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Scale The Summit: The Migration

Instrumentale Schönheit im Rahmen echter Songs
Wertung: 8,5/10
Genre: Progressive Rock / Instrumental Rock
Spielzeit: 42:09
Release: 14.06.2013
Label: Prosthetic Records / Sony Music

Nachdem sich [Long Distance Calling] mittlerweile auch dazu entschlossen haben, ihr Material mit einer Gesangsspur auszustatten, ist die Liste der wirklich nennenswerten, rein instrumentalen Progressive-Acts um einen entscheidenden Prozentsatz dezimiert worden. Für die Texas-Proggies von Scale The Summit bietet sich also die Gelegenheit schlechthin, an der Spitze neue Akzente zu setzen, wo doch die alten Wegbereiter zumindest im traditionellen Sinne weggebrochen sind. "The Migration" soll Lücken schließen, neue öffnen und einem derzeit nur sehr schmal besetzten Genre wieder neuen Auftrieb verpassen. Und siehe bzw. höre da: Diese Amis haben wirklich so einiges auf dem Kasten, von dem manch etablierter Act auch nach mehreren Dekaden nicht mal zu träumen mag.

Die anspruchsvollen Skalen bzw. das filigrane Spiel sind jedoch nur Nuancen des Gesamtsounds von Scale The Summit. Denn im Großen und Ganzen schreibt die Band auch auf ihrem vierten Album keine mathematischen Epen, sondern schlicht und einfach gute Songs, die teils melodisch, teils vertrackt, allesamt aber fordernd, jedoch nicht überfordernd geraten sind. Von der ersten Sekunde an präsentiert man ein Breitband-Spektrum auf produktionstechnisch sehr basischer Ebene: "Atlas Novus" überzeugt mit vielen elegant ausgearbeiteten Melodien, "The Olive Tree" kreiert in kürzester Zeit gehörige Spannung, bietet aber auch eine posthume Auflösung, und mit "Narrow Salient" wird ein grooviger Prog-Rocker ins Rennen geschickt, der zum Abschluss der ersten Albumhälfte die letzten Facetten lockert und gleichzeitig die Vielfarbigkeit deklariert, mit der die Herrschaften aus dem Öl-Bundesstaat ihre Songs ausmalen.

Selbst in den ruhigen Stücken lassen sich Scale The Summit nicht aus der Ruhe bringen; "Evergreen" entpuppt sich alsbald als ein ebensolcher, und mit "Sabrosa" und dem verträumten "The Traveler" hat man semi-balladeske Instrumental-Duseleien der feinsten Sorte im Gepäck und schließt damit auch das letzte Schlupfloch des enorm facettenreichen Sounds.

Wünschenswert wäre hier und dort vielleicht noch ein härteres Riff, ein paar krassere Abfahrten oder doch auch mal ein wagemutiger Ausflug in extremere Gefilde. Angedeutet wird auf "The Migration" schließlich vieles. Aber man mag auch nicht aus Überzeugung meckern, denn insgesamt haben Scale The Summit einen richtig guten Job gemacht und sich in ihrem Metier als neue Hoffnungsträger noch ein weiteres Mal auf sehr hohem Niveau empfohlen.

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