Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Scars On Murmansk: Travelling Through Dark Places

Potenzial, aber noch ohne Feinschliff
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 24:46
Release: 01.03.2011
Label: Eigenproduktion

Es gibt mal wieder Frischware für die Death Metal-Szene, und zwar aus unserem westlichen Nachbarland Frankreich, obwohl der Bandname zunächst eher in die entgegengesetzte Himmelsrichtung verweist. Die Rede ist von der gerade erst im Jahr 2010 gegründeten Kombo Scars On Murmansk, die sich aus bereits bei Hypnosis und Silent Opera erprobten Mitgliedern zusammensetzt und die gerade mit ihrer EP „Travelling Through Dark Places“ die allererste Veröffentlichung der Band herausgebracht hat. Die EP ist übrigens frei zum Download erhältlich, man begebe sich dazu einfach auf den Myspace der Band. Eine äußerst nette Geste, aber da man allein mit netten Gesten keine Karriere im Musikgeschäft bestreitet, muss natürlich auch die Musik stimmen.

Die besagte Musik, die von den Jungs im Paket mit fünf Songs daher kommt, lässt sich als äußerst düsterer Death Metal beschreiben, bei dem verschachtelte Rhythmen auf tiefe Grooves und finstere Melodien treffen. Die Produktion der Scheibe ist für eine Demo EP ganz ordentlich, haut einen aber natürlich nicht vom Hocker, doch das liegt in der Natur der Sache. Der Sound von Scars On Murmansk zeichnet sich durch schwere Riffs mit stampfenden Beats aus, die sich im Wechselschlag mit brutalen Doublebass-Attacken und brachialem Geballer abwechselt. Über diesem Klangteppich schwebt dann gelegentlich noch eine verhangene düstere Lead-Gitarre und das Gegrunze von Basser Pierre.

Zunächst legen die Jungs aus dem Land der Baguettes mit „Through Dark Places“ und „My Death“ zwei grundsolide Todesblei-Nummern hin, die zwar durchaus ordentlich böses Gebolze mit Headbangfaktor und Untergangsstimmung bieten, aber dennoch etwas zu blechern klingen und ein bisschen im Einheitsbrei des dunklen Getöses untergehen. Gerade der Frontmann bietet mit seinen leider etwas zu monotonen tiefen Growls und dann hin und wieder etwas höherem Geschrei, das viel zu selten und auch nicht intensiv genug auftritt, nicht gerade viel an Zugpferd-Qualitäten, die den Songs sicherlich gut getan hätten.

Eine Steigerung gibt es dann mit dem dritten Track „Buried Dreams“, bei dem es sich zwar nicht um ein Carcass-Cover handelt, aber immerhin dennoch um einen Song mit etwas mehr Potenzial als die beiden Vorgänger. Erstmals gibt es auch stimmungsvoll-finsteres, cleanes Gitarrenspiel, das für reichlich Kontraste sorgt und dem Song etwas mehr Würze verleiht. Auch die Melodie und Grooves sind diesmal besser aufgestellt und wirken einfach stimmiger.

Beim Stück „Blind“ ziehen die Jungs dann nochmal gehörig die Zügel an und liefern einen ausgefeilten Rhythmus und starke Melodie-Passagen, vor allem gegen Ende des Songs mit episch anmutender Lead-Gitarre. Hier scheint dann erstmals auch richtig Potenzial durch und man kann erahnen, dass sich die Franzosen ein Konzept hinter ihrer Musik überlegt haben.

Der Rausschmeißer „Dark New Messiah“ setzt dann auch noch einen drauf und entpuppt sich als Höhepunkt des Demos, der einen mit fiesen, fast schon schwarzen Melodien und eingängigen Riffs in seinen Bann zieht und durch gut getimete Breaks und spannende Übergänge einiges an gutem Songwriting zu bieten hat. Warum denn nicht gleich so?

Abschließend kann man Scars On Murmansk auf ihrer ersten Veröffentlichung einiges an Potenzial und auch Eigenständigkeit attestieren. Jedoch ist das Dargebotene noch sehr roh und ungestüm, der Band fehlt einfach noch einiges an Feinschliff und Dynamik, was bei einem erst einjährigen Bestehen auch nicht weiter verwunderlich ist. Den Namen kann man sich aber mal merken und für lau lohnen sich die Songs allemal.

comments powered by Disqus

Energiegeladener Abend, bei dem die Bands überzeugen können

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben