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Scorged: Scorged

Groove, Groove und noch mehr Groove
Wertung: 9/10
Genre: Extreme Metal, Death Metal
Spielzeit: 44:53
Release: 25.09.2020
Label: El Puerto Records

Das Saarland mag nur ein kleines Fleckchen Erde sein, trotzdem scheint die Dichte an Rock- und Metalbands dort deutlich höher zu sein als anderswo. Hauptsächlich durch die großartigen Midsummer Records kommt man immer wieder mit der hiesigen Rockszene in Kontakt, mit Scorged hat sich jetzt auch eine ziemlich deftige Metaltruppe eingereiht, die auf dem kleinen Label El Puerto Records (u.a. auch Sons Of Sounds) ein Zuhause und somit einen Veröffentlichungsplatz für das selbst betitelte Debütalbum gefunden hat.

Das Quintett pendelt sich im Extreme-Bereich ein, lässt schwarzmetallische Einflüsse ebenso einfließen wie Old- und New-School-Death, garniert mit ordentlich Groove und dem überraschend facettenreichen Organ von Fronter Denis, von dem sich Fans und solche, die es noch werden wollen, bereits bei der Vorab-Abrissbirne „black crowned enemy“ überzeugen konnten – das zugehörige Performance-Video rotiert bereits seit einigen Tagen auf YouTube.

Erfrischend modern klingen die zehn Songs auf „Scorged“ - und das ganz ohne sich des Keyboards zu bedienen, was ja moderne Bands durchaus mal bis zum Erbrechen betreiben. Stattdessen gibt es beinah eine Dreiviertelstunde lang auf die Zwölf, nur unterbrochen von gelegentlichen Spielereien wie dem Grindcore-lastigen Groovepart in „oppressor“ oder dem beinah ohrwurmigen, aber in jedem Fall mitgröltauglichen Refrain bei „integrity“. Ein Opener wie das rasante „vengeance“ hat da schon von der ersten Sekunde an den Weg geebnet zu Groove, Groove und noch mehr Groove – denn davon haben Scorged reichlich im Gepäck.

Schön auch der Wechsel zwischen bissigem Gekeife, tiefen Growls und modern angehauchten Shouts, die Sänger Denis hier vorführt; optisch könnte man ihn beinah in eine Oi-Punk-Band stecken, stimmlich muss er sich aber vor deutlich erfahreneren Kollegen des Genres absolut nicht verstecken, sondern sorgt für den nötigen Wiedererkennungseffekt der Truppe. Und auch wenn sich die Saarländer eher mal im Midtempo suhlen, gelingt doch der Brückenschlag zu deutlich flotteren, Black-Metal-lastigen Riffs wie im starken „wasted“ scheinbar spielend. Bitterböse kriecht dann „surveillance“ aus den Boxen, eröffnet mit melodischen, dezent im Hintergrund gehaltenen Gitarren frostige Weiten und atmet dabei erneut den deutlichen Todeshauch des Black Metal. Genau da funktioniert der Fünfer aber am Besten: Wenn Denis sich fies am Mikro austoben darf und die Instrumentalfraktion dem Song ein wütendes Fundament bauen darf.

Man kommt nicht umhin, die Truppe für ihr Debütalbum zu bewundern. Bis auf kleine Längen gegen Ende können die Saarländer die Spannung durchgehend halten und haben sogar mit Stücken wie „surveillance“, „oppressor“ oder „black crowned enemy“ einige richtige Sahneschnittchen in petto. Man darf tatsächlich gespannt sein, was die Jungs noch für Asse im Ärmel haben und kann nur hoffen, dass man die Band mal live erwischt, wenn sich der Konzertalltag in wünschenswert naher Zukunft wieder etabliert hat.

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