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Scorefor: Living In The Moment

Die bayerische Antwort auf Emo
Wertung: 2.5/10
Genre: Poppunk, Alternative
Spielzeit: 46: 10
Release: 19.06.2009
Label: Off The Records

Eines muss gleich vorneweg klargestellt werden: Ich habe nichts gegen Punk. Oder Punkrock. Oder deutschen Punk im Speziellen. Aber diese Platte habe ich nicht gehört, ich habe sie ertragen. Nicht, dass die Musik nicht gut gewesen wäre, im Gegenteil: Als Instrumentalversion hätte mir das Album sicher mehr gefallen. Was einen spätestens nach dem ersten Song anfängt zu stören, ist die, sagen wir, leicht unangenehme Stimme von Sänger Florian. Erst bei den langsameren Songs, die auf der Platte leider relativ rar gesät sind, kann man sich entspannt zurücklehnen und auch den Gesang genießen.

Dass die Punkrocker, die nun schon seit 13 Jahren die Bühnen ihrer Heimat Bayern unsicher machen, auch in den USA und Kanada ziemlich erfolgreich sind, ist kein Wunder, werfen sie doch mit chartskompatiblen und ohrwurmträchtigen Melodien nur so um sich. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hatten sie sogar schon Gelegenheit, mit Szenegrößen wie The Used oder No Use For A Name touren zu dürfen. Ihren Namen Scorefor legten sie sich erst zu, nachdem sie unter ihrem ursprünglichen Namen Shit keinen Erfolg hatten - wen wundert´s? Thematisch verarbeiten die fünf Bayern hauptsächlich alltägliche Situationen und Gefühle, womit sie sich immer mehr von ihren Skatepunk-Wurzeln entfernen und mehr in Richtung Punkrock tendieren

Tatsächlich startet die Platte ziemlich rockig: Die Gitarren klingen gleich beim ersten Song solide und bilden eine breite Wand, dann setzt der Gesang ein – und alles ist dahin. Als dann beim Song „I Won´t Admit It!“ auch noch der obligatorische Mitklatsch-Part zu hören ist, bin ich versucht, die CD aus dem Fenster zu werfen. Aber weiter: „Simplify Your Life“ gefällt mir gleich viel besser, hauptsächlich vermutlich deswegen, weil die Stimme durch einen Verzerrer leicht entstellt wird – leider wird im Chorus wieder klar gesungen. Trotzdem rockt der Song ziemlich gut und bildet damit schon jetzt einen der Höhepunkte des Albums.

Mir scheint, als hätte die Band sich noch mal aufgerappelt: Bei der Ballade „I Want You To Know“ klingt Florians Stimme gleich um Längen besser, geradezu angenehm. Ein toller Song: nicht zu kitschig, aber in bester Emo-Manier doch traurig genug, damit man davon eine leichte Gänsehaut bekommt. Auch die darauf folgenden Songs klingen erwachsener als ihre Vorgänger, mit einer weniger kindisch-punkigen Haltung, dafür aber mit rockigen Gitarren und durchdachten Texten. Doch zu früh gefreut: Der komplette Rest des Silberlings verliert sich in einer Suppe aus Texten, die aus der Feder eines pubertierenden Sechzehnjährigen stammen könnten, platten Pop-Attitüden und noch mehr Eingängigkeit.

Ein Fazit kann hier nur kurz und knapp ausfallen: Was Eingängigkeit und Ohrwurmcharakter haben sollte, verkommt zu allzu poppigem Geleier, die Rockgitarren verschwinden teilweise fast vollends im Sumpf der leider recht einfach gehaltenen Melodien. Der Term Punkrock ist hier so fehl am Platz wie diese CD in meinem Regal – diese Platte ist Poppunk, nicht mehr und nicht weniger.

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