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Schandmaul: Sinnfonie (DVD)

Lebendige Bühnenshow
Wertung: 9.5/10
Genre: Folk Rock
Spielzeit: 225:39
Release: 19.04.2009
Label: F.A.M.E. Recordings

Ein zehnjähriges Jubiläum hat man nicht alle Tage – und gerade deshalb sollte es gebührend gefeiert werden. Schandmaul machten sich und ihren Fans zu ihrem zehnjährigen Bandbestehen ein ganz besonderes Geschenk: Ein großes Jubiläumskonzert am 14. November 2008 im Zenith in München, aufgezeichnet durch insgesamt zwölf Kameras.

Eines der Ergebnisse dieser Aufzeichnung ist die Doppel-DVD „Sinnfonie“, die üppig ausgestattet daherkommt: Der Mitschnitt des über dreistündigen Konzertes und ein 24-minütiges Making-Of-Video summieren sich auf eine Laufzeit von insgesamt 225 Minuten – Zeit, die gut investiert ist.

Denn Schandmaul präsentieren sich auf „Sinnfonie“ von ihrer besten Seite: Spieltechnisch gesehen sind die 36 Songs, die während des Konzerts zum Besten gegeben werden, einwandfrei – nur selten schleicht sich ein falscher Ton oder eine Ungenauigkeit ein. Es ist also ein ungetrübtes Hörvergnügen, welches sich dem Zuhörer bietet.

Doch bei einer DVD ist man ja nicht allein Zuhörer, sondern ebenfalls Zuschauer – ein Aspekt, der nicht vernachlässigt werden sollte. Auch hier beweist die Band wieder einmal ihre Live-Tauglichkeit: Die Show, die die sechs Musiker auf der Bühne – man möchte fast sagen – zelebrieren, gehört definitiv nicht mehr zum Standard. In-Ear-Monitoring sei dank sind alle (abgesehen vom Sänger Thomas Lindner) nicht auf einer bestimmten Stelle der Bühne gebunden und haben so Bewegungsfreiheit – die ausgiebigst genutzt wird.

So wird gehüpft, umhergelaufen und mit dem Publikum und den anderen Bandmitgliedern interagiert, was die Muskulatur hergibt. Man merktden Schandmäulern an, dass sie auch selbst größten Spaß an ihrer Musik haben und sich dabei nicht allzu ernst nehmen. Letzteres ist ein Umstand, der sich vor allem bei „Der letzte Tanz“ zeigt: Zu der von Sänger Thomas Lindner intonierten Textzeile „Im Wind die Fahnen wehten“ greift sich Gitarrist Ducky ein abgelegtes Kleidungsstück, wedelt damit der Drehleierspielerin Anna Kränzlein zu und sorgt so auf der linken Seite der Bühne für Heiterkeit.

Die Band zeigt sich ebenfalls sehr publikumsgebunden: So sind die Ansagen des Sängers immer darauf ausgelegt, eine Antwort zu erhalten. Teilweise, vor allem wenn es darum geht Wasserflaschen unter das Volk zu bringen, spricht er sogar einzelne Personen in den Menschenmassen direkt an.

Auch Besitzer der im letzten Jahr erschienenen biografischen DVD „Sinnbilder“ kommen mit „Sinnfonie“ auf ihre Kosten: Die Band, die sich dort ausgiebig vorgestellt hat, ist nun noch ausgiebiger auf der Bühne zu bewundern. Das Konzert übertrifft den auf „Sinnbilder“ enthaltenen Wacken-Mitschnitt um Längen, vor allem, wenn es um das Songspektrum und die Klangvielfalt geht: Auf „Sinnfonie“ spielen Schandmaul die Höhepunkte von all ihren Alben und wechseln dazu des Öfteren die Instrumente. So tauscht Drummer Stefan Brunner in ruhigeren Songs das Schlagzeug, manchmal benutzt er sogar nur Percussioninstrumente, wie eine Conga oder ein Cajon. Passend dazu steigt Ducky oftmals von E- auf Akustikgitarre um.

Die Songs selbst werden nicht immer im gewohnten Schema gespielt: Zwei Medleys sind darunter, einmal „Das Tröte-Mitgift-Medley“, entstanden aus den Songs „Die letzte Tröte“ und „Mitgift“, und „Das Drachen-Medley“ mit Ausschnitten aus den drei Songs um die Drachentöter-Sage „Der junge Siegfried“, „Drachentöter“ und „Krieger“. Hier bieten Schandmaul den Fans etwas Neues – genauso wie bei der Bass-Schlagzeug-Improvisation „Wo ist die Eins?“, während der die restlichen Musiker kurz die Bühne verlassen.

Einen Makel hat die DVD-Ausgabe von „Sinnfonie“ dennoch. Sie ist definitiv nichts für Video-Puristen. Teilweise wird mit Farbfiltern gearbeitet, manchmal mit mehreren Bildausschnitten, die von schwarzen Rändern umgeben sind; solche Veränderungen sind nicht jedermanns Sache.

Alles in Allem jedoch ist die Doppel-DVD „Sinnfonie“ eine lohnende Investition: Über drei Stunden Livematerial und die Making-Of-Dokumentation sind genug, um einen langen Abend zu füllen. Dem, der die Bühnenshow von Schandmaul zu sich nach Hause holen möchte, sei diese DVD deshalb empfohlen.

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