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Scornage: reaFEARance

Thrasht in bombastisch brutaler Art und Weise die Langeweile aus der heimischen Sammlung weg
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 49:48
Release: 24.08.2012
Label: Massacre Records

Wenn von Thrash Metal in Deutschland gesprochen wird, dann sind es immer wieder die großen Namen, die fallen, ob nun in Frankfurt oder Altenessen. Dabei hat die teutonische Szene so unendlich viel mehr zu bieten, der Fan dieses Genres muss nur versierter hinschauen. Für die Aachener Scornage fängt mit dem vierten Studioalbum eine neue Ära an, denn hatten sie zuvor via MDD bzw. Remedy Records ihre bisherigen Outputs unters Metalvolk verteilen können, so haben sie für das neue Album „reaFEARance“ bei Massacre Records unterschrieben.

Neues Label, nur bedingt neues Songwriting, denn auf „reaFEARance“ streuen sie dezente Death-Anleihen aus, für die ausnahmslos Fronter Guido Grawe zuständig ist. Die Instrumentalarbeit steckt aber knietief im fetten Thrash, modern, aggressiv und auf den Punkt durch Andy Classen produziert und schön mit reichlichen Bay-Area-Stimmungen aufgepeppt. Kompromisslos bis aufs Blut, so schreddern die Jungs zum Newcomer-Preis, wobei so ganz natürlich der Terminus Newcomer zu der erfahrenen Truppe nicht passen will.

Zehn neue Wutbatzen haben sie in knapp 50 Minuten angesammelt, immer mitten in die Fresse, wie sie schon recht unmissverständlich mit dem Opener „Six Minutes To Fear“ unterstreichen, denn die Riffs fräsen sich präzise wie ein Schweizer Uhrwerk durch die Aachener Printen, die melodische Leadgitarre wird durch das Doublebasswummern ein wenig in den Vordergrund geschoben und doch findet immer wieder die Gitarre zum Hauptthema zurück.

Kaum kommt der Gedanke auf, dass Guido seinen stimmlichen Umfang nur aufs Keifen, ähnlich wie es auch Legion Of The Damned umsetzen, verlegt, da packt er auch schon einige derbe Growls wie in „At First I Hate“ aus, und schon finden sich die vokalen Death-Sequenzen als kleine Unterbrechungen, ohne jemals zu dominant am Thrashgerüst zu rütteln. Überhaupt, „Frozen Throne“ ist ein Paradebeispiel für die durchaus auch Abwechlsung bietende Mucke, denn kaum prischt die etwas melodischere, aber trotzdem aggressive Leadgitarre in den Vordergrund, da wechseln Scornage unvermittelt in derbes Blastgeprügel, immer wieder mit dem Wechselspiel aus vielem Gekeife und einigen heftigen Shouts.

Auffällig ist, dass die Thrasher die ganze Zeit das Tempo recht hoch halten, vielleicht mal für einige Takte wie bei „We Bury Our Dead Alive“ in eine groovige Phase verfallen, zügig aber wieder Tempo aufnehmen – schön hier die langen, ansteigenden Schreipassagen, die einen leichten Dirkschneider-Touch haben. Hinzu kommen dann derb fiese Nackenbrecher wie „Face The Blade“ oder das mächtig Arsch prügelnde „The Holy Rape“ und fertig ist eine CD, die auf dem Thrashmarkt ganz oben mitspielen muss.

Wer noch immer nicht kapiert hat, dass die deutsche Thrashszene einfach mehr zu bieten hat, dem ist wahrscheinlich nicht mehr oder nur noch kaum zu helfen. Scornage sind der beste Beweis, dass man Erfahrung, Spielfreude und das Schreiben geiler Songs nicht in Übersee gepachtet hat, sondern dass heimische Kapellen schon längst auf der Überholspur gleichgezogen haben. Da hilft vielleicht auch ein Blick in Richtung Hannover auf die aktuelle Cripper-CD „Antagonist“. Aachens Finest Scornage thrashen in bombastisch brutaler Art und Weise die Langeweile aus der heimischen Sammlung weg.

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