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Scared To Death: Deathstruction

Deutsche Hausmannskost mit Charme
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 47:4
Release: 29.08.2008
Label: STF Records

Die süddeutsche Combo Scared To Death beglückt uns mit ihrem Debut „Deathstruction“. Wer jetzt aber denkt, hier käme ein Death Metal Album, der irrt, denn es wird lupenreiner Oldschool Thrash serviert. Und es scheint auch ein Kreator-Cover drauf zu sein, aber dazu später mehr.

„Holy War“ beginnt sehr bedächtig ruhig. Nicht schlecht, aber auch etwas irreführend, da man sich über eine halbe Minute Zeit nimmt, um richtig einzusteigen. Recht kratzige Stimme vom Sänger, bei der ich nicht so recht weiß, ob er zu growlen versucht und es nicht schafft oder ganz bewusst den abnippelnden Krächzer mimt. Das Ganze aber zugegebenermaßen mit einem gewissen Charme. Das Bass und die Gitarre sorgen für Stimmung und der Song hämmert gefällig aus den Lautsprechern. Allerdings wird es die Band nicht schaffen, ihre Heimat Deutschland zu vertuschen. Nicht nur weil auch deutsche Worte den Songtext begleiten, sondern weil sich die Aussprache sehr typisch Deutsch anhört.

„Your Pain Is My Passion”, was für ein Titel, hämmert recht abwechslungsreich durch die Gehörgänge. Die Melodien sind zwar schon recht ausgelutscht, machen aber dennoch irgendwie Spaß. Große Innovationen wird man auf diesem Album eh nicht finden. Die Band versucht, gute Melodien einzubauen und schafft dies auch recht gut. Live dürfte da das Publikum gut zum Mitsingen bewegt werden können.

Der Titelsong, der sich sicherlich nicht nur zufällig sehr artverwandt zu dem deutschen Thrash Metal Flagschiff Destruction anhört, bietet anfangs deutlich zügigeren Thrash, der sich dann aber auch schnell wieder im Midtempo verliert. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich herausragend. Als Party- oder Livemucke sicherlich geeignet, so etwas sehr hausbacken.

Dann kommen wir wohl zum Kreator Cover „Extreme Aggression“. Hm, das scheint aber eine sehr eigene Interpretation zu sein, denn die Musik hat nichts mit dem Original zu tun. Hm, der Text hat auch nichts damit zu tun. Seltsam, wie kann man nur einen Titelnamen so wählen, dass er wie ein Highlight der Szene heißt und dann hat das eigentlich gar nichts damit zu tun? Versteh´ ich nicht, egal, also: Es handelt sich um einen vollständig eigenen Song. Der Refrain ist nicht schlecht und sehr stark darauf aufgebaut, dass man mitgröhlen kann.

Satter Midtempo Thrash erwartet uns dann auch bei „His Last Words“. Alles beileibe nicht schlecht, gerade auch Drummer Spreadthefire sorgt für ordentlich Doublebassaction, wie eigentlich auch bei jeder anderen Nummer auf dem Album. Die Stimme krächzt sich halbwegs gelungen durch die extrem klischeebehafteten Strophen. Evil quält seinen Bass und Deathrash holt aus seiner Gitarre alte Melodien heraus, die sicher nicht verkehrt sind.

„Paint The White House Black” geht etwas zügiger zu Werke und weiß zumindest nicht langweilig zu werden. Aber ob das reicht?

„Exodus 21.24“ hämmert da schon deutlich bestimmter durch die Wohnung. Leider hat man sich allerdings inzwischen schon ein wenig an der nicht gerade variablen Stimme von Deathrash leidgehört. Das man hier den Namen Exodus unbedingt mit ins Boot holen muss, ist für mich nicht nachvollziehbar, denn von der Band ist man, was die Power und die Intensität angeht, meilenweit entfernt.

„The Sign“ beginnt etwas erhabener. Ein böses Gewitter tobt und die Gitarrenanschläge lässt man ausklingen. Aber dann geht es weiter wie bisher. Technisch absolut in Ordnung, besonders Basser Evil sorgt für gehörig Tieftondruck. Leider sind die Kompositionen noch ein wenig unausgereift. Aber man darf natürlich nicht vergessen, dass dies ein Debutalbum ist. Bei Iron Maiden oder auch Metallica war das erste Album auch nicht wirklich der ganz große Bringer, auch wenn man da deutlich mehr eigenes Blut drinstecken hatte.

„Dark Harvest“ und „Crucifixion“ besorgen dann den Abschluss dieses Erstlings. Und irgendwie hin und hergerissen muss ich zugeben, dass es zwar nicht sehr eigenständig und schon billig klischeehaft zugegangen ist, aber irgendwie auch ein gewisser Charme mitschwingt. Allerdings verliert man doch recht schnell das Interesse an der Scheibe, wenn man die ersten 5-6 Durchgänge durchgezogen hat. Da helfen dann auch die Gitarrenspielereien in „Dark Harvest“, die das Ganze etwas auflockern, nicht viel.

Obendrein gibt es dann noch den Bonustrack „Deine Zeit“, welcher mit gelungenen Gitarren beginnt, bevor dann auch wieder das schon gewohnte Bild hervor kommt. Trotzdem ein kleines Highlight des Albums.

Fazit: Irgendwie weder Fisch noch Fleisch, was Scared To Death da abliefern. Die, nennen wir es mal rohe Produktion vervollständigt das Gefühl, dass hier noch nicht alles so ist, wie es sein könnte. Trotz alledem muss man der Band konstatieren, dass sie ein gewisses Talent beherbergen und durchaus Potenzial für eine richtig gute Scheibe vorhanden ist. Wenn man erstmal derart gereift ist, sich per Songtitel an große Bands anzubiedern oder Coverversionen andeutet, die gar nicht da sind, dann noch ein etwas frischeres Melodienspektrum auftut, dann kann da noch einiges kommen. Ach ja, die tollen Namen und das genauso klischeebehaftete Cover zeigen dem potenziellen Käufer zwar sehr genau, was ihn erwartet, aber wirklich gelungen wirkt das nicht. Auch das etwas übernächtigte Bandfoto sorgt eher für ein Schmunzeln. Schade, da hätte mehr gehen können.

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