! „Mural“ startet gleich mal so richtig spacig, bis die heftigen Doppelgitarrenläufe nebst Schlagzeug ihren Dienst antreten. Im weiteren Verlauf hämmert sich der Song so richtig in die Gehirnwindungen, was ihn zu einem weiteren ganz starken Stück macht.

Auch „Off With Their Heads” klingt von der Gitarrensektion her wieder wie eine traditionelle Thrashgranate, wären da nicht wieder die Samples, die hier wieder diese futuristische Note hinzufügen. Abgerundet wird dieser Song durch ein echt gutes Gitarrensolo.

Der nächste Song „Übermensch“ ist für mich das Stück dieser Scheibe schlechthin. Hierzu sag ich nur: Auf die Homepage der Band gehen und unbedingt reinhören in diesen Song, den ich stets dafür hinzuziehe, wenn ich jemandem die Mucke von Scorngrain nahe bringen möchte. Dieser Song steht für mich absolut für die moderne Mucke von Scorngrain. Tradition meets Moderne quasi … Diese bedingungslose Härte gepaart mit den Industrialklängen ist einfach unerreicht. Ganz, ganz grosses Kino!

„Draw The Line“ ist ein weiterer Song, den ich zu meinen Lieblingssongs dieses Albums zählen darf, denn hier stimmt wieder einmal einfach alles. Auch hier kommt der geneigte Hörer erneut in den Genuss eines wirklich gelungenen Gitarrensolos.

Ab dem folgenden Song „Shot Down“ steigt dann der Anteil der Samples ein wenig, wobei auch dieser Song recht gute Kopf-Nick-Qualitäten besitzt. Die Stimmung, die hier verbreitet wird, passt genau zu dem, was ich eingangs schon angedeutet habe … kalt und dunkel scheint es zu sein … egal, wo man diesen Song hört … „Mama Stabber“ zeigt danach, wie sehr sich die Presseinfo erneut bewahrheitet: „Pleasure served with madness“ heisst es dort … wenn man den Refrain hört, dann wird klar, was mit diesem Spruch gemeint ist … Im Mittelteil des Songs ist die für mich zulässige Höchstzahl an Samples erreicht … mehr dazu unten …

Das letzte Stück „Teaspoonful“ schrabbt dann leider an meiner Grenzwertigkeit, betreffend dieser ganzen Samples. Die Gitarrensektion um Dr. Mike und A.I hauen es hier wieder tüchtig raus… ich finde es genial, was die beiden hier an ihren Saiteninstrumenten fabrizieren!

Lediglich die Produktion bekommt von mir eins auf den Deckel: So kommt die Stimme von B.B. Enema leider etwas zu leise rüber.  Und bitte tut mir einen Gefallen, Ihr innovativen Finnen: bitte verwendet auf Eurem nächsten Album nicht noch mehr Samples als Ihr es auf „0,05%“ getan habt, denn das hier soll doch immerhin Metal bleiben …

Fazit: Eiskalt und glasklar .. so hiess es schon in einem Werbespruch für ein alkoholisches Getränk. Passt aber auch perfekt zu den Finnen … Wer offen für Neues ist, der sollte unbedingt seine beiden Ohren riskieren … Wer Shade Empire zu seinen Favoriten zählt, dem erteile ich hiermit sogar eine unbedingte Höranweisung!

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