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SBASSTIC: Yousuru

Das Chaos hat einen Namen
Wertung: 7/10
Genre: Funk Rock, Crossover, Liedermaching
Spielzeit: 32:33
Release: 01.04.2011
Label: Baxxbeat Music

Auch auf die Gefahr hin, dass die Hälfte unserer Leser sich direkt mit Grausen abwendet: Menschen mit Scheuklappen sollten hier gar nicht erst weiterlesen. Sture Nur-Metal-Hörer (am besten noch Genre-Nazis) wird sich beim Durchlauf der neuen SBASSTIC-Platte ganz von allein der Magen umdrehen. Hier noch von Crossover zu reden, gleicht eigentlich einer Farce, auch wenn man auf den ersten Blick nicht so richtig weiß, wie man das Gemisch auf „Yousuru“ sonst nennen soll. Die Kombination aus Deichkind, Jan Delay-mäßigem Gepiepse, funkigen Gitarreneinlagen, Radiostimmen, schwer nach Kinderlied klingenden Stücken („Lufti“) und Extreme-Kiffer-Liedermaching (siehe der ganz und gar entspannte Gesang zu Beginn von „Besser Geht’s Nicht“; kurz bevor das Geschrei losgeht) haut selbst Hörer mit einer gewissen Openmindedness aus den Socken.

Wenn man nun aber, wie die Schreiberin dieser Zeilen, die letzten Jahre in einem Wust aus Grindcore, Hardcore und Götz Widmann beziehungsweise den Monsters Of Liedermaching verbracht hat, kann man sich mit der Musik der Jungs recht schnell anfreunden. Die einzige Frage, die sich am Ende stellt, ist folgende: Ist es Absicht, dass alle Bandmitglieder mit „M“ anfangen?

Dass SBASSTIC bereits seit gut zehn Jahren exisiteren, merkt man irgendwie – kein normaler Mensch hätte in kürzerer Zeit ein solches Potpourri an Chaosmelodien zusammenschustern können. Dabei kann man Markus, Markus, Mathias und Moritz (klingt ein bisschen wie Tick, Trick und Track) durchaus sowas wie ein System attestieren, wenn man bei den 13 Songs der neuen Platte mal ein bisschen durchgestiegen ist: Den Hörer verwirren und den Redakteur so sehr in verschiedene Stile verzwirbeln, dass er nicht mehr weiß wohin ist die Devise. Wäre aber doch gelacht, wenn man das Soundgeflecht nicht irgendwie sinnvoll entwirren könnte.

„Dear People“ präsentiert direkt ein Stilmittel, mit dem die Jungs öfter arbeiten: Sänger Mathias klingt, als käme seine Stimme von ein wenig weiter weg. Aus dem Nebenzimmer vielleicht. Wenn man sich dann die dazugehörigen Gitarreneinlagen anhört, ist der auf dem Promozettel gezogene Vergleich mit den Chaoten von Primus gar nicht so weit hergeholt. Trotzdem oder gerade wegen seiner verwirrten Struktur hat der Song einen ganz besonderen Charme und was man beim ersten Hören nicht für möglich gehalten hätte, wird wahr: Man findet seinen ersten Anspieltipp.

So richtig weiß man aber auch jetzt noch nicht, ob man die CD nach der Rezensierung noch mal hören wird oder ob das gute Stück hinten im Schrank landet. Fürs Zwischendurch-beim-Geschirrpülen-Hören ist „Yousuru“ jedenfalls schon mal nichts. „Fast Food“ ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass hier keine zwei Songs gleich oder auch nur ähnlich klingen: Ein beschwingter Beat, zu dem man wahlweise pogen oder einfach nur tanzen könnte, bildet die Basis für den recht rasanten Track, der zwischendurch immer mal wieder gedrosselt wird und mit leicht bekifftem Hintergrundgewaber aufwartet. „Besser Geht’s Nicht“ könnte mit seinem Geschrei im Refrain eventuell auch den ein oder anderen Metaller befriedigen, wenn der sich nicht schon beim sehr beruhigenden Strophengesang fluchtartig entfernt hat. „Fleischwurst“ bietet dem Verschreckten dann aber feines Gitarrengeschredder, das ein wenig an Teutonen-Thrash-Auswüchse erinnert und so schön scheppert, dass man es einfach mögen muss. Allein die Zeile „Nimm die Fleischwurst und verpiss dich“ dürfte der Hit auf jeder Party sein.

Spätestens beim dritten oder vierten Hören der Scheibe sieht man lustige Farben und noch lustigere Männer im CD-Booklet, aber seien wir mal ehrlich: Es gibt sowieso viel zu wenige Bands heutzutage, die mit Spaß bei der Sache sind. Jetzt wäre übrigens auch die Frage geklärt, wo die CD im Schrank landet: Schließlich kommt auf jeder Party der Punkt, an dem eine hitzige Diskussion über merkwürdige Bands entbrennt und es ist mir beinah schon eine Ehre, dann sagen zu können: „Ihr wollt was Merwürdiges hören? Wartet mal kurz…“

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