Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Schismophilia: Dystopia

Beherrsche deine Vorurteile, bevor sie dich beherrschen…
Wertung: 8,5/10
Genre: Rock/ Heavy/ Black/ Death/ Folk
Spielzeit: 28:34
Release: 12.11.2013
Label: Boekel Records

Wer auf straighten Rock steht, wer sich noch nicht einmal im Ansatz vorstellen kann, nicht nur über den Tellerrand zu lugen sondern blind zu springen, der braucht hier gar nicht mehr weiter zu lesen. Die Duisburger Schismophilia haben zwar jede Menge von dem intus, was in der aktuellen Härtnerszene so gang und gäbe ist, doch vermischen sie so sehr diverse Stilrichtungen, dass man meinen könnte: Da kann man sich doch nur hoffnungslos verzetteln.

Pustekuchen, denn das Quartett rund um Bandkopf, Sänger und Gitarrist in Union, Gogo Gassi, rührt hier ordentlich in dem Spannungsfeld von modernem Metal, Todesgeröchel, gar schwarzmetallischen Pestbeulen und Hellas-Folklore herum. Sie selbst verweisen darauf, dass man sie eigentlich in die Crossover-Schublade stecken müsste, womit sie im Grunde gar nicht mal so falsch liegen und doch wiederum meilenweit das Ablageziel verfehlen.

Wie das? Auch wenn die Truppe nicht für Freunde der ganzen großen Erdbeben eines Stärkegrades der Marke XII geeignet sind, so schlingert der Zeiger auf dem Metal-Seismographen noch immer auf eine beachtliche achteinhalb. Nach einem äußerst gelungenen Intro, welches noch nicht den Inhalt der anstehenden Mucke offenbart und doch mit folkloristischen Elementen ein erstes Warnzeichen hinterlässt, geht es mit „Katara“ gleich durchweg zum ersten Anspieltipp. Der zuerst modern metallische Start und gerade die griechischen Lyrics sorgen für gehobenes Metal-Ambiente, wobei nicht muttersprachliche auch an klingonisch denken könnten. Sprich: Gerade die für typisch teutonische Ohren ungewöhnliche Klangfärbung hebt den Song einfach noch ein Stückchen weiter auf der Originalitätsskala. Bei diesem fetten Groover mit reichlich todesmetallischen Vocals wird aber auch klar: Beherrsche deine Vorurteile, bevor sie dich beherrschen.

„The Walk Of Shame“ steht auch als Radio Edit zur Verfügung. Man sollte sich allerdings nicht täuschen lassen, ist die doch kompakte Nummer noch immer locker zu hart für den Kommerzäther. Schismophilia wecken immer wieder in Teilen Erinnerungen an Coroner, die mit aller groovigen Gewalt auf Clawfinger treffen und punkten mit sehr eingängigem Refrain. „Mytuma“ dagegen kommt deutlich vertrackter daher und kokettiert in den mehr als sieben Minuten mit unzähligen Rhythmuswechseln, wobei auch der Gesang sehr facettenreich mit Growls, über Stimmverfremdungen, wie man sie im Grindcore findet, bis hin zu blackmetallischen Wurzeln aufwartet. Wahrlich keine leichte Kost, aber durch den roten Groovefaden eine durchgehend hochklassige Mischpoke.

Bei „As Reality Passes You By…“ kann man nur kurz auf einer Introinsel zur Ruhe kommen, denn nach der ruhigen Einleitung geht es gleich knüppelhart durch deathmetallische Gefilde, bevor sich Folklore ihre Bahn bricht und die Oberhand gewinnt – voll gelungen. Die unterschiedlichen Charaktere werden immer wieder durch anders klingenden Gesang herausgearbeitet – vom Aufbau also ähnlich wie damals bei Waltaris „Death Metal Symphony“, wobei man diese beiden Bands natürlich nicht vergleichen kann. „Deliverance“ schließlich rundet die EP mit einem leicht melancholischen, aber positiv gestimmten Outro ab.

Einmal mehr zeigt sich der Schmelztiegel im Ruhrpott von seiner besten Seite, denn die Duisburger Schismophilia liefern mit „Dystopia“ eine sehr eigenwillige Legierung ab, halten aber die Balance zwischen modernen, deathmetallischen und groovigen Elementen sowie den Hellas-folkloristischen Verfeinerungen authentisch, nicht nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht, sondern eher: So muss das, und nicht anders.

comments powered by Disqus

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging