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Saxon: The Inner Sanctum

31 Jahre und kein bißchen leise
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 44:37
Release: 02.03.2007
Label: Steamhammer/SPV

Hier sind sie wieder, die Angelsachsen. Saxon veröffentlichen mit „The Inner Sanctum“ ihr 26. (!) Album, wenn man mal die Live- und Best Of- CDs mitrechnet. Wer aber denkt, dass die Band, welche 1976 in Yorkshire gegründet wurde, inzwischen leisere, gesetztere Töne anschlägt, liegt in etwa genauso falsch, wie wenn man von Motörhead ein Schmusealbum erwartet.

„State Of Grace“ beginnt mit einem verhaltenen Mönchschor und sehr modernen Metaltönen. Ja, die Band um Urgestein Biff Byford hat es geschafft, den Kreis zwischen Old Fashioned und der Moderne zu schliessen. Ein guter Rocker mit einigen harten Attacken.

„Need For Speed“ ist sicherlich nicht als Titeltrack für die gleichnamige Autorennserie für PC und Konsolen Freaks gedacht. Nein, der Track zeigt vielmehr, wie klassische Songs von Saxon heutzutage klingen. Eine schöne Abgehnummer mit gelungenem Solo von den Herren Doug Scarratt und Paul Quinn an den Gitarren. Wenn ich hier aber von einem gelungenem Solo schreibe, dann solltet ihr hier aber keine fingerbrecherische Gitarrenakrobatik erwarten, denn die wird Gott sei dank nicht geboten, denn das würde auch definitiv nicht zum Rest der Mucke von Saxon passen.

„Let Me Feel Your Power“ reiht sich nahtlos in die Tradition ein und ist ein wirklich guter Song, der es ansatzweise schafft, die besten Saxon-Zeiten wieder auferstehen zu lassen. Richtig guter, traditionsbewusster Heavy Metal in aktuellem Soundgewand, und über allem thront Biff`s markante Stimme. „Red Star Falling“ ist für mich aber das erste richtige Highlight. Ein balladesker Supersong, welcher mit langsamen Gitarren und richtig tollem Gesang aufwartet. Das gefühlvolle Gitarrensolo, die Stimmung, die die ganze Band hier erzeugt, ist schon was ganz Besonderes.

„I`ve Got To Rock (To Stay Alive)“ muss man wohl als eine Art Glaubensbekenntnis von Biff Byford sehen. Er beschreibt, was der Headbanger zum Leben benötigt. Trotz der schönen Gitarrenmelodie denke ich, hätte man etwas mehr aus dem Song herausholen können. Schade, dass Biff`s Stimme hier nicht deutlich mehr im Vordergrund steht. Etwas weniger leises Hauchen und dafür mehr urtypisches Lautes hätte dem Song, nicht zuletzt auch wegen des Textes, besser zu Gesicht gestanden.

„If I Was You“ fliegt dann allerdings leider total an mir vorbei. Mmh, was ist denn da passiert? Das ist mir auch schon länger bei Saxon nicht vorgekommen, dass mich ein Song so verfehlt. „Going Nowhere Fast“ geht da schon wieder deutlich besser zu Werke. Eine schöne treibende Nummer mit eher dünnerem Gitarrensound, dafür aber mit einem herrlich brabbelnden Bass von Nibbs Carter. Allerdings ist das Gitarrensolo richtig schön fett und gelungen geraten. Das Ganze wird aber auch sehr gut von Nigel Glocker`s Drums zusammengehalten.

„Ashes To Ashes“ startet dann wieder mit Biff`s unverwechselbarem Organ. Ein wieder deutlich besserer Song, der durch den für Saxon eher untypischen Chorus auffällt. Der - nennen wir es einfach raue - Mönchschor hätte aber ruhig etwas länger in Erscheinung treten dürfen.

Als vorletzten Song dürfen wir mit „Empire Rising“ das Intro zum Albumende begrüßen. „Atila The Hun“ beschließt dieses Album. Nach den zügigen Gitarren wird erstmal ein Break eingeschoben, um dann langsam, aber erwartungsvoll verhalten fortzufahren. Bis dann nach 1:07 Minuten die Bestie von der Leine gelassen wird. Dieses Spiel wiederholt sich dann noch ein paar Mal, ist also leider kein klassischer „Heading for the end“- Song. Trotzdem gelungen und dank Biff Byford`s Gesang sogar zeitweise mit ganz leichtem orientalischen Touch. Und wie schon das Album begonnen hat, wird hier wieder ein mystischer Mönchschor eingesetzt. Die Band gibt noch einmal ein bisschen Gas und man brettert los. Ein gelungener Abschluss.

Fazit: Saxon sind noch lange nicht müde oder tot. Schön, dass die Band sich weiter treu bleibt und uns alte Säcke, die die NWOBHM noch live miterlebt haben, weiter mit guter Mucke versorgt. Fakt ist aber leider auch, dass der grosse Wurf auch mit diesem Album nicht gelungen ist. Okay, ich denke, dass eh nicht viele Leute das Saxon-Album ihrer Bandgeschichte erwartet haben. Dafür hat die Band schon viel zu viele Klassiker geschrieben. Insgesamt muss ich sagen, dass mir die Songs am besten gefallen, in denen Biff seiner Stimme freien Lauf lässt. Mit „Red Star Falling“ ist der Band auch wieder ein Hit gelungen.

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