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Scarcross: Freidenker

Unausgereifter Hauptteil, interessantes Drumherum
Wertung: 5.5/10
Genre: Black Metal/ Dark Rock
Spielzeit: 47:58
Release: 28.01.2011
Label: Lycaner Records/ Wolfsgrimm Records

Schon mal das Video „Wie macht man Metal?“ gesehen? Die vier Jungs, die durch ihre lustigen Videos unter den Metallern recht bekannt geworden sind, gibt es wirklich und ja, sie sind auch wirklich eine Band: Scarcross. Die hier vorliegende CD „Freidenker“ stellt nun ihr erstes Album dar.

Von den wenigen Titeln auf dieser Scheibe sollte man sich aber nicht irritieren lassen, denn trotz der kurzen Tracklist bringen die Jungs von Scarcross doch rund fünfzig Minuten Metal zusammen. Ihre Musik ist dabei bunt gemischt und nicht ganz eindeutig. Die Grundlage ist war wie bei „Der Fluss“ erkennbar im Black Metal verwurzelt, es sind aber auch durchaus leicht progressive Anteile zu erkennen und auch recht melodischer Dark Rock bekommt man innerhalb der fünf Lieder geboten („Ein Sturm zieht auf“).

Was die Oberbayern von Scarcross wirklich drauf haben, sind die Ambiente-Anteile auf diesem Album. Das Intro wie die ruhigen Zwischenparts bei „Der Fluss“ mit den stets ausgeprägten Gitarren-Melodien stellen einen guten Auftakt dar. Die CD wird weiterhin durch den instrumentalen Outro-Song „Es verging…“ nicht nur sehr passend, sondern auch gefühlvoll durch interessante Synths abgerundet. Bei allem was dazwischen liegt wird es allerdings kompliziert. „Der Fluss“ verspricht durch sein energisches Black-Kreischen und seine fiesen Gitarren eine zwar nicht ganz mitreißende, aber sehr ambitionierte Black-Metal-Scheibe zu werden. Die ruhigen Zwischensequenzen wirken dabei auflockernd und durch ihre Disharmonien trotzdem weiterhin schwarz und düster.

Was aber spätestens ab „Des Freidenkers Grab“ auf den Magen schlägt, sind die doch zu einfach gehaltenen Liedstrukturen. Der Lauf des Liedes wirkt vorhersehbar und dadurch einschläfernd. Schnell wird einem klar, dass man bei „Freidenker“  innerhalb eines Liedes keine spannenden Wendungen erleben wird.

Die Ansätze sind zwar durchaus durchdacht und technisch sauber umgesetzt, bieten aber viel zu wenig Abwechslung und klingen so dann doch wie schon mal woanders gehört. Hinzu kommt, dass es der Band an Energie fehlt. Nicht nur die Clean-Vocals, die das ein oder andere Mal zum Einsatz kommen,  klingen meist einfach so daher gesungen („Des Freidenkers Grab“, „Ein Sturm zieht auf“), auch den Instrumenten fehlt es immer wieder an klangtechnischem Durchsetzungsvermögen. Dies scheint aber zu einem guten Teil auch auf die Produktion zurückzuführen zu sein.

Besonders gewöhnungsbedürftig auf dem Album „Freidenker“ ist der Dark-Rock-Song „Ein Sturm zieht auf“. Bei diesem Lied werden ausschließlich Clean-Vocals verarbeitet. Leider sind diese aber noch so unausgereift und tendenziell schwulstig, dass sie das ansonsten interessant progressive Lied mit ihrer Art den Todesstoß versetzen. Der progressiven Untermalung wird die gewohnte Tiefe fast vollständig genommen und „Ein Sturm zieht auf“ wirkt durch die Vocals immer mehr platt und kitschig. Die halb-verständlich pseudo-intellektuellen Texte tun leider ihr Weiteres.

Unterm Strich besteht „Freidenker“ aus einem ambitionierten, aber leider unausgereiften Black-Metal-Dark-Rock-Verschnitt. Die Instrumente wie auch die Vocals kommen bis zum Schluss nicht zum Punkt und dümpeln sich mehr oder weniger glanzvoll durch das Album. Für ein Debütalbum zwar noch akzeptabel, wünscht man sich für das nächste Album aber definitiv mehr Durchsetzungsvermögen und vielleicht sogar mehr Selbstbewusstsein. Bei „Freidenker“ gibt es auf jeden Fall noch viel Platz nach oben. Die musikalischen Ansätze verraten zwar schon ein Gespür für dieses Genre, Scarcross müssen aber erst noch beweisen, dass sie neben lustigen Videos auch durchweg souveräne Musik produzieren können.  

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