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Schizophrenia: Voices

Einmal Vollgas bitte - und danke
Wertung: 8,5/10
Genre: Death Thrash Metal
Spielzeit: 19:57
Release: 31.01.2020
Label: Independent (Vinyl/CD) / Dying Victims Productions (Tape)

Wer schon ein bisschen länger die belgische Death-Thrash-Szene beobachtet, der ist vielleicht schon über Hämmerhead aus Antwerpen gestolpert, hatten die doch 2013 und 2014 mit „Faster Than Lightning“ und „The Doom That Came To Carnath“ zwei EPs in Eigenregie veröffentlicht. 2016 benannten sie sich dann in Schizophrenia um und nur noch Bassist und Sänger Ricky sowie Gitarrist Romeo sind geblieben. Zwar sind Drummer Vincent und Gitarrist Lennert bei den ersten Gehversuchen unter neuem Banner noch dabei gewesen, 2017 aber gesellten sich Drummer Lorenzo – vielen sicher bekannt als LV Speedhämmer bei den aufstrebenden Speed Metallern Bütcher – und Gitarrist Marty hinzu – die Tür zur Debüt-EP schien somit weit aufgestoßen.

Und Ende Januar 2020 treten sie dann diese Tür mit voller Wucht ein wie schon viele Bands vor ihnen, aber mit dermaßen viel Schmackes, dass da jeder Haltebolzen versagen muss. Nun, Innovation ist da natürlich ein Fremdbegriff (und heute eh so gut wie gar nicht mehr möglich), aber Spaß machen die belgischen Jungs volle Möhre, denn die Energie ist mit jedem Doublebasstakt und jeder Riff-Salve sehr deutlich zu spüren – böse, wer beim Bandnamen an alte Brasilien-Zeiten denkt (und nicht unbedingt soooo falsch damit liegt).

Und wenn schon mit Schmackes, dann auch bitte ohne Intro bei „Structure Of Death“ – et violà, genau das machen die Jungs wie erhofft, unvermittelt stehen sie in der Bude und zimmern mal kurzerhand die Möbel zurecht: Doublebass-Inferno, aggressives Old-School-Riffing und der growl-keifende Gesang, schnell noch ein bisschen Groovekeule, da dürften die Knochen im Moshpit gleich wie Streichhölzer knacken. Die Messe, was Schizophrenia so anzubieten haben, ist somit nach den ersten nahezu vier Minuten gelesen.

Und wenn man denkt, sie werden auf der nächsten Nummer „Perpetual Perdition“ das Niveau nicht halten können, dann wird man schnell nach ein paar schleppenderen Tönen eines besseren belehrt. Gerade die ineinandergreifenden Gesangspassagen und der Wechsel aus Doublebass-Dauerfeuer sowie dem eher klassischen Bassdrum-Pumpen und auch der freche Wechsel zum Moshpitpart machen deutlich: hier wird Thrash Death gelebt. Die nächsten beiden Nummern manifestieren dann das Schnittmuster: fett groovende Starts, wie sie alte Thrashcore-Formationen kaum besser hinbekommen hätten und so im Grunde in wenig hektischer Sicherheit wiegen, bis dann erneut die Vollgas-Eruption hereinbricht. Während „Mortal Sin“ quasi eine Salve nach der anderen abfeuert, lässt das Quartett es bei „Schizophrenia“ auch mal halblang angehen, nur um dann wieder mit voller Wucht Kleinholz zu fabrizieren.

Ups, in der Wohnung stehen noch ein paar Möbel heil herum? Das kann nur ein Versehen sein, also schnell noch mal die Aggro-Power ausgepackt, „Beyond Reality“ wird schreddernd unbarmherzige Wirklichkeit, treibt massiv an, lässt zum Solo eine kurze Atempause und... die Tour als Support für Evil Invaders kann kommen. Da brennt die Bühne, mit Sicherheit.

Wer sich für die Tapeversionen interessiert, hat die Wahl zwischen der regulären Edition mit Sticker und Button, die „special edition“ kommt dann mit mit Metalpin und Sticker.

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