Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Scelerata: Darkness And Light

Etwas zu viel des Guten
Wertung: 7.5/10
Genre: Power Speed Metal
Spielzeit: 47:30
Release: 23.03.2007
Label: MTM Music

Was hat uns denn das Plattenlabel diesmal geschickt? Mmh, Hardrock steht da auf dem Infoblatt und der Promo. Aus Brasilien, mmh da bin ich ja mal gespannt. Beginnen tut das Ganze aber mit „Land Of The Sins“ sehr mittelalterlich, bis dann das Ganze wieder rückwärts zum Beginn zurückläuft.

Aber dann bricht ein absolut unerwarteter Hurrikan los. Feinster Power Speed Metal hämmert mir hier entgegen. „Holy Fire“ erzeugt mächtig viel Druck und der Drummer Francis Cassol bearbeitet seine Felle ziemlich heftig. Das Ganze erzeugt im Zusammenspiel mit dem Basser Gustavo Strapazon schon jede Menge Power.

Nach einem genaueren Blick ins Infoblatt wird dann auch klar, dass es sich bei der Bezeichnung „Hardrock“ wohl eher nur um eine Einteilung in die härtere Musikrichtung handelt. Dass die Band und vor allem Sänger Carl Casagrande wohl zu den grösseren Helloween Fans gehören dürfte, wird schnell klar. Allerdings sollte man das auch noch ein wenig aufdröseln: Man nehme Helloween mit Michael Kiske zu den ersten „Keeper Of The Seven Keys“- Zeiten, paare das mit den alten Speed Metal Zeiten der Band und gebe noch eine gehörige Prise Bruce Dickinson dazu. Das Ganze umrühren und fertig ist dieses Album.

„Eminence“ verfolgt ebenso den schnellen powervollen Sound, der eigentlich hauptsächlich durch den Sänger einen melodiöseren Anstrich bekommt. Ja, diese Songs treten gehörig in den Allerwertesten, wenn auch vielleicht etwas mehr Zurückhaltung von Vorteil wäre, denn so rauscht der ICE auch mal schnell am Hörer vorbei, der sich nur noch wundert: Was war das denn jetzt, boah….

„The Spell Of Time“ ist dann erstmal deutlich melodischer ausgelegt, was auch durch das Intro angedeutet wurde. Carl`s Stimme kommt hier sehr gut zur Geltung, was aber auch daher kommt, dass er hier von Angra`s Frontmann Edu Falaschi unterstützt wird. Aber nach und nach nimmt der Song Fahrt auf. Der erste Höhepunkt ist geschaffen. Magnus Wichmanns und Bruno Sandis Gitarren verzücken den geneigten Metalhead mit allerlei tollen Soloparts und teilweise straighten Gitarrenläufen.

„Ethereal Places“ verdeutlicht dann die schon immer wieder mal durchblickenden progressiven Einflüsse, die wohl am ehesten von Dream Theater stammen dürften. Leider hat es die Band nicht geschafft, hier einen gelungenen Chorus einzubauen, wodurch das Lied eher vorbeirauscht, dies zwar auf hohem technischen Niveau, aber dann trotzdem durch den eher niedrig gehaltenen Ohrwurmcharakter zu wenig Beachtung hervorruft.

„Endless“ demonstriert das gleiche, wobei es hier gelungen ist, mit den Chören einen dicken Akzent zu setzen. Die fast schon nach Schifferklavier klingenden Farbtupfer in dem Song sorgen für unvorhergesehene Klangerlebnisse. Wirklich gut arrangiert.

„Darkness & Light“ würde wohl auch jedem aktuellen Helloween-Album gut zu Gesichte stehen. Wenn ich mir überlege, wie die Fans in Sao Paulo bei der Live-CD von Helloween abgegangen sind, dann gehe ich davon aus, dass die Band in ihrer Heimat schon wie Stars abgefeiert werden.

„Spirits Looking For…“ unterstreicht noch einmal das technische Können der Band. Allerdings wirkt sehr vieles ein wenig hektisch und erzwungen. Die Leichtigkeit des Musizierens bleibt hier ein wenig auf der Strecke. Der Solopart ist etwas sehr progressiv eingearbeitet worden und wirkt so ein bisschen wie ein Fremdkörper.

„Wings To Fly“ geht auch wieder mit mächtigen Doublebassdrums und Schlagzahlerhöhung an den Start. Hier gibt es viel Power und Tempo wie schon bei den ersten Tracks.

„Adonei (Sacred Melodies)“ tritt zwar nicht ganz so sehr auf`s Gaspedal, vermag es aber auch nicht, sich als Ohrwurm zu etablieren. Trotzdem wird im Instrumentalpart mal ein sehr schönes generiertes Klavier eingesetzt, welches dann - oh Wunder - auch mal 15 Sekunden musizieren darf, ohne von den Carls Drumattacken zerhackt zu werden.

Fazit: Da es sich hier um das Debüt der Band handelt, kann man wohl nur im Ansatz erahnen, was da noch alles in der Zukunft passieren wird. Potenzial hat die Band ohne Ende. Mit etwas mehr Gelassenheit dürfte uns ein sehr starkes Zweitlingswerk erwarten. Teilweise habe ich den Eindruck, dass die Band auf Teufel komm raus demonstrieren will, was sie drauf haben, anstatt den Songs den genügenden Raum zum Atmen zu geben. Hier sei der eigentlich wirklich gute Drummer Francis Cassol mal als Beispiel genannt. Wenn ich ihn hier so höre, denke ich unweigerlich an das Tier von der Muppet Show. Er zertrommelt auch ruhige Passagen des Albums dadurch, dass er eigentlich nicht mal eine ½ Sekunde Ruhe einfließen lässt. Manchmal ist mehr einfach weniger.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna