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Scarscab: Under The System Of Mass Destruction

Metallische Weltverbesserer mit ordentlich Biss
Wertung: 8.5/10
Genre: Nu Metal, Groove Metal, Neo-Thrash Metal
Spielzeit: 64:07
Release: 05.08.2009
Label: Build A Nation Records

Der Titel des zweiten Albums der Wiesbadener lässt keine Zweifel offen: Hier soll nicht nur derbe gerockt, sondern gleichzeitig der Zeigefinger erhoben werden, um auf die Missstände dieser Welt aufmerksam zu machen. Auf der Myspace-Seite der Band findet sich ein Banner, der dazu aufruft, die Fast Food-Kette mit dem goldenen M zu boykottieren, außerdem ein „Animal Food Counter“, der zählt, wieviele Tiere global gerade zum Verzehr getötet werden.

Harter Tobak, möchte man meinen, aber bei weitem nichts Neues; so schlagen Scarscab damit in dieselbe Kerbe wie die erklärten Veganer Heaven Shall Burn, die doch sehr erfolgreich ihre Wut auf die Gesellschaft und das System herausbrüllen. Umso erstaunlicher, dass die recht junge Band, die erst 2002 gegründet wurde, es mit den alten Herren durchaus aufnehmen kann.

Schon das Intro verspricht Großes, verbreitet es doch durch schöne Melodien eine Stimmung, die sich sonst auf namhaften Soundtracks wie zum Beispiel zu „Der Herr der Ringe“ oder „King Arthur“ wieder findet. „Hell Is Here“ prescht dann wunderbar nach vorne und zeigt vor allem die Qualitäten des Drummers, der einige interessante Beats heraushaut. Zur Mitte wird der Song fast Industrial-mäßig und beinhaltet ein paar sehr geile Shouts von Sebel, der in seinen jungen Jahren stimmlich schon ausgereifter klingt als manch ein Metal-Veteran. Bestes Beispiel für seine Fähigkeiten ist der Stampfer „The Harvest Of Destruction“, der sowohl gesanglich als auch von den Instrumentals her sehr erwachsen klingt.

Etwas unsicher, aber trotzdem ziemlich gut klingt Sebel beim anfangs balladesken „In Chains“, bis er wieder einen Gang zulegen darf. „Rule Of Greed“ zeigt deutlich, wo die Jungs herkommen, nämlich aus der Nu Metal- und Thrash-Szene; die ruhigen, fast bedrohlichen Gitarren verwandeln sich in tiefe Trommeln, ähnlich wie bei Soulfly. Sebel trumpft mit Growls auf, singt im Refrain allerdings klar und klingt wie eine jüngere Ausgabe des Sängers der inzwischen aufgelösten American Head Charge.

Die Vielseitigkeit der Band wird mit der wütenden Ballade „Violation“ auf die Spitze getrieben. Die Ungerechtigkeit des Systems wird angeprangert, ethische und ethnische Versäumnisse thematisiert, das alles lediglich mit Gitarren unterlegt; der ruhigste Song der Platte, aber definitiv einer der Stärksten. Faszinierend ist es auch, zu hören, dass Scarscab sich trotz deutlicher Nu Metal-Wurzeln von dem Einheitsbrei dieses Subgenres abheben. „Disinfest The Minds“ ist ein leidenschaftlicher und vor allem abwechslungsreicher Song eben dieses Genres, von dem man eigentlich schon dachte, es erfolgreich begraben zu haben.

Man bleibt zurück mit dem etwas nostalgischen Gefühl, dass die Welt doch nicht so schlecht sei, wenn sie Bands wie diese hervorzubringen vermag. Das Wiesbadener Quartett hat es geschafft, mit ihrem zweiten offiziellen Studialbum den Weg für junge, frische Bands zu ebnen, die sich thematisch fernab des Sex, Drugs & Rock `n Roll-Klischees bewegen wollen.

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