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Schandmaul: Artus

Lässt mit Sicherheit die Fan-Herzen höher schlagen
Wertung: 8,5/10
Genre: Folk-Rock
Spielzeit: 50:42
Release: 03.05.2019
Label: Universal Music

Im vorigen Jahr feierten Schandmaul ihr 20-jähriges Bandbestehen und nun kann man ein weiteres kleines Jubiläum vermelden: Das zehnte Album steht bereit! Getauft wurde der Frischling, der zugleich das erste Album nach dem Ausstieg von Gründungsmitglied Anna Katharina Kränzlein darstellt, auf „Artus“ und bringt mit fünfzig Minuten auch anständig Spielzeit mit sich. Weitere Details zu den Bayern zu schreiben lohnt nicht wirklich, immerhin sind Schandmaul bestens in der Folk-Rock-Szene bekannt und können mit einer anständigen Fan-Schar aufwarten. Dabei hat sich in den zwei Dekaden der Stil des Sextetts hin und wieder verändert, mit „Artus“ setzt man definitiv wieder auf die eigenen Wurzeln und präsentiert einen authentischen Folk-Rock.

Der Einstieg mit „Der Meisterdieb“ wirkt zwar noch etwas zurückhaltend, allerdings ist schon hier hörbar, dass Schandmaul auch weiterhin bei ihrer bildhaften Sprache bleiben und bestens Geschichten inszenieren können, was sich auch auf dem Rest des Albums bestätigt. Das nachfolgende „Der Totengräber“ bringt schon die erste kleinere Überraschung, wer hier angesichts des Titels auf einen ruhigen Song tippt, liegt komplett falsch. Stattdessen kommt hier eine lebendige, lebensfrohe Weise zum Vorschein, die so locker aus den Boxen hüpft, dass man direkt den ersten Anspieltipp vermelden kann. Zum Thema Tipps sollte zugleich noch angemerkt werden, dass die Favoriten bei jedem Hörer sicherlich unterschiedlich gesetzt werden, Einigkeit dürfte hingegen darüber bestehen, dass es sich bei „Artus“ um ein ungemein ausgeglichenes Album handelt, welches in seiner Gesamtheit besticht.

So hat man mit „Vagabunden“ ein treibendes Stück, welches man nur zu gerne direkt auf die Setlist für die anstehende Tour hieven würde, während „Der Kapitän“ deutlich ruhiger daherkommt und mit seiner Seefahrer-Romantik punktet. Bei all den Titeln muss man dem Sextett eine bemerkenswerte Detailverliebtheit attestieren, für die man schon allein ein paar Durchläufe einplanen sollte. Gerade bei einem Song wie „Die Oboe“ kommt dies nur zu deutlich zum Ausdruck, werden hier doch Krieg und Frieden zum Thema gemacht und unterschiedlich musikalisch aufgearbeitet. Dieses Pendeln zwischen gitarrenlastigen Parts und liebevoll einschmeichelnden Sequenzen, gepaart mit einem mehr als ansprechenden Instrumentalteil, lassen den Song zu einem absoluten Highlight des Albums avancieren.

Mit „Die Insel – Ynys Yr Afallon“ begeben sich die Bayern schließlich in seichtere Gewässer, lassen damit allerdings dem Text mehr Entfaltungsfreiraum. Schandmaul verarbeiten hier die alte Sage, um schließlich eine Verbindung in die Neuzeit herzustellen. Ähnlich, wenngleich deutlich spannender gestaltet, ergeht es mit „Der weiße Wal“, mit dem man einen illustren wie auch tiefgehenden Schlusspunkt unter „Artus“ setzt.

Größere Überraschungen gibt es auf „Artus“ zwar nicht zu vermelden, dafür liefern Schandmaul ein überaus gelungenes Folk-Rock-Album ab, auf dem sie einmal mehr ihre Stärken ausspielen können. Ein bunt gewebter Bildteppich, vereint mit spannenden Songstrukturen und durchdachten Arrangements, sollte auf jeden Fall die Fan-Herzen höher schlagen lassen.

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