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Schock: Halt Still

Schock - schockierend gut!
Wertung: 10/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 47:43
Release: 06.06.2008
Label: Eigenproduktion

Nach fünf Jahren heiterer, aber auch erschreckend schwindel-erregender Achterbahnfahrt sind die Band-Mitglieder um die Thüringer Formation Schock aus dem Karussell gestiegen, um sich wieder in den Proberaum einzuschließen und dort an neuen Heldentaten zu arbeiten.

Bereits zwei Mal mit enormem Erfolg geschehen, ist die Band doch einst „Erwacht“, um mit dem zweiten Longplayer im „Glamour“ zu glänzen, lautet die neue Devise „Halt Still“!

Doch dies zu befolgen, benötigt einiges an Selbstdisziplin, denn die neuen Songs der Band sind dermaßen mitreißend, dass man den starken Drang verspürt, vor Begeisterung wie ein Flummi im Wohnzimmer umher zu springen – andererseits gibt es auch wieder ruhigere Songs, bei denen man in eine melancholisch-verträumte Trance verfällt, den tiefsinnigen Texten lauscht und sich von den Melodien gefangen nehmen lässt.

Der Opener „Kein Atemzug“ ist eine perfekte Mischung aus diesen beiden Seiten – ein düster-schöner Text, der auf harmonische Akkorde in den Versen trifft und im Refrain von rockigeren Riffs unterlegt wird. Der Titelsong „Halt Still“ provoziert geradezu, denn man wird wie von einer (Klang-)Welle mitgerissen – aber nicht komplett überrollt.

Die angenehme Stimme des Sängers verleiht besonders in der emotionalen Hookline ein besonderes Gänsehaut-Feeling, bei dem man dann doch, wirklich vor Begeisterung, erschaudernd still halten kann.

Besonders beim beachtlich bedrückendem, beinahe bedingungslos berauschendem, „Am Ozean“ lassen die Gitarren-Magier eine beispielhafte Atmosphäre entstehen.

Ab sofort scheint die CD nur noch besser zu werden – „Niemand“ ist ein schnellerer Song mit Ohrwurm-Köder, bei dem man auch sofort zubeißt. „Innerlich Tot“ klingt sowohl verzweifelt als auch sehnsüchtig zugleich und bietet eine gelungene Vorlage zu dem finalen Abschluss der CD, die dann mit dem langsamen und sanften Song „Am Ende“ zu rotieren aufhört.

Ein unendlich trauriges Lied, das bei dem Hörer für gesträubte Haare sorgt und ihn gedankenversunken zurücklässt.

Die Gitarristen lassen in ihrem durchaus flüssigen Spiel immer gelungene Pausen einfließen, die genügend Platz für eine groovende Bass-Stimme lassen, welche nicht aufdringlich kompliziert, aber auch nicht eintönig langweilig klingt – die Aufgabe des Bass’, die Brücke zwischen Rhythmus und Melodie zu schlagen, wird hervorragend erfüllt.

Der Sänger, der sich irgendwo zwischen meinen beiden Lieblings-Sängern Thomas Rainer und Louis Manke befindet, macht ebenfalls einen exzellenten Job, die durchweg vortrefflich (düster-)schönen Texte werden immer passend aggressiv, nachdenklich und schmeichelnd wiedergegeben. Zu guter Letzt noch ein Wort zum Drummer – er ordnet sich prima ins Klanggefüge ein, spielt dynamisch und gut akzentuiert.

Leider hat man oft den Fall, dass entweder die Base-Drum oder die Toms etwas hohl klingen, doch die Produktion der CD lässt ebenfalls keine Kritik zu! Den Einsatz von Synthesizern haben Schock dieses mal mehr in den Hintergrund gestellt – auf den Vorgänger-Alben waren diese ein wichtigeres Element, doch die Band kommt auch größtenteils sehr gut ohne sie aus. Einige Feinheiten sind aber immer noch vorhanden, die den Liedern den letzten Feinschliff verleihen.

Fazit: Endlich wieder eine deutsche Gothic-Rock-Band mit astreinen Texten – ohne dabei in irgendwelche Gothic-Klischees abzurutschen – die etwas von ihrem Handwerk versteht!

Man kann der Band nur wünschen, dass sie bald ein geeignetes Label findet, das diese CD so gebührend herausbringt, wie sie es verdient! In meinem CD-Player wird sich diese CD auf jeden Fall noch sehr oft wieder finden!

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