Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Scarlet Anger: Freak Show

Den Status der letzten Scheibe konnte man übertreffen
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 49:36
Release: 18.03.2016
Label: Hänsel & Gretel / M.i.G. / Indigo

Die Luxemburger Thrasher von Scarlet Anger legen nach. Es hat ein bisschen gedauert. Das vergangene Album „Dark Reign“ ist bereits im Jahr 2012 erschienen. Nun endlich kommt der Nachfolger mit einem ähnlich prägnanten Titel. „Freak Show“ heißt das aktuelle Werk und der Hörer sollte ähnlich prägnanten Thrash Metal erwarten können wie auf der vorangegangenen Platte. Dem ist nicht so. Schon während der ersten Töne macht die Platte unmissverständlich klar, dass sie aus ganz anderem Eisen geschmiedet ist als der Vorgänger. Die Gründe sind folgende:

Der allererste Unterschied wird durch den deutlich ausgewogeneren und raffinierteren Sound übermittelt. Scarlet Anger hatten schon beim letzten Album den Anspruch, nicht nach Mainstream oder irgendeinem Trend zu klingen. Im Gegenzug verzichteten sie aber auch auf eine fette Produktion und legten viel Wert auf lineare Hörbarkeit aller Instrumente. Auf der neuen Scheibe hat man einen sehr sinnvollen und funktionellen Weg gefunden. Ein transparenter Sound steht auch weiterhin im Vordergrund, aber dieses Mal klingt das Material wesentlich dynamischer und lebendiger. Einen nicht gerade geringen Anteil daran hat der wesentlich bessere Klang von Sänger Joe Block, der nun viel mehr im Vordergrund steht und eben auch rauer und mehr nach Thrash klingt.

Der Sound ist aber natürlich bei weitem nicht alles, was sich verändert hat. Das Songmaterial ist wesentlich komplexer gestrickt als beim Vorgänger. Man hat hier viel mehr verschachtelt, arrangiert und strukturiert als bei Dark Reign. Die Spitzen wurden viel mehr akzentuiert und auch im Bereich Arrangements wurde mehr Augenmerk auf die Dynamik gelegt.

Da lohnt es sich nun, ein Ohr zu riskieren. Sobald sich die Scheibe nun einen Wolf dreht, wird schnell klar, von was hier bisher gefaselt wurde. „Awakening Of The Elder God“ ist schon eine Nummer mit vielen Variationen und einem sehr druckvollen Gesang, der durchaus mitreißen kann.

Mit dem ersten Stück haben Scarlet Anger ihr Pulver aber längst nicht verschossen. Allerdings wird dem Hörer auch schnell klar, dass man hier eher auf Qualität baut, als auf schnelle Kracher. Scarlet Anger haben ein Werk erschaffen, das erst in die Hirne der Hörer einwachsen muss. Es bleibt die Frage, ob das immer gelingt.

Wenn sich jemand genug Zeit lässt, um die Plastikronde auf sich wirken zu lassen, dann kann derjenige mit „Freak Show“ echt viel Zeit verbringen. Die vielschichtige Musik, die technisch hochwertigen Arrangements, der filigran-bösartige Sound und die Texte haben wirklich etwas zu bieten. Wer also gerne mitdenkt, der darf hier ohne nachzudenken zuschlagen.

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands