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Scornage: Born To Murder The World

Ohne viel Worte: Ein Meisterwerk
Wertung: 10/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 47:39
Release: 20.03.2009
Label: Remedy Records

Das Jahr des Herrn 2009 sei nun also dasjenige, in welchem der Leibhaftige erscheinen wird und die Welt heimsucht und beichtet „I was born to murder the world“. Musikalisch vertreten wird dieser Eine durch die Aachener Scornage, die das Ganze auf ihrem aktuellen Longplayer mit eben jenem Titel „Born To Murder The World“ vertonen. Zeitlich gesehen wurde es ja auch langsam noch mal Zeit für die Jungs, nachzulegen, liegt der Release ihrer letzten Langrille „Pure Motorized Instinct“ doch schon gut zweieinhalb Jahre zurück. Der Song „Made In Hell“, den die Jungs schon im Vorfeld seit einiger Zeit live spielen, ermöglichte bereits einen kleinen Einblick. Doch jetzt genug der einleitenden Worte, lasst die Musik für sich sprechen.

„Made In Hell“ bildet den Opener in die etwas mehr als 47 Minuten Thrash Metal. Wer die Jungs in letzter Zeit live gesehen hat, der kennt das Stück bereits aus ihrem Live-Set. Wer nicht, hat zwar etwas verpasst, aber dem sei trotzdem Appetit gemacht: Hier gibt es gleich nach einem kurzen Sample „Shall We Begin…“ das volle Spektrum der Scornage-Power um die Löffel. Das ziemlich flotte Stück beheimatet neben einem zackigen Gitarren-Solo auch eine wunderbar in Szene gesetzte bedrohlich-beklemmende Stimmung. Guido scheint gewaltig an seiner Stimme gearbeitet zu haben, denn er klingt so gut wie nie zuvor. 

Der nächste Song “Prototype” hat es sogar auf den Rock Hard - Sampler geschafft. Das Riffing ist wie geschaffen für Headbang-Orgien. Außerdem wird hörbar, dass sich die Aachener immens weiterentwickelt haben, was das Songwriting angeht. Bei dem neuen Material wird viel mehr Wert auf Abwechslungsreichtum innerhalb eines Songs gelegt - und eben das ist es, was ein Stück interessant macht. 
Wenn man einen Thrash-Song als groovend bezeichnen kann, dann ist “The Scent Of Things To Come” ein Kandidat dafür. Neben dem treibenden Riffing ist hier Tom F.´s Drumming äußerst erwähnenswert.

Was diesem Rhythmus-Monster folgt, bezeichnet man gemeinhin als Meisterwerk. Dieses Meisterwerk ist der Titeltrack des Albums „Born To Murder The World“. Alles beginnt mit einem Intro. Erstklassig, wie dieses Ding die nötige Stimmung erschafft, bis aus dem Hintergrund die Gitarren von Tom B. und Arry erklingen und das Inferno über den Hörer hereinbricht. Klasse, wie man auch Markus´ Bass heraushören kann. In diesem Song klingen Scornage wirklich so gut, wie ich es in dieser Form noch nie von ihnen gehört habe. Der Refrain, der nach der melodisch wunderbar in Szene gesetzten Bridge folgt, gehört zu den allerbesten, die ich in letzter Zeit um die Ohren bekommen habe.

Scornage zeigen sich hier wie auch an vielen anderen Stellen auf ihrem Album weitaus melodischer als sie es in der Vergangenheit getan haben. Aber gerade das Hochschrauben des Melodiefaktors steht den Jungs wirklich ganz außerordentlich gut. Dieser Song, der zudem mit einer von Scornage bislang auch noch nicht gewohnten Überlänge von knapp neun Minuten ausgestattet ist, begeistert und überwältigt. Soll er doch kommen, wenn der Abgang von dieser Welt musikalisch so genial gestaltet wird. Ein Meisterwerk, ein Meilenstein!

Auch das folgende “If We Really Knew” ist geprägt von guter Melodieführung sowie einmal mehr von dem Mann an der Schießbude. Tom F. leistet auch hier wieder einen außerordentlich guten Job. Guidos fauchige Vocals gefallen richtig gut. 
Wundert es jemanden, dass ein weiterer erstklassiger Song folgt? Nein, nicht wirklich, und so haben wir es bei “Dead & Gone” mit einem hochklassigen Stück Thrash Metal zu tun, in dem die Jungs tempotechnisch wieder aus dem Vollen schöpfen. Auch hier fällt auf, dass die Jungs mit mehr Melodie viel mehr Farbe ins Spiel zu bringen wissen. 
Ganz, als ob die Musiker eine Pause von den schnellen Stücken bräuchten, folgt das Instrumental „SPDS“, das man im Gegensatz zu anderen Stücken gar als behäbig bezeichnen könnte.
Aber flugs geht es schon weiter mit „There Are No Innocents“, bei dessen Beginn man sich fühlt, als ob man am Bahngleis steht und ein ICE mit Vollgas an einem vorbei rauscht. Wow, welch ein Kontrast zu dem kurzen Stück zuvor. Ich sehe bei diesem Stück vor meinem inneren Auge auf Konzerten der Jungs die ersten Reihen headbangerderweise vereint und dahinter tobt der Moshpit. Ein wahnsinnig wuchtiges Teil. 

Diese unverkennbare Gitarrenarbeit zeichnet „Razor Blade Smile“ aus. Auch in diesem Song wird wieder deutlich, dass sich die Jungs verbessert haben, was das Songwriting angeht, denn die Rhythmuswechsel in den verschiedenen Parts sind sehr gut gelungen. Die Gitarrensoli sind – man könnte es nicht besser sagen – rasiermesserscharf.

Jetzt ist er da, der Punkt, auf den man unterschwellig gewartet hat, der Songtitel sagt alles: „...And Now He Rises“. Neben „Burn To Murder The World“ ist dieses exzellente Stück der Beweis dafür, wozu Scornage imstande sind. Das Riffing ist, obwohl treibend auf der einen Seite, doch ungemein melodisch gefärbt. Sehr schön anzuhören sind auch die Wechsel zwischen schnellen und Midtempo-Parts. Erstklassig verbreiten die Jungs auch hier wieder eine bedrohliche Stimmung. Perfekt klingen die Gitarrensoli und auch Guido läuft zu seiner absoluten Hochform auf. 

Fazit: Mit „Born To Murder The World“ haben Scornage ihr Meisterwerk erschaffen. Definitiv & now and for all. Scornage sind so stark wie noch nie zuvor und das stellen sie mit ihrem neuen Album mehr als eindrucksvoll unter Beweis. Dieses Werk ist ein sehr hoher Aspirant für mein Album des Jahres, denn ich glaube kaum, dass mich in diesem Jahr eine Scheibe noch einmal so dermaßen von den Socken hauen wird.

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